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Gustav Adolf von Gotter

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Gustav Adolf Reichsgraf von Gotter (* 26. März 1692 in Altenburg; † 28. Mai 1762 in Berlin) war ein deutscher Diplomat.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bild:Gotter 1732.jpg
Gustav Adolf von Gotter mit Schwarzem Adlerorden. Porträt um 1732.

Karriere

Von Gotter stammte aus einer angesehenen bürgerlichen Familie aus Sachsen-Gotha. Sein Vater war Kammerdirektor, sein Großvater Generalsuperintendent. Von Gotter erhielt Unterricht von einem Privatlehrer und begann 1709 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Jena. Später wechselte er nach Halle, wo er den späteren hannoverschen Minister und Geheimrat Gerlach Adolph Freiherr von Münchhausen kennenlernte. Nach weiteren Aufenthalten in Holland, England und Frankreich. 1715 zog er mit seinem Vater nach Wien. Hier fand er schnell Zugang zu den angesehensten Kreisen und schloss unter anderem Kontakt mit Eugen von Savoyen. Er stellte weiterhin sein diplomatisches Geschick unter Beweis, indem er Streitigkeit zwischen Gotha und Wien beenden konnte. 1716 ernannte ihn Herzog Friedrich II. zum Legationssekretär. 1720 wurde er herzoglicher Rat und außerordnetlicher Gesandter in Wien. 1723 erfolgte die Ernennung zum Hofrat, 1724 wurde er von Kaiser Karl VI. in den Freiherrenstand erhoben. 1727 erhielt er von dem erst zwöfljährigen Zar Peter II. den Alexander-Newski-Orden. Im Mai 1728 ging von Gotter auf Wunsch von Friedrich Wilhelm I. nach Berlin und wurde zum Geheimen Staatsrat ernannt. 1729 wurde ihm als ersten aus bürgerlichem Hause stammenden der Schwarze Adlerorden verliehen. Nach dem Tode des Barons von Hagen wurde er außerdem Gesandter von Regensburg. 1732 erbat er von Herzog Friedrich III. die Entlassung aus den gothaischen Diensten und war fortan als preußischer Minister am Wiener Hofe tätig.

Rückzug aus dem Staatsdienst

1734 erwarb von Gotter das Rittergut Molsdorf, sowie das benachbarte Rittergut zu Dietendorf. Entlang des Flusses Apfelstädt ließ er Häuser errichten und ausländische Arbeitskräfte einreisen, um eine Wollmanufaktur in Betrieb zu nehmen. Die auf diese Weise neu gegründete Ortschaft erhielt den Namen Neudietendorf. 1736 wurde von Gotter auf eigenen Wunsch zum Gesandten und bevollmächtigten Minister beim obersächsischen Kreis ernannt und nahm damit eine weniger arbeitsintensive Tätigkeit auf. Das Schloss Molsdorf baute von Gotter in den nächsten Jahren umfassend aus und legte einen Garten nach französischem Vorbild an.

Zurück im Staatsdienst

1740 wurde von Gotter unter dem neuen preußischen König Friedrich II. zurück in den Staatsdienst berufen und zum Oberhofmarschall und geheimen Staats- und Kriegsrat ernannt. Im selben Jahr erhielt er von Kaiser Karl VI. die Reichsgrafenwürde. Nach dem Tod desselben wurde von Gotter vom preußischen König nach Wien geschickt, um Besitzansprüche auf die Fürstentümer Jägerndorf, Liegnitz, Brieg und Wohlau zu erheben. Die Verhandlungen scheiterten jedoch, was den Ersten Schlesischen Krieg zur Folge hatte. Infolge von Geldnot musste von Gotter 1742 das Rittergut Neudietendorf verkaufen. 1743 wurde er zum Kanoniker an der Liebfrauenkirche in Halberstadt und zum Generaldirektor der Berliner Oper ernannt. 1744 berief man ihn zu einem der vier Kuratoren der Königlichen Akademie der Wissenschaften. Aus Krankheitsgründen durfte sich von Gotter 1745 nach langem Bitten erneut aus dem Staatsdienst zurückziehen. Durch seine Geldknappheit sah er sich 1748 genötigt, auch das Schloss Molsdorf zu verkaufen. Erst eine Kur in Montpellier im Jahr 1752 führte zur Besserung seines Gesundheitszustandes, so dass er seine Arbeit wieder aufnehmen konnte. Bis zu seinem Tod war er Minister des General-, Oberfinanz-, Kriegs- und Domänendirektoriums.

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Quellen


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