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Gleitsichtglas

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Ein Gleitsichtglas ist ein modernes Brillenglas zur Korrektion bei Alterssichtigkeit - auch Presbyopie genannt. Je nach Entfernung des Objektes wölbt sich die Augenlinse unterschiedlich stark. Bei der Alterssichtigkeit ist diese Elastizität eingeschränkt - die Linse verhärtet und verdickt sich. Das Einstellen des Auges auf Objekte in der Nähe wird erschwert; die Folge sind Probleme vor allem beim Lesen und Arbeiten im Nahbereich. Erstes Anzeichen dafür ist die Gewohnheit, Buch oder die Zeitung weiter weg zu halten. Hier kann bereits eine Lesebrille für den Schärfenbereich von ca. 40 cm helfen. Für andere Einsatzbereiche sind Mehrstärken- oder Gleitsichtgläser angenehmer.

Bei Mehrstärkengläsern (Bifokal- bzw. Trifokalgläser) wird eine spezielle Fläche für den Nahbereich eingeschliffen und bei Bedarf eine weitere für die mittlere Entfernung. Der Vorteil: Lästiges Brillenwechseln oder der Blick über den Brillenrand entfallen. Im Gegensatz zu Gleitsichtgläsern besteht jedoch eine sichtbare Trennlinie zwischen den einzelnen Sehbereichen.

Für ein optimales Seherlebnis von Nah bis Fern wurden Gleitsichtgläser entwickelt. Gleitsichtgläser sind in drei stufenlos angeordneten Zonen aufgeteilt:

  • Obere Zone für Fernsicht,
  • mittlere Zone für Zwischenentfernungen und
  • untere Zone für Nahsicht.

Die Glasstärke zwischen diesen Bereichen ändert sich stetig. Ein Übergang wie bei den Bifokalbrillen ist hier nicht zu sehen. In modernste Gleitsichtgläser fließen bei der Herstellung neben der Sehstärke auch die ganz persönlichen Daten des Gesichts (u.a Pupillendistanz, Hornhautscheitelabstand etc.) und die Daten der gewählten Brillenfassung (Fassungsscheibenwinkel, Fassungsvorneigung etc.) ein. Ein hoher Grad an Individualisierung sorgt dabei für eine schnellere Eingewöhnungsphase und einen deutlich verringerten Schaukeleffekt. Die weltweit ersten, individuellen Gleitsichtgläser, die die persönlichen Parameter des Trägers berücksichtigen, wurden 2000 annähernd zeitgleich von den deutschen Glasherstellern Rodenstock und Carl Zeiss (Unternehmen) auf den Markt gebracht. Weitere Gleitsichtglashersteller sind u.a. Essilor (Erfinder des Gleitsichtglases 1959) oder Hoya.


Vorteile von Gleitsichtbrillen

  • Es wird nur eine Brille für Ferne und Nähe benötigt.
  • Der gleitende Übergang zwischen den Stärken wird oft angenehmer empfunden als der harte Übergang bei Bifokalbrillen.

Besonderheiten von Gleitsichtbrillen

  • Viele Menschen kommen spontan mit Gleitsichtgläsern zurecht, insbesondere mit den guten und sehr guten Qualitäten. Grundsätzlich muss das "Sehprogramm" im Gehirn adaptiert werden. Dafür ist oft eine gewisse Eingewöhnungszeit (von wenigen Tagen bis zu etwa drei Wochen) nötig, in der die Gleitsichtbrille täglich länger getragen und bei eventuellen Unannehmlichkeiten wie leichtem Schwindel, Druck oder Kopfschmerzen für den Rest des Tages wieder zur bisher gewohnten Brille gewechselt wird.
  • Der Seh-Bereich für Ferne bzw. Nähe ist kleiner als bei einer Einzelbrille, kann aber durch Individualisierung der Gleitsichtgläser optimiert werden.
  • Linien und Ebenen erscheinen verzerrt - hier lassen sich am deutlichsten die Unterschiede zwischen niedrig- und hochpreisigen Gleitsichtgläsern feststellen. Während der Gewöhnungsphase tritt bei manchen Menschen der Eindruck auf, der Boden sei gewölbt (Schaukeleffekt).
  • Das Schätzen von Entfernungen kann während der Eingewöhnungsphase erschwert sein.
  • Bei Augenerkrankungen mit sich verändernden Seheigenschaften sind Gleitsichtbrillen aufgrund der hohen Kosten ihrer Anfertigung nur bedingt geeignet.
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