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Glimmer

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Glimmer

Tonerdeglimmer Muskovit
Chemismus (K,Na,Ca)(Al,Mg,Fe,Li)2-3(OH)2(Si,Al)4-5O10
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse ___
Farbe variabel, häufig weiß, rosa, grün oder braunschwarz
Strichfarbe weiß
Härte 2 bis 4
relative Dichte 2,7 bis 3,3
Glanz ___
Opazität ___
Bruch ___
Spaltbarkeit ___
Habitus ___
häufige Kristallflächen ___
Zwillingsbildung ___
Kristalloptik
Brechzahl ___
Doppelbrechung ___
Pleochroismus ___
optische Orientierung ___
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ ___
weitere Eigenschaften
chemisches Verhalten witterungsbeständig, wird von Säuren angegriffen
Dielektrizitätszahl 5…8
Durchschlagsfestigkeit ca. 60 kV/mm
Isolationswiderstand 5 x 1014 Ohm x m
Dielektr. Verlustfaktor 2…15 x 10-4
ähnliche Minerale Chlorit, Vermiculit
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
besondere Kennzeichen ___

Glimmer bezeichnet eine Gruppe im monoklinen Kristallsystem kristallisierender Silikat-Minerale mit der komplexen chemischen Zusammensetzung (K,Na,Ca)(Al,Mg,Fe,Li)2-3(OH)2(Si,Al)4-5O10. Die in Klammern stehenden Atome können sich in beliebiger Mischung vertreten, stehen aber immer im selben Verhältnis zu den anderen Atomgruppen (Substitution). Glimmer hat eine verhältnismäßig niedrige Härte von 2 (parallel zu den Schichtebenen) bis 4 (alle anderen Richtungen), eine sehr variable, häufig weiße, grüne, braunschwarze oder rosa Farbe und eine weiße Strichfarbe.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Glimmer sind Schichtsilikate, bei denen Tetraeder aus Silicium und Sauerstoff in charakteristischen Schichten zusammenhängen, zwischen denen nur sehr schwache Bindungskräfte bestehen. An diesen Schichten lassen sich die tafeligen Kristalle des Minerals daher leicht spalten. Häufig findet man sechseckige elastisch verformbare Blättchen, die sich in schuppigen Aggregaten vereinigt haben.

Glimmerkristalle können zu erheblicher Größe heranwachsen; aus dem Ural in Russland sind 5 Quadratmeter große und 50 Zentimeter dicke Exemplare bekannt geworden.

Varietäten

Glimmerminerale

Helle Arten:

Dunkle Arten:

  • Biotit oder Eisenglimmer: ein Phlogopit, bei dem ein Teil des Magnesiums durch Eisen ersetzt ist
  • Vom Muskovit makroskopisch und lichtoptisch kaum zu unterscheiden ist der Natrium-Glimmer oder Natron-Glimmer Paragonit. Sein Vorkommen wird daher häufig unterschätzt.
  • Lepidomelan ist ein dunkler, sehr eisenreicher, durch Chlorwasserstoffsäure ziemlich leicht zersetzbarer Glimmer, der sich in Harzer, schottischen und irischen Graniten oder schwarzwälder und erzgebirgischen Gneisen findet.

Kunstglimmer (Mikanit)

Kunstglimmer ist aus Glimmerpartikeln mit einem Bindemittel gepresster Glimmer. Je nach Bindemittel hält er mehr oder weniger hohe Temperaturen aus, erreicht jedoch nicht die Werte natürlichen Glimmers, die Temperaturbeständigkeit beträgt teilweise nur 150°C, die Durchschlagsfestigkeit sinkt von ca. 60kV/mm auf ca. 12kV/mm[1].

Vorkommen

Glimmer sind häufige Bestandteile von magmatischen, metamorphen und Sedimentgesteinen. Die Varietät Muskovit findet sich beispielsweise besonders oft in quarzreichen Graniten oder Pegmatiten, daneben auch in metamorphen Gesteinen wie zum Beispiel Phyllit. Als sehr verwitterungsbeständige Varietät tritt sie auch in Sedimentgesteinen wie zum Beispiel Sandstein auf. Biotit verwittert wesentlich leichter und findet sich daher eher in Granit oder Diorit.

Verwendung

Bild:Mikanit.jpg
Mikanit bzw. Kunstglimmer (oben und rechts) und Glimmerscheiben (links) zur isolierten Montage von Transistoren
Aufgrund der leichten Spaltbarkeit entlang der Schichtebenen lassen sich Glimmer in dünne transparente Scheiben aufspalten, die aufgrund des hohen Schmelzpunktes des Minerals in industriellen Schmelzöfen als Glasersatz für Inspektionsfenster zum Einsatz kommen.

Glimmer und Kunstglimmer wird als elektrischer Isolator und als Trägermaterial für Heizdrähte verwendet (Lötkolben, Toaster, Elektroherd). Glimmer hält Temperaturen von über 600°C aus.

Glimmerscheiben werden als Isolierscheibe zwischen Leistungs-Halbleiterbauelementen und deren Kühlkörper verwendet.

Weiterhin wird Glimmer als Dielektrikum für sehr verlustarme Kondensatoren für hohe Frequenzen und Leistungen, als Fenstermaterial von Zählrohren und - in Form von Kunstglimmer - in Mikrowellenöfen eingesetzt.

Mit anorganischen Interferenzschichten, beispielsweise Siliciumdioxid und Titandioxid beschichteter Glimmer wird seit Mitte der 80er Jahre unter anderem in Automobillacken und Kosmetika eingesetzt (Iriodin) und erzeugt den sogenannten „Perlglanzeffekt“.

Außerdem findet Glimmer unter der INCI Bezeichnung Mica (CI 77019) Anwendung in allen Arten von dekorativer Kosmetik.

Als Plattenwerkstoff wird das Material im Schiffsbau, Hochbau und in der Fertigung von Kaminen eingesetzt.

Hauptproduzenten sind die USA und die Volksrepublik China.

Geschichte

Glimmer wurden bereits 1546 von dem Mineralogen Georgius Agricola erwähnt. Wo Glimmer leicht und zu günstigen Preisen erhältlich, Glas dagegen zu teuer war, wurde das Mineral insbesondere in ländlichen Gegenden für Fensterscheiben verwendet. Im 20. Jahrhundert wurden Glimmer erstmalig durch Charles-Victor Mauguin mit Röntgenstrahlen untersucht.

Siehe auch: Liste von Mineralen

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Category:Mica – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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