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Gradierwerk
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Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) verfüllt ist; der Salzgehalt der hindurchgeleiteten Sole wird durch die natürliche Verdunstung des Wassers erhöht. Das Funktionsprinzip ähnelt somit dem einer Saline.
Vom 16. zum 17. Jahrhundert hatte sich als wirksame technische Innovation immer stärker die sogenannte Dorngradierung durchgesetzt, die es im Prinzip allen Salinen, auch solchen, deren Solequellen eine geringere Lötigkeit aufwiesen, ermöglichte, eine konzentrierte Sole zu versieden, und bei der die Sole durch meterhohe Wände von Dorngestrüpp aus den Zweigen des Schwarzdorns (Prunus spinosa) rieselte und von Wind und Sonne konzentriert wurde. Gleichzeitig setzen sich Verunreinigungen der Sole (wie z. B. Kalk oder Gips) im Reisig ab und bilden den grau-braunen Dornstein.
Dieses technische Verfahren verdrängte die sogenannte Strohgradierung aus den Gradierhäusern vollkommen, da sie das schnell faulende und die Sole verunreinigende Stroh überflüssig machte und sogar zur Reinigung der Sole beitrug. Die hohen Holzgerüste der Dorngradierungen, die Pumpen und die immer größer werdenden Siedeeinrichtungen erforderten allerdings einen hohen Kapitalaufwand mit der Folge, dass im Zuge der aufkommenden merkantilistisch-kameralistischen Wirtschaftspolitik in vielen Territorien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zunehmend staatliche Monopolsalinen gegründet wurden.
Bei den ersten Dampfkraftwerken dienten Gradierwerke der Abfuhr der überschüssigen Prozesswärme aus dem Kondensator. Später übernahmen effizientere Kühltürme diese Aufgabe.
Das Gradierwerk in Bad Nauheim gehört zu den ältesten in Deutschland. Die am höchsten konzentrierte Sole wird mit 27 % Salzgehalt im thüringischen Bad Salzungen gewonnen.
Die insgesamt acht Bad Kreuznacher Gradierwerke haben zusammen eine Länge von ca. 1100 m. Da die Sole hier keinen Gips enthält, müssen die Dornwände nicht so häufig erneuert werden.
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Nutzung für Kurzwecke
Gradierwerke werden in Deutschland oft zu Kurzwecken betrieben. Duch die herabrieselnde Sole wird die Luft in der Nähe des Gradierwerks mit Salz angereichert, die Wassertröpfchen binden Partikel in der Luft. Dies wirkt sich ähnlich wie bei Seeluft beispielsweise bei Pollenallergikern und Asthmatikern und anderen positiv aus.
Städteliste
Gradierwerke gibt es heute (teils auch für Kurzwecke neu errichtet), u. a. in
- Bad Dürkheim, siehe Gradierwerk (Bad Dürkheim)
- Bad Dürrenberg
- Bad Dürrnberg (Österreich)
- Hall in Tirol (Österreich)
- Bad Karlshafen
- Bad Kissingen
- Bad Kösen
- Bad Kreuznach (größte Gesamtanlage Europas)
- Bad Münder am Deister
- Bad Münster am Stein-Ebernburg
- Bad Nauheim
- Bad Oeynhausen
- Bad Orb
- Bad Reichenhall
- Bad Rothenfelde
- Bad Salzelmen
- Bad Salzdetfurth
- Bad Salzhausen
- Bad Salzuflen
- Bad Salzungen
- Bad Sassendorf
- Bad Sooden-Allendorf
- Bad Staffelstein
- Bad Sulza
- Bad Westernkotten
- Bad Wilsnack
- Bad Windsheim
- Ciechocinek (Polen)
- Duisburg, Revierpark_Mattlerbusch
- Eibach
- Erwitte-Bad Westernkotten
- Essen-Rüttenscheid, Grugapark
- Inowrocław (Polen)
- Grudziądz (Polen)
- Konstancin-Jeziorna (Polen)
- Lüneburg (nur für Kurzwecke errichtet)
- Merzig
- Ramsau bei Berchtesgaden
- Rheine
- Rheinfelden AG
- Salzkotten
- Schönebeck-Salzelmen
- Werl
- Werne
Siehe auch
Weblinks
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