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Gewandschneider

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Die Gewandschneider, auch Wandschneider genannt, waren Kaufleute des Mittelalters, die mit auswärtigen Tuchen handelten. Ihre Handelswaren stammten zunächst aus der Toskana, aus den Niederlanden und Flandern, später auch aus Schwaben, Aachen oder England.

Sie verkauften die Ware ballenweise oder im "Ausschnitt". Das Recht zum Ausschnitt, also dem abschnittweisen Verkauf der Tuche, war häufig Anlass zum Streit mit den Krämern, den Webern und Schneidern. Die Gewandschneider kamen schon früh zu Reichtum und verbanden sich mit den Patriziern. Sie saßen bald in vielen deutschen Städten im Rat und gewannen so an politischem Einfluss. Die Wandschneider waren im Mittelalter in Gilden und Zünften organisiert und die Gilde der Wandschneider stellte in der Regel auch Ratsmitglieder.

So waren es in der Hansestadt Hamburg die Wandschneider, die die alleinige Wählbarkeit in den Rat besaßen. Auch für die freien Reichsstädte Dortmund und Lübeck sind die Wandschneider als bürgerliche Mitglieder des Rates verbürgt.

Die in der Stadt Braunschweig in der Altstadt ansässigen Gewandschneider gründeten eine eigene Gilde, die Gewandschneider der anderen Stadtteile schlossen sich der Gilde der Lakenmacher an. Ein Zeugnis des Ansehens und des Reichtums der Braunschweiger Gewandschneider, die die vornehmste und älteste Gilde der Stadt waren, ist das in der Altstadt im 13. und 14. Jahrhundert erbaute Gewandhaus.

Literatur

  • IHK Braunschweig (Hrsg.): Das Gewandhaus zu Braunschweig. Vom „Kophus der Wandtsnidere der Altstadt“ zur „Industrie- und Handelskammer Braunschweig“, Braunschweig o.J. (um 1933)
  • Günter Jahn: Der Altstadtmarkt in Braunschweig. Geschichte und Geschichten, (= Stadtarchiv und Stadtbibliothek Braunschweig. Kleine Schriften; Band 18), Braunschweig 1988
  • E. Kober: Die Anfänge des deutschen Wollgewerbes, 1908
  • Werner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter, Braunschweig 1966
  • M. Stöven: Der Gewandschnitt in den deutschen Städten des Mittelalters, 1915
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