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Grammatischer Wechsel

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Unter dem Grammatischen Wechsel wird ein durch das Vernersche Gesetz entstandener Konsonantenwechsel bei etymologisch verwandten Worten sowie innerhalb bestimmter Flexionsparadigmen verstanden. Er tritt grundsätzlich in allen germanischen Sprachen auf, doch ist er in den Einzelsprachen durch Analogie unterschiedlich stark ausgeglichen worden. Im Neuhochdeutschen ist er noch heute als Konsonantenwechsel f – b, d – t, h – g und s – r zu beobachten.

Beispiele:

Hefe – heben
leiden – gelitten
ziehen – gezogen
gewesen – (sie) waren

Seit dem Mittelhochdeutschen wird dieser Wechsel mehr und mehr durch Ausgleich beseitigt.

Ähnliche Phänomene gibt es auch in anderen Sprachen, etwa dem Finnischen („Stufenwechsel“).

Übersicht über die Konsonantenwechsel in den altgermanischen Sprachen

Urgerm. Got. Ahd. Ae. As. Aisl.
*f - f - b f,v - b,p (zusammengefallen) (zusammengefallen) (zusammengefallen)
- þ - d d,th - t þ,ð - d (unklar) (zusammengefallen)
- h - g h - g,k ø, h - g h - g ø - g
*χʷ - *ǥʷ ƕ - g,w h - g,w ø, h - g,w h - g,w ø - g,w
*s - *z s - z s - r s - r s - r s - r

Nach: Schaffner (2001: 65).

Beispiele

Der Wechsel von h – g im Mittelhochdeutschen:

zîhen ‚zeihen‘: zîhe – zêch – zigen – gezigen
ziehen ‚ziehen‘: ziuhe – zôch – zugen – gezogen.

Literatur

  • Schaffner, Stefan: Das Vernersche Gesetz und der innerparadigmatische grammatische Wechsel des Urgermanischen im Nominalbereich. Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft 103. Innsbruck 2001.
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