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Gitter (Mathematik)

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In der Mathematik sind Gitter in gewissem Sinne regelmäßige Mengen. Sie finden u.a. Anwendung in der Gruppentheorie und der Geometrie.

Inhaltsverzeichnis

Gitter im euklidischen Raum

Es sei (b_1,\dots,b_m) ein linear unabhängiges Tupel von Vektoren im euklidischen Raum \mathbb{R}^n. Dann heißt

\Gamma = \langle b_1,\dots,b_m \rangle_\mathbb{Z} = \left\{\sum\limits_{i=1}^ma_ib_i | a_i\in\mathbb{Z}\right\}

ein Gitter mit Basis (b_1,\dots,b_m) vom Rang m. Es heißt B:=(b_1,\dots,b_m)\in\mathbb{R}^{n\times m} eine Basismatrix von Γ und

\det\Gamma := \sqrt{\left|\det\left(B^tB\right)\right|}

die Determinante von Γ. Rang und Determinante eines Gitters sind von der Wahl der Basis unabhängig. Γ ist eine freie abelsche Gruppe vom Rang m.

Die kompakte Menge

\mathcal{F}_\Gamma := \left\{\sum\limits_{i=1}^ma_ib_i | 0\leq a_i\leq 1\right\}

heißt die Grundmasche von Γ.

Man kann auf \mathbb{R}^n mittels eines Gitters Γ eine Äquivalenzrelation wie folgt definieren:

x\equiv_\Gamma y \,:\Leftrightarrow\, y-x\in\Gamma

Demnach sind zwei Punkte äquivalent modulo Γ, wenn sie relativ zum Ursprung ihrer Masche die gleiche Position einnehmen.

Ein Gitter Γ heißt ganz, falls für alle x, y \in \Gamma gilt:  x \cdot y \in \mathbb{Z}, gilt zudem noch: x \cdot x \in 2\mathbb{Z} spricht man von einem geradem Gitter.

Gitter in der komplexen Zahlenebene

Indem man die komplexe Zahlenebene \mathbb C als reellen Vektorraum auffasst, kann man von Gittern in \mathbb C sprechen; sie sind freie abelsche Gruppen vom Rang 2. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Theorie der elliptischen Funktionen und elliptischen Kurven.

Ist allgemeiner g eine natürliche Zahl, so stehen Gitter im reell 2g-dimensionalen Raum \mathbb C^g in Beziehung zu komplexen Tori und abelschen Varietäten.

Beispiele

  • Sei Γ das zur Basismatrix \begin{pmatrix}1 & 0,5 \\ 0 & \sqrt{2}\end{pmatrix} gehörige Gitter vom Rang 2. Dann ist \det\Gamma = \sqrt{2}.
  • Sei \Gamma:=\mathbb{Z}^n\subseteq\mathbb{R}^n. Dann ist die Grundmasche von Γ der n-dimensionale Hyperwürfel \mathcal{F}_\Gamma=[0,1]^n, und es gilt z.B. (1.5, 0, \dots, 0)\equiv_\Gamma (-3.5, 1, \dots, 1).
  • Der Ring der gaußschen Zahlen \mathbb{Z}[\mathrm{i}] ist ein Gitter in \mathbb{C}.

Gitterreduktion

Die Gitterreduktion ist das Problem, aus einer gegebenen Gitterbasis eine Basis mit gewissen Eigenschaften zu berechnen, wie zum Beispiel eine Basis mit kurzen, nahezu orthogonalen Vektoren. Der LLL-Algorithmus (nach Lenstra, Lenstra und Lovász) berechnet in polynomieller Zeit eine sogenannte LLL-reduzierte Basis, mit deren Hilfe man sehr kurze Gittervektoren erhält. In der Tat liegt die Länge des ersten Vektors einer LLL-reduzierten Basis sehr nah an der Länge des kürzesten nichttrivialen Gittervektors.

Der LLL-Algorithmus hat zahlreiche Anwendungen in der Kryptanalyse von asymmetrische Verschlüsselungsverfahren, wie dem RSA-Kryptosystem und dem Merkle-Hellman-Kryptosystem, gefunden.

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge