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Glagolitische Zahlen
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Die glagolitischen Zahlen sind ein in glagolitisch geschriebenen Texten benutztes Zahlensystem. Ähnlich wie das griechische milesische System und wie die kyrillischen Zahlen ist es ein Additionssystem, bei dem Buchstaben als Zahlzeichen für 1 bis 9, die Zehner von 10 bis 90 und die Hunderter von 100 bis 900 stehen. Anders als das griechische und wohl auch das kyrillische System (aber ebenso wie das armenische, das Konstantin-Kyrill gekannt hat[1]) scheint das Glagolitische aber auch über Zahlzeichen für die Tausender verfügt zu haben (von denen jedoch nur einige belegt sind).
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Von den kyrillischen Zahlen unterscheiden sich die glagolitischen vor allem dadurch, dass die sich die Zahlenwerte der einzelnen Buchstaben nach der Reihenfolge des glagolitischen Alphabets richten und nicht nach den Entsprechungen im griechischen Alphabet. Dadurch kann es bei kyrillischen Texten, die aus einer glagolitischen Vorlage abgeschrieben wurden, zu Transliterationsfehlern kommen, indem etwa glagolitisch
(k) ‘40’ mit kyrillisch к (k) ‘20’ oder gar
(č) ‘1000’ mit ч (č) ‘90’ wiedergegeben wird.
Details zur Kombination der Zahlzeichen sind dem Artikel Kyrillische Zahlen zu entnehmen.
Quellen
- ↑ Vgl. Nikolaos Trunte: „Ex Armenia lux. Konstantin-Kyrill und Mesrop-Mašt‘oc‘“, in: Palaeoslavica 5 (1997), S. 31–57.
- „Fünfzehnte Lektion“ in: Nikolaos H. Trunte, Словѣньскъи ѩзыкъ: Ein praktisches Lehrbuch des Kirchenslavischen in 30 Lektionen. Zugleich eine Einführung in die slavische Philologie. Bd. 1: Altkirchenslavisch. München 52003. ISBN 3-87690-480-3. S. 253–280.
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