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Godspell

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Godspell ist ein amerikanisches Off-Broadway Musical aus dem Jahr 1971 (eine als Studentenaufführung produzierte Vorläuferfassung entstand bereits 1970), dessen Handlung auf dem Matthäus-Evangelium basiert. Das Textbuch stammt von John Michael Tebelak, die Musik und einige der Songtexte von Stephen Schwartz. Wie die Rock-Oper Jesus Christ Superstar entstammt es der Zeit einer Jesus-Bewegung (Jesus-People) in den USA, die sich auch auf andere Länder ausdehnte.

Die Handlung folgt ziemlich genau der Schilderung des Matthäusevangeliums von der Taufe Jesu im Jordan über die Berufung der Jünger, die verschiedenen Gleichnisse, die Bergpredigt bis zu Verrat, Gefangennahme und Kreuzigung.

Eine Filmversion des Musicals erschien 1973, gedreht in New York, mit Victor Garber als Jesus, David Haskell als Johannes der Täufer/Judas, und Lynne Thigpen in ihrer ersten Filmrolle. Eine der Filmlocations war das Dach der Twin Towers des World Trade Centers .

Aufführungen im Londoner West End folgten bereits 1971, 1972 erfolgte die deutschsprachige Erstaufführung, und im Juni 1976 hatte das Stück Premiere am Broadway.

Zur Geschichte

Der junge Student John Michael Tebelak schrieb 1970 das Stück "Godspell", nachdem ihn eine Ostermesse derartig gelangweilt und mit mehr Fragen als Antworten zurück gelassen hatte, dass er, in einer evangelischen Familie aufgewachsen, dem Christentum fast vollständig entsagt hätte. Zudem wurde er nach jenem Gottesdienst noch von der örtlichen Polizei untersucht, die ihn aufgrund seiner langen Haare für ein Drogenabhängigen hielt. Jener Vorfall inspirierte ihn zu dem Drehbuch von "Godspell", dass er als Studienarbeit in seinem Fach der Theaterwissenschaften einreichte und im gleichen Jahr an seiner Universität, der Carnegie-Mellon-University, aufführen ließ.

Mit großen Ideen und Mut zum Risiko brach er sein Studium ab, ging nach New York und bot das Stück dem "Off-Off-Broadway"-Theater "La Mama" an. Tatsächlich wurde "Godspell" dort einige Wochen gespielt. In dem illustren Publikum befanden sich auch einige Produzenten, die Interesse an dem Musical zeigten, jedoch nur unter der Bedingung, dass die Musik komplett neu geschrieben und arrangiert werden sollte. Tebelaks Songs waren zu der Zeit eigentlich nur verschiedene Kirchengesänge aus verschieden Epochen und Ländern, die allerdings mit Hardrockmusik unterlegt waren.

Der damals 22-jährige Stephen Schwartz bekam nun die Aufgabe, neue, massentaugliche Stücke für "Godspell" zu komponieren, eine Sisyphusarbeit, die er innerhalb von nur fünf Wochen leistete. Der einzige Song, der ihm gefiel und aus der Originalaufführung blieb, war die Ballade "By my side" (deut.:"Hier bei mir"), welches auch von einem damaligen Schauspieler, nicht von Tebelak, geschrieben worden war.

1971 fand die Off-Broadway-Premiere von "Godspell" statt. Für fünf Jahre waren sämtliche Aufführungen schon im voraus ausverkauft, sodass die Aufmerksamkeit der Presse und der Intellektuellenszene New Yorks nicht auf sich warten ließ: es wurde im berühmten Ambassador-Theater aufgeführt, wo es über 500 Mal über die Bühne lief, bis es 1977 aus dem Programm genommen wurde. Inszenierungen in London und ein bekannter, für den Golden Globe nominierter Film, folgen. Das Ensemble wurde sogar vom damaligen Papst in den Vatikan eingeladen.

In den 90ern wurde "Godspell" in Australien und Großbritannien vollends bekannt und gefeiert, in Deutschland war es bereits in der Hamburger St. Petrikirche aufgeführt worden, blieb jedoch dem normalen Theaterpublikum weitgehend unbekannt. Der Komponist Stephen Schwartz schien von der deutschen Inszenierung enttäuscht und verärgert gewesen zu sein. Nach einer desaströsen Berliner Aufführung 1994 entzog er dem deutschen Verlag sämtliche Aufführungsrechte. "Godspell" durfte fast ein Jahrzehnt nicht mehr in Deutschland aufgeführt werden. Erst die Landesbühne Hannover unternahm einen erneuten Ansatz, das Stück nach Deutschland zu holen. Der Intendant dieses Theaters, Gerhard Weber, fertigte - in enger Zusammenarbeit mit Stephen Schwartz - eine neue, dem Original entsprechende Übersetzung an und holte sich auch Schwartz´ schlussendliche Genehmigung. 2004 gab es nun wieder eine deutsche Inszenierung von "Godspell", die allerdings nur durch Kirchen tourte. Das Projekt wurde von der evangelischen Hanns-Lilje-Stiftung unterstützt, von deren Seite es jedoch auch, das erste Mal in der Geschichte des Stücks übrigens, teilweise heftige Kritik hagelte, das Stück würde den christlichen Glauben nicht in seiner Gesamtheit zeigen und zelebrieren.

Tatsächlich scheint sich das religiös-politische Klima in den USA geändert zu haben. Eine geplante Schulinszenierung aus dem Jahre 2005 wurde im Namen der Regierung unter George W. Bush verboten, aufgrund von angeblicher Blasphemie und angedeuteter Obszönitäten. Vor allem aber letzterer Vorwurf ist offensichtlich völlig aus der Luft gegriffen und haltlos. Über den Wahrheitsgehalt der ersten Anschuldigung lässt sich streiten.

Weblinks

Wikipedia
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