Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Hügelgrab

Aus Kefk.

(Weitergeleitet von Grabhügel)
Wechseln zu: Navigation, Suche
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/c/ce/Evessen_Tumulus.jpg': No such file or directory.
Tumulus in Evessen, Landkreis Wolfenbüttel
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/e/ec/Magdalenenberg.jpg': No such file or directory.
Hügelgrab Magdalenenberg
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/c/c0/Huegelgrab.jpg': No such file or directory.
Grabhügel aus der Bronzezeit, ca. 1200 v.Chr.
Bild:ASC Hedgehog2 db.jpg
"Hedgehog" nahe Avebury
Bild:Gotland-Grabhuegel Bjaer.jpg
Röse von Bjärs (Gotland). Durchmesser 55 m, Höhe 6 m. Erdgedeckter Steinhügel der Bronzezeit
Bild:Lahnberge Hügelgrab 07.jpg
Hügelgrab im Botanischen Garten von Marburg aus der jüngeren Bronzezeit

Ein mitteleuropäisches Hügelgrab oder ein Grabhügel ist eine Erdaufschüttung unter der bzw. in der sich Grablegen befinden. Es sind Körperbestattungen mit und ohne Baumsarg, Sarkophage, Steinkisten (aus zusammengestellten Steinplatten) oder hölzernen Kammern (Kammergräber), aber auch Urnengräber und ausgestreuter Leichenbrand zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Zeitstellung

Hügelgräber wurden während mehrerer Epochen errichtet. Es beginnt Ende der Jungsteinzeit und endet im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr., vorherrschend sind jedoch die Grabhügel der Bronze- und der frühen Eisenzeit.

Typisch wird die Bestattung unter dem Erdhügel in Mittel- und Nordeuropa für die Schnurkeramische Kultur oder Einzelgrabkultur bzw. Streitaxtkultur. Die zunächst niedrigen Hügel liegen oft auf Grabhügelfeldern wie die "Mansenberge" im Emsland, das "Pestruper Gräberfeld" in der Wildeshauser Geest. Die älteren Hügel nehmen (teilweise durch mehrfache Überbauung) zuerst in Dänemark an Höhe zu. Es folgen die mitunter von kleinen Gräben umschlossenen Hügel der Hügelgräberkultur in der mittleren Bronzezeit wie die "Plaggenschale" bei Osnabrück. Auch in der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit) gibt es zahlreiche Hügelgräber, wie den Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen aus der Stufe Hallstatt D1, das dendrochronologisch an das Ende des 7. Jahrhundert v. Chr. datiert. Das Hügelgrab von Eichlehen im Frankfurter Stadtwald datiert in die Stufe Hallstatt C1-2. Das abgebildete Grab von Hochdorf an der Enz stammt ebenfalls aus der Hallstatt-Zeit (HaD). Hügelgräber finden sich auch noch in der späten Kaiserzeit und im Frühmittelalter, in England z.B. in Sutton Hoo.

Formen

Die Hügel können niedrig (um 1 m) oder hoch (2 bis ca. 13 m) und außen von kleinen Gräben oder Steinkreisen umgeben sein. Kreisförmige Einbauten aus Steinkreisen im Innern (Ausgrabung Uelzen, Stadthafen) oder Kreissegmenten (niedriger Größe) werden als bauliche Mittel zur Statikverbesserung der Hügel verstanden, könnten aber durchaus auch rituellen Bezug haben. Der Durchmesser der Aufschüttung kann von wenigen Metern bis zu mehr als 100 m reichen. Ein weiteres Phänomen sind "sichelförmige Anbauten". Solche Hügel finden sich besonders in Ostwestfalen und im Elb-Weserdreieck. Ein typischer Beigabenbefund aus diesen Hügeln (wie der von Bad Driburg) besteht aus einer Doppelradnadel und längsgerippten Stollenarmbändern. Der hallstattzeitliche Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen hat rd. 46.000 m³ Schüttungsmasse. Dort fand man – neben einer zentralen Grabkammer – in der Aufschüttung 126 Nebengräber mit insgesamt 136 Bestattungen.

Die größten Grabhügel überhaupt sind wohl die Hügel über den Gräbern der frühen chinesischen Kaiser. Sie verbergen riesige unterirdische Grabanlagen.

Grabhügel sind weder zeitlich noch kulturell oder regional einzugrenzen. Es gibt sie in der Steinzeit Europas ebenso wie in der Bronzezeit oder Eisenzeit. Die Griechen warfen in der Antike für ihre Helden ebenso Grabhügel auf. Grabhügel gibt es auch aus römischer Zeit und aus der Merowingerzeit. Die Wikinger in Skandinavien bestatteten Herrscher in Grabhügeln, die über einem Schiff aufgeworfen wurden (z.B. Schiffsgrab von Gokstad oder Osebjerg für die Königin Åse).

Archäologen haben mit der „Hügelgräberkultur (HGK)“ verschiedene lokale Kulturgruppen der Bronzezeit Europas vom Karpatenbecken bis zum Rheinland zusammengefasst, bei denen Grabhügel üblich waren.

Ein künstlicher Hügel, der weitgehend oder völlig aus Steinen besteht, wird englisch Cairn, auf schwedisch Rojr (Röse) genannt. Neben diesen Bezeichnungen sind in der Archäologie "Tumulus", "Barrow" und "Burial Mound" (englisch), "Tertre funéraire" (französischer Sprachraum) gebräuchlich. Die Steinhügel sind vielfach im selben Gebiet verbreitet in dem auch Megalithanlagen und Menhire vorkommen.

Wie weit Berge die Vorbilder für spätere Grabanlagen aus Stein waren, und ob die Pyramiden in Ägypten oder in Mittelamerika als Götterberge zu verstehen sind, bleibt der weiteren Forschung vorgehalten.

Verbreitung

Hügelgräber finden sich in Eurasien in zahlreichen Ländern und Kulturen.

Europa

Britische Inseln

In Großbritannien finden sich Hügelgräber (etwa 200) Long- und (etwa 40) Round-Barrows, aus der Jungsteinzeit. Vor allem in den Grafschaften Dorset, Hampshire, Yorkshire und Wiltshire, hier rund um die Ortschaft Avebury aber auch in Schottland gibt es diese Grabhügel mit ganz unterschiedlicher Detailgestaltung. Keine Hügelgräber sind Megalithanlagen, die zwar mit Erde bedeckt sind, wie der West Kennet Long Barrow, aber als Megalithic Tombs bezeichnet werden. Einige Long Barrows sind also keine Hügelgräber im eigentlichen Sinne. Auch der Silbury Hill, der noch nicht vollständig untersucht werden konnte, ist vermutlich kein Hügelgrab.

Frankreich

In Frankreich wo diese Grabhügel Tumuli heißen, finden sie zwei unterschiedliche Formen. Zum einen die spermienförmigen Langhügel (über 200 m) der mittelneolithischen Cerny Kultur im Pariser Becken, zum anderen die Tumuli in der Bretagne, darunter der Tumulus St. Michel in Carnac als größter Erdhügel auf dem Kontinent. Der Tumulus ist für die Öffentlichkeit gesperrt und nur noch für wissenschaftliche Zwecke zugänglich. Im Jahre 1993 stellten Ch. Boujot & S. Cassen eine Untersuchung vor nach der die bretonischen Ganganlagen Vorläufer hatten in kleinen runden, rechteckigen im Hügel längs und quergestellten Kammern. Darunter fallen im Morbihan z.B. die Anlagen: Mané Pochat er Uieu, Mané Hui, Mané Ty ec, Le Manio I + II und Kerlescan.

Deutschland

Wikipedia Ort Landkreis Bundesland Denkmal Zeit Stufe
Auleben Auleben Nordhausen Thüringen Grabhügelfeld ca. 1500 bis 1200 v. Chr. Bronzezeit, Jungsteinzeit
Benther Berg Badenstedt Region Hannover Niedersachsen Hügelgräber ca. 1800 bis 1100 v.Chr. Nordische Ältere Bronzezeit
Kreuzlinger Forst/Mühltal Gauting Region München Bayern Hügelgräber ca. 2000 bis 1500 v.Chr. Bronzezeit
Germanengrab (Itzehoe) Itzehoe Kreis Steinburg Schleswig-Holstein Hügelgräber ca. 1500 bis 1300 v. Chr. Bronzezeit
Giesen (Ortschaft) Giesen (Ortschaft) Landkreis Hildesheim Niedersachsen Hügelgräber ca. 1600 bis 1200 v. Chr. Bronzezeit
Glauberg Glauburg Wetteraukreis Hessen Fürstengräber 5. Jahrhundert v. Chr. Frühkeltische Zeit
Grabhügelfeld von Bonstorf Bonstorf Landkreis Celle Niedersachsen Grabhügelfeld ca. 1500 bis 1200 v. Chr. Bronzezeit, Jungsteinzeit
Lahnberge Marburg Landkreis Marburg-Biedenkopf Hessen >200 Hügelgräber ca. 1600 bis 5. Jahrhundert v. Chr. Mittlere Bronzezeit (Hügelgräberkultur), Späte Bronzezeit (Urnenfelderkultur), Eisenzeit (Hallstattkultur)
Hohmichele Hundersingen Landkreis Sigmaringen Baden-Württemberg Fürstengrab ca. 600 bis 450 v. Chr. Hallstattzeit
Grabhügel von Hochdorf Hochdorf an der Enz Landkreis Ludwigsburg Baden-Württemberg Hügelgrab 5. Jahrhundert v. Chr. Hallstattzeit
Grabauer Gräberfeld Grabau (Stormarn) Kreis Stormarn Schleswig-Holstein 9 Grabhügel 6500 - 5500 v. Chr. Jungsteinzeit
Beckdorf Beckdorf Landkreis Stade Niedersachsen Hügelgräber
Heidelberg Wiera Schwalm-Eder-Kreis Hessen Hügelgrab Bronzezeit
Lehbühl Schlaitdorf Landkreis Esslingen Baden-Württemberg Hügelgrab ca. 600 bis 400 v. Chr. Hallstattzeit
Willhofer Berg Willhof Landkreis Schwandorf Bayern Hügelgräber ca 1516 v. Chr. Mittlere Bronzezeit, Frühlatenezeit
Mellingstedt Lemsahl-Mellingstedt Hamburg-Wandsbek Hamburg Hügelgräber Bronzezeit
Daxberg Daxberg (Mömbris) Landkreis Aschaffenburg Bayern Hügelgräberfeld ca. 2000-800 v. Chr. Eisenzeit
Daxberg Daxberg (Erkheim) Landkreis Unterallgäu Bayern Hügelgräberfeld 8. Jahrhundert v. Chr. Eisenzeit
Höltinghausen Höltinghausen Landkreis Cloppenburg Niedersachsen Hügelgräberfeld
Hohenfelde Hohenfelde (Mecklenburg) Landkreis Bad Doberan Mecklenburg-Vorpommern 7 Hügelgräber ca. 1700 v. Chr. Bronzezeit
Plankenheide Nettetal Kreis Viersen Nordrhein-Westfalen Hügelgrab
Kranzberger Forst Kranzberg Landkreis Freising Bayern 19 Hügelgräber Bronzezeit
Neu Quitzenow Neu Quitzenow Landkreis Güstrow Mecklenburg-Vorpommern 2 Hügelgräber ca. 1800 bis 600 v. Chr.
Maaschwitz Maaschwitz Muldentalkreis Sachsen Hügelgräber
Königsgrab von Seddin Seddin Landkreis Prignitz Brandenburg Fürstengrab 8. Jahrhundert v. Chr. Bronzezeit
Pestruper Gräberfeld Wildeshausen Landkreis Oldenburg Niedersachsen ca. 500 Grabhügel ca. 900 bis 200 v. Chr. Bronzezeit
Plaggenschale Plaggenschale Landkreis Osnabrück Niedersachsen
Mansenberge Groß Berßen Landkreis Emsland Niedersachsen Großsteingrab 2000 v.Chr. Megalithkultur
Magdalenenberg Villingen Schwarzwald-Baar-Kreis Baden-Württemberg Fürstengrab ca. 616 v. Chr. Hallstattzeit
Tumulus von Nennig Nennig Landkreis Merzig-Wadern Saarland Grabhügel Bronzezeit
Wagengrab von Bell Bell (Hunsrück) Rhein-Hunsrück-Kreis Rheinland-Pfalz Wagengrab 500 v. Chr. Hallstattzeit
Winckelbarg Landkreis Stade Niedersachsen
Naturschutzgebiet Schweinert Falkenberg Landkreis Elbe-Elster Brandenburg Größtes Hügelgräberfeld in Mitteleuropa (642 Hügel) ca. 1000 v. Chr.
Breitenfeld Neuhausen ob Eck Landkreis Tuttlingen Baden-Württemberg 21 Grabhügel ca. 700 v. Chr bis 450 n. Chr. Hallstattzeit

Österreich

Nordeuropa

Die Hügelgräber in Skandinavien (dänisch: Gravhøj, schwedisch: Gravhög, plur. Gravhögar) wurden (wie die in der norddeutschen Tiefebene) ab dem Endneolithikum bis ins 11. Jahrhundert n. Chr. angelegt. Viele dänische Hügel sind ausnehmend groß. Von den kleineren sind viele in der Zwischenzeit durch Pflügen zerstört worden. In Dänemark, besonders aber in Schweden gibt es große bronzezeitliche Steinhügelgräber (Röse) und kleine (2-3 m) runde Steingräber. Einige sind kreisrund ummauert, wie die Trullhalsar auf Gotland, und sehen wie hochgelegte Beete aus.

Osteuropa

Bild:Wesiory3.jpg
Hügelgräber bei Wesiory, Polen

Die Kurgane (Rundhügel mit Einzelbestattungen) in Moldawien, Südrussland, Ukraine, Rumänien und Bessarabien wurden von halbnomadischen Völkern der Balkengrab- und Grubengrabkultur errichtet und waren ein Charakteristikum der Steppe. Die Hügelgräber im Norden Polens, z. B. in Wesiory, werden zumeist aus Skandinavien stammenden Goten zugeschrieben.

Südeuropa

[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/4/48/Banditaccia_Tumulus.jpg': No such file or directory.
Tumulus in der etruskischen Nekropole Banditaccia bei Cerveteri

Die Etrusker errichteten ab dem 7. Jahrhundert v.Chr. Totenstädte in denen sich zahlreiche Tumuli befanden. Sowohl einfache Erdhügel als auch fest ummauerte Grabhügel mit unterirdischen Grabkammern wurden in Cerveteri, Populonia und anderen etruskischen Ausgrabungsstätten gefunden.

Afrika

Ägypten

In Ägypten wurden Tumuli bis zum Ende der vordynastischen Zeit für Beerdigungen genutzt, sind somit die Vorläufer der Mastabas und der Pyramiden.

[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/3/3f/NintokuTomb.jpg': No such file or directory.
Grabanlage des Nintoku-Tennōs

Sudan

In fast allen nubischen Kulturen (z.B. C-Gruppe, X-Gruppe, aber auch in historischer Zeit) kommen Hügelgräber vor.

Asien

Japan

In Japan werden die Tumuli, die verstorbenen Machthabern errichtet wurden, als Kofun bezeichnet. Die Kofun-Zeit der japanischen Geschichte (etwa 300-552, japanische Epochengliederung: etwa 300-710) leitet ihren Namen von diesen Gräbern her, deren größtes mehr als 700 Meter lang ist.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Hügelgrab – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort H%C3%BCgelgrab, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge