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Geschichte Ostfrieslands
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Die Geschichte Ostfrieslands hat durch die von Nordsee im Norden und Moore im Süden bedingte jahrhunderte dauernde relative Isolation in vieler Hinsicht eine eigenständige Entwicklung genommen.
Politisch bezeichnet Ostfriesland das Gebiet der ehemaligen Grafschaft Ostfriesland, ohne das oldenburgische Friesland (heute Landkreis Friesland), den Ostteil der Halbinsel samt der Insel Wangerooge und das von Preußen aufgebaute Wilhelmshaven. Das Gebiet der Grafschaft entspricht heute in etwa den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund und der kreisfreien Stadt Emden. Soweit es möglich ist, beschränkt sich dieser Artikel auf die Darstellung der Geschichte dieses Landstrichs.
Überblick (wichtige Daten):
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Frühgeschichte
Früheste Siedlungsnachweise auf dem Gebiet des heutigen Ostfriesland finden sich für jungpaläolithische Rentierjäger der Hamburger Kultur. Es folgen Nachweise mesolithischer Besiedlung und später neolithischer Siedlungen der Glockenbecherkultur, der Megalithkultur und der Schnurkeramiker. Die ältesten Funde in Ostfriesland wurden bei Hesel gemacht. Dort wurden unter anderem Reste einer alten Kultstätte gefunden. Aus der Jungsteinzeit (4000-2000 v. Chr.) liegen eine Reihe von Steinwaffen und Keramiken vor. Hünengräber (Utarp und Tannenhausen) und nichtdurchbohrte Steinbeile stammen aus dieser Zeit (Megalithiker). Den bedeutendsten Fund aus der Bronzezeit stellt die Goldscheibe von Moordorf dar. Doch die Bevölkerung dünnte sich mit einer Versumpfung der Landschaft merklich aus. Eine Neubesiedlung fand erst im zweiten Jahrhundert vor Christus statt. Die Siedler aus dem Großverband der Ingwäonen kamen wahrscheinlich aus Jütland und Skandinavien.
Nach der nur archäologisch zu erhellenden Vorgeschichte erschließt sich die Frühgeschichte Ostfrieslands teils über die Archäologie, teils über fremde, z.B. römische Quellen. Die Berichte von Plinius, Tacitus und Strabon sind, obwohl ihre Aussagen über Zahl, Verteilung und Form der Siedlungen recht allgemein sind, insofern wichtig, dass sie aussagen, dass die deutsche Nordseeküste schon in der Zeit um Christi Geburt bewohnt war. Plinius berichtet: "Das Küstenland bis zur Ems bewohnen die Friesen, nach diesen bis zur Weser die Klein-Chauken." Dies wird häufig auch so interpretiert, dass die Friesen bis beiderseits der Ems, die Chauken bis beiderseits der Weser lebten.
Die Grenze zwischen diesen Gruppen hätte sich also quer durch Ostfriesland gezogen. Es gibt Annahmen, dass Orte, deren Name heute auf "-um" (früher "-hem") endet, friesische Siedlungen waren (z.B. Jemgum, Bingum, Petkum, Borssum), Orte auf "-ens" hingegen ursprünglich chaukischen Ursprungs sind (z.B. Esens, Wiesens, Popens, Schortens).
Die Neusiedler lebten häufig unter primitivsten Verhältnissen auf Warften im von der See geplagten Land. In das Wohngebiet der Klein- und Groß-Chauken, letztere Bewohnten das Gebiet bis zur Unterelbe, drangen wahrscheinlich während der Völkerwanderung von Osten die Sachsen und von Westen die Friesen ein, verdrängten und assimilierten die Einwohner und nahmen das Küstengebiet in dauernden Besitz. Der Name der Chauken verschwand aus der Geschichte.
Die erste Erwähnung der Friesen steht in Zusammenhang eines Feldzug des römischen Feldherren Drusus, der im Jahre 12 vor Christus in den Friesen Verbündete fand. Doch bereits in den Jahren von 28 bis 47 lehnten sich die Friesen gegen die Ausbeutung durch die Römer auf, wie Tacitus berichtet. Auch wird für das Jahr 16 die Anwesenheit eines großen römischen Heeres an der Ems bei Jemgum angenommen.
Die Quellenlage zu den Friesen wird vom 4. bis 7. Jahrhundert sehr dünn. Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass um 300 die Bevölkerung erneut stark zurückgegangen war, allerdings um das Jahr 500 wieder sprunghaft anstieg. Im Zusammenhang mit dieser Ereignissen wird vermutet, dass die Friesen um diese Zeit einen starken Zuzug aus den umliegenden angelsächsischen Stammesgruppen zu verzeichnen hatten. Dabei kann bis heute nicht ganz geklärt werden, ob die bei den Römern erwähnten "Ur-Friesen" ("Frisii") überhaupt germanischen Ursprungs waren und erst durch den Zuzug "germanisiert" wurden, im Gegenzug den Neuankömmlingen allerdings auch ihren Stempel aufdrückten. Zudem waren in den Randgebieten auch durchaus sächsische Bewohner nicht unüblich. Die späteren Ostfriesen gingen also aus einer Mischung dieser Bevölkerungsgruppen hervor.
Im fränkischen Reich
Klarer sieht man die Geschichte erst ab der frühkarolingischen Zeit. Damals existierte ein friesisches Großreich ("Magna Frisia"), das weite Gebiete zwischen den Mündungen von Rhein und Weser umschloss und das von Königen beherrscht wurde, deren Namen teilweise überliefert sind. Der bekannteste der großfriesischen Könige ist wohl Radbod, um den sich viele ostfriesische Sagen und Erzählungen ranken. An vielen Orten wird er z.B. durch Straßennamen geehrt. Um das Jahr 1000 herum begannen die Friesen mit dem Bau der ersten Deiche, doch erst im 12. und 13. Jahrhundert wird die Küste komplett eingedeicht. Dennoch wurde das Land über Jahrhunderte bei großen Fluten immer wieder überschwemmt, ganze Orte vernichtet.
Das Großfriesische Reich war aber nur von relativ kurzem Bestand und fiel dann mit der Unterwerfung des östlichen Friesland durch Karl den Großen im Jahre 785 an die Franken. Unter Karl wurde Ostfriesland anschließend in zwei Grafschaften bzw. verschiedene Gaue aufgeteilt. Zu dieser Zeit setzte auch die Christianisierung durch die Missionare Liudger und Willehad ein. Ostfriesland wurde dann zum einen Teil dem Bistum Bremen, zum anderen dem Bistum Münster zugeschlagen.
Zeit der friesischen Freiheit
Mit dem Verfall des Karolingerreiches löste sich Ostfriesland aus den früheren Bindungen. Die auswärtigen Würdenträger wurden vertrieben und es entstand ein Verbund selbständiger, selbst verwalteter Landesgemeinden, die jeweils jährlich als ihre Vertreter so genannte "Redjeven" (Rechtsprecher, Ratsmänner) wählten, die sowohl die Gerichtsbarkeit ausübten als auch die Verwaltung und Organisation ihrer Bezirke regelten.
So blieb der im Mittelalter in Europa verbreitete Feudalismus in Ostfriesland unbekannt. Vielmehr verstanden sich die Friesen als freie Menschen, die keiner Obrigkeit verpflichtet waren außer dem Kaiser. Der Legende nach hatten die Friesen ihre weitreichenden Privilegien von Karl dem Großen erhalten.
Alljährlich versammelten sich während dieser Zeit der so genannten Friesischen Freiheit, die etwa vom 12. bis ins 14. Jahrhundert währte, Abgesandte der so genannten sieben friesischen Seelande am Upstalsboom nahe Aurich, um dort Recht zu sprechen und politische Entscheidungen von überregionaler Bedeutung zu treffen. Die Zahl Sieben hatte dabei aber nur symbolische Bedeutung. Zeitweile bestanden drei Dutzend mehr oder weniger selbstständige und reichsunmittelbare friesische Territorien von der Zuidersee bis zur Weser, die zu diesem Upstalsboom-Bund gehörten. Aufgrund dieser Vielfalt kam es aber recht selten vor, dass tatsächlich für das gesamte Friesland geltende Beschlüsse gefasst werden konnten.
Die Ostfriesischen Häuptlinge
Im Verlauf des 14. Jahrhunderts zerfiel die Redjeven-Verfassung zusehends und weitere Ereignisse wie zum Beispiel der Ausbruch der Pest und große Sturmflutkatastrophen sorgten für eine weitere Destabilisierung der Verhältnisse. Diese Situation machten sich in Ostfriesland einige einflussreiche Familien zu Nutze, die sich in der Redjeven-Zeit als Ratsleute- und Richter-Dynastien etabliert hatten. Diese konzentrierten immer mehr Macht in ihren Händen und schufen so ein Herrschaftssystem, in welchem sie schließlich als "Häuptlinge" (hovedlinge) in mehr oder weniger weiten Gebieten auftraten. Ihre Machtbereiche entsprachen geographisch häufig noch den alten Landesgemeinden.
Aber auch dabei etablierten sie aber kein Feudalsystem, wie es im übrigen Europa zu finden war, sondern eher ein Gefolgschaftssystem, das älteren Herrschaftsformen germanischer Kulturen im Norden ähnelte. Die Bewohner der jeweiligen Machtbereiche standen zwar in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Häuptling und waren diesem verschiedentlich verpflichtet, behielten im Übrigen aber ihre Freiheit und konnten sich auch anderweitig niederlassen. Leibeigenschaft blieb unbekannt.
Es folgte eine Zeit, geprägt vom ständigen Streit der Häuptlingssippen um Machtbereiche, Einfluss und Vorherrschaft. Zuerst schaffte es die Häuptlingsfamilie tom Brok eine Herrschaft aufzubauen, die weite Teile Ostfrieslands umfasste und somit landesherrliche Ausmaße annahm. Aber in der Folgezeit wurden die tom Brok von ihrem ehemaligen Gefolgsmann Focko Ukena gestürzt. Diese Wirren endeten, nachdem um 1430 Edzard Cirksena sich als Anführer eines Bundes der Freiheit gegen Ukena durchgesetzt hatte. Ulrich Cirksena, ein Angehöriger eines der letzten einflussreichen Häuptlingsgeschlechter, wurde von Kaiser Friedrich III. in den Reichsgrafenstand erhoben und wurde mit Ostfriesland als Reichsgrafschaft belehnt. Es gehörte zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.
Grafschaft und Fürstentum
Konflikte in der jungen Grafschaft
Unter der Herrschaft des in den Grafenstand erhobenen Hauses Cirksena entwickelte sich Ostfriesland zunächst gesellschaftlich und wirtschaftlich vorteilhaft. Die größte Ausdehnung erreichte die Grafschaft unter Edzard dem Großen, dem bedeutendsten Cirksena-Herrscher, unter dessen Herrschaft auch die Ausbreitung der Reformation in Ostfriesland begann und das Ostfriesische Landrecht konzipiert wurde. In dieser Zeit (1547 - 1625) lebte auch Ubbo Emmius, der bedeutende ostfriesische Humanist, Historiker und Gründungsrektor der Universität Groningen. Nach Edzard dem Großen brachte die Familie Cirksena allerdings nur noch wenige fähige Landesherren hervor.
Der Dreißigjährige Krieg
Während des Dreißigjährigen Krieges litt Ostfriesland große Not unter der Heimsuchung durch die Truppen des Grafen von Mansfeld. Die einzige Ausnahme bildete Emden, da der kurz zuvor fertig gestellte Emder Wall die Stadt vor der Einnahme durch fremde Truppen schützte. Die Grafen waren zu schwach, um den Mansfeldern und dessen Herren aus den Niederlanden etwas entgegenzusetzen.
Der Krieg sicherte kapitalkräftigen Juden durch den ständig wachsenden Geldbedarf der Kriegsparteien zwar einerseits ein Bleiberecht in Ostfriesland, belastete sie andererseits aber auch in einem bis dahin unbekannten Ausmaß. Die Liste ihrer finanziellen Verpflichtungen war lang. 1629 zahlten die Emder Juden (als Vertreter der jüdischen Gemeinden Ostfrieslands) 180 Gulden Schutzgeld im Jahr, 200 Gulden Torfgeld sowie etwa 2000 Gulden an diversen Verbrauchssteuern, insgesamt also 2580 Gulden. Hinzu kamen noch Mietzins, Heiratsgelder, außerordentliche Abgaben an den Landesherrn: 4 Gulden Schutzgeld pro Haushalt plus 150 Reichstaler Antrittsgeld.
Fürst gegen Landstände
Nachdem die Ordnung wieder hergestellt war, kam es zu einer unvergleichlichen Machtentfaltung der ostfriesischen Stände, die sich seit den niederländischen Befreiungskriegen bereits angedeutet hatte. Die Stände konnten sich weitgehend unabhängig vom jeweiligen Landesherrn machen und waren quasi zweiter Souverän im Lande. Zwar wurden die Cirksena nach dem Dreißigjährigen Krieg in den Reichfürstenstand erhoben, einen innenpolitischen Machtzuwachs brachte dies jedoch nicht mit sich. Die Rechte der Landstände wurden schließlich 1678 noch einmal unterstrichen, als Kaiser Leopold I. ihnen ein eigenes Wappen verlieh - ein einmaliger Vorgang für eine solche Institution.
Diese Konstellation führte zu vielen Streitfällen zwischen Ständen und Fürsten, aber der Versuch des Fürsten, die landesherrliche Macht wiederherzustellen, schlug fehl. Aus der damaligen Vertretung der ostfriesischen Stände ging später die Ostfriesische Landschaft hervor, die noch heute deren Wappen führt, sich inzwischen aber von einer politischen Institution zu einer Einrichtung der Kulturpflege gewandelt hat. Der innenpolitische Konflikt schwächte das Fürstentum allerdings erheblich.
Die erste Fehnsiedlung Ostfrieslands wurde 1633 von Emder Kaufleuten gegründet: Großefehn. Der abgebaute Torf wurde über Kanäle nach Emden verschifft. In den Folgejahren wurden noch einige weitere Fehnsiedlungen gegründet.
Um einen geeigneten Hafen für seine Überseekolonien zu besitzen, schloss der preußische König Friedrich Wilhelm am 2. Mai 1683 einen Vertrag mit der Stadt Emden und machte sie zum Sitz seiner Afrikanischen Handelskompanie.
1726/27 kam es zum so genannten Appell-Krieg, der sich in einem erneuten Konflikt zwischen dem Fürsten Georg Albrecht und einem Teil der Stände äußerte, die sich in gehorsame und renitente Stände aufspalteten. Der Fürst ging als Sieger aus diesem Konflikt hervor. Selbst die an der Spitze der renitenten Stände stehende Stadt Emden unterwarf sich. Durch das schlechte Verhandlungsgeschick des Kanzlers von Georg Albrecht, Enno Rudolph Brenneysen, kam es in der Folge jedoch nicht zu einer friedlichen Einigung der an dem Konflikt beteiligten Parteien. Obwohl Kanzler und Fürst eine strenge Bestrafung der Renitenten forderten, wurden diese 1732 vom Kaiser amnestiert. Als Fürst Georg Albrecht am 11. Juni 1734 starb, übernahm Carl Edzard im Alter von 18 Jahren die Amtsgeschäfte als letzter noch lebender Nachkomme von Georg Albrecht. Aber auch er konnte die Konflikte mit den Ständen nicht lösen.
Zu dieser Zeit wurden die Weichen für die Machtübernahme Preußens in Ostfriesland gestellt. Eine bedeutende Stellung hierbei nahm die Stadt Emden ein, die nach dem Appell-Krieg politisch isoliert und wirtschaftlich stark geschwächt war. Ziel musste es nun sein, Emden die Stellung als "ständische Hauptstadt" und Handelsmetropole zurückzugeben. Ab 1740 setzte sich in Emden die Meinung durch, dass dieses Ziel mit preußischer Hilfe erreicht werden könnte. Dazu sollte ein Vertragswerk geschaffen werden, das die preußische Anwartschaft in Ostfriesland anerkannte. Die wirtschaftliche Position Emdens sollte durch vertraglich festgelegte Schutzmaßnahmen und Förderungen gestützt und die bestehenden Privilegien der Stadt bestätigt werden.
Die Verhandlungen auf preußischer Seite führte der Direktorialrat im niederrheinisch-westfälischen Reichskreis, Sebastian Anton Homfeld, der am 8. November 1740 einen ersten Entwurf über die Verfahrensweise beim Eintreten des Erbfalls vorlegte. Homfeld galt als einer der führenden Vertreter der renitenten Stände. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam es darauf aufbauend am 14. März 1744 zum Abschluss von zwei Verträgen, die zusammenfassend als Emder Konvention bezeichnet werden.. Zum einen war dies die Königliche Special-Declarations- und Versicherungsakte, zu anderen die Agitations- und Konventionsakte, in der vornehmlich wirtschaftliche Regelungen getroffen wurden. Des weiteren stütze sich Preußen auf das von Kaiser Leopold I. 1694 ausgestellte Expektanz, das das Recht auf Belehnung des Fürstentums Ostfriesland für den Fall fehlender männlicher Erben sicherstellte. Trotz des Widerstands des Königreichs Hannover sollte sich Preußen im Bemühen um Ostfriesland durchsetzen. Nach dem Tode des letzten Herrschers Karl Edzard aus dem Hause Cirksena übernahm Friedrich der Große die Grafschaft Ostfriesland.
Ostfriesland unter preußischer Herrschaft
Die nun folgende Zeit preußischer Herrschaft brachte für Ostfriesland einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung, verstärkte Öffnung nach außen und vielerlei Neuerungen. In diese Zeit fällt auch der starke Ausbau der Moorkolonisierung und die Gründung einer Vielzahl von Fehnsiedlungen.
Die Franzosenzeit
Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt wurde Ostfriesland in das Königreich Holland und damit in den französischen Machtbereich eingegliedert. Die Privilegien und Rechte der Stände wurden abgeschafft und diese selbst 1808 aufgelöst. Der Landdrost des Königs von Holland löste am 7. Mai 1808 die Kriegs- und Domänenkammer und das Administrationskollegium auf. 1810 kam es als Departement "Ems-Oriental" ("Osterems") unmittelbar zum französischen Kaiserreich. Im März 1813 kam es im Lande Oldenburg und in Ostfriesland zu Unruhen. Das Koalitionsheer hatte durch seinen Sieg vom 16. bis 19. Oktober 1813 bei Leipzig Napoleons Rückzug über den Rhein erzwungen. Nach der Niederlage Napoleons und des Zusammenbruchs seiner Herrschaft, kam es in den Jahren 1813 bis 1815 erneut zum Einzugs Preußen in Ostfriesland. Ostfriesische Soldaten nahmen während dieser Zeit an den Schlachten von Ligny und Belle-Alliance (Waterloo) teil.
Ostfriesland wird Hannoversch
Die Hoffnungen Ostfrieslands preußisch zu bleiben, wurden jedoch mit dem Wiener Kongress 1814/15 enttäuscht. Nach dem Abtreten Napoleons sollte in Wien eine neue territoriale Ordnung Europas begründet werden. Preußen wurde ein Teil des Großherzogtums Warschau, nämlich Posen, zugesprochen. Außerdem erhielt Preußen noch Vorpommern, Westfalen und die Rheinprovinz, musste Ostfriesland jedoch an das Königreich Hannover abtreten. Federführend hierbei war England, das die Festsetzung Preußens an der Nordseeküste verhindern wollte. Dazu heißt es in Artikel 27 der Schlussakte des Wiener Kongresses: "Der König von Preußen tritt an den König von Großbritannien und Hannover das Fürstentum Ostfriesland ab unter den Bedingungen, die im Artikel 5 über die Emsschiffahrt und den Handel im Emder Hafen gegenseitig festgelegt sind. Die Stände des Fürstentums werden ihre Rechte und Privilegien behalten."
Dennoch wurden die Privilegien der Stände von den Königen von Hannover nicht wieder eingeführt. An ihre Stelle trat am 17. Juni 1817 eine Provinzialregierung für Ostfriesland, die dem Staats- und Kabinettsministerium direkt unterstellt war. Am 10. Mai 1823 wurde schließlich die Landdrostei Aurich eingerichtet, welche die Aufgaben der Provinzialregierung übernahm. Im Gegensatz zu Preußen (das z. B. immer auch die Abwesenheit der Ostfriesen in seinem Heer akzeptiert hatte) war innerhalb des Königreichs Hannover keine Sonderrolle für Ostfriesland vorgesehen.
Die dann folgende Zeit war geprägt von Stillstand und teilweisem Rückschritt. Deshalb waren die Ostfriesen froh, als ihr Land mit der Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen nach dem Deutschen Krieg 1866 wieder preußisch wurde und sich daraus tatsächlich umgehend ein Entwicklungsschub ergab.
Ostfriesland im Deutschen Reich
Mit der Reichsgründung Deutschlands am 18. Januar 1871 durch die Proklamation Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser, wurde Ostfriesland in den konstitutionell-monarchistischen Bund aus 22 Einzelstaaten und drei freien Städten eingebunden und stand somit nicht mehr nur unter preußischen Einfluss.
Nationalsozialismus
Machtübernahme
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum deutschen Reichskanzler. Bei den Wahlen im März konnte die NSDAP in Ostfriesland ein Ergebnis von 47,5 % erzielen, in Oldersum sogar fast 70 %. Die „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten wurde mit „Ermächtigungsgesetz“, „Arierparagraph“ und Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung, Bücherverbrennungen und Zensur, Verbot der Gewerkschaften und Verhaftungen von politischen Gegnern eingeläutet. Demokratische Politiker wurden, wie schon 1932 begonnen, mit Verleumdungskampagnen aus dem Amt gedrängt: in Leer wählte Bürgermeister vom Bruch nach massiven Vorwürfen und Drohungen im Mai 1933 den Freitod, im Oktober wurde Emdens Oberbürgermeister Wilhelm Mützelburg bedrängt und nach körperlichen Misshandlungen durch Nationalsozialisten im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Rathaus geworfen“. Aufgrund der bestehenden Verhältnisse nach der „Machtergreifung“ wurden nun überall in Deutschland Verbände und Vereine nach dem „Führerprinzip“ geleitet, jüdische Mitglieder wurden hinausgedrängt. Es gab Veränderungen in der öffentlichen Verwaltung, die freie Wirtschaft wurde eingeschränkt. Auch in Ostfriesland kam es zu einer kleinen Veränderung in der Verwaltung. Es zählte nun zum Gau Weser-Ems der NSDAP.
Beseitigung der Arbeitslosigkeit
Durch das vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich konnte die Reichsregierung Gesetze erlassen. Zwei Jahre später verbesserte sich scheinbar die wirtschaftliche Lage. Das schon in der Weimarer Republik begonnene Konjunkturprogramm wurde von den Nationalsozialisten in Ostfriesland erheblich ausgebaut. Noch am 1. Januar 1933 hatte Ostfriesland 21888 Arbeitslose zu vermelden, zum Jahresende 1935 waren es noch 248 und bis 1938 sank die Zahl auf 31, was auch der Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht geschuldet war, die Aurich, Emden und Leer zu Garnisonsstädten machte.
Unterdrückung und Repression
Presse
Gleich nach Ihrer Machtübernahme gingen die Nationalsozialisten dazu über, die Medien aus- bzw. Gleichzuschalten. Die Gleichschaltung der deutschen und ostfriesischen Presse vollzog sich mit geringem Widerstand. Allerdings gingen aufgrund der erzwungenen Uniformität die Leserzahlen stark zurück, erst im Zweiten Weltkrieg stiegen das Informationsbedürfnis der Bevölkerung und somit die Verkaufszahlen wieder. Um negative Reaktion insbesondere des Auslands auf die nationalsozialistische Auslegung der Pressefreiheit zu verhindern, wurde eine begrenzte Meinungsvielfalt inszeniert, indem den verbliebenen bürgerlichen Presseerzeugnissen differenziertere Äußerungen vor Allem zur Politik erlaubt wurden. Unter der gleichgeschalteten Presse nahm für Ostfriesland die Ostfriesische Tageszeitung „OTZ“ eine Vormachtstellung ein, unabhängige Informationen waren kaum noch zu bekommen.
Jüdische Bevölkerung
Schon in den 20er Jahren stachelte Pastor Ludwig Münchmeyer aus Borkum mit antisemitischen Hasstiraden das Publikum auf, und die aus der Arbeiterschaft bzw. dem Handwerk stammenden Agitatoren fanden aufgrund ihrer beruflichen wie sozialen Nähe zum Proletariat vor allem in den größeren Orten gute Resonanz. Dies führte auch in Ostfriesland zur Bildung zionistischer Gruppen, die ihre Zukunft in Palästina sahen. Die überwältigende Mehrheit der Juden blieb jedoch in Ostfriesland und war ab 1933 der Verfolgung durch die Nationalsozialisten schutzlos ausgeliefert.
Ostfriesland ist dabei ein Spiegel der Ereignisse im übrigen Deutschen Reich. Zunächst wurden jüdische Geschäfte boykottiert und Juden aus den Vereinen ausgeschlossen. Der nächste Schlag war die „Reichskristallnacht” vom 9. auf den 10. November 1938. Die Synagogen in Ostfriesland wurden vom aufgebrachten Mob niedergebrannt. Erhalten ist heute nur noch die Synagoge von Dornum, welche am 7. November 1938 an einen Tischler verkauft wurde. Alle Juden wurden zusammengetrieben und verhaftet, Frauen und Kinder jedoch bald wieder entlassen. Die männlichen Juden verschleppten die Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Die jüdischen Gemeinden waren nun nicht mehr Körperschaften öffentlichen Rechts, sondern wurden nun als “jüdische Kultusvereinigungen e.V.“ in das Vereinsregister eingetragen. Die Zahl der Juden ging von 2.336 im Jahre 1933 auf 697 im September 1939 zurück.
Im Februar 1940 befahl die Gestapo schließlich allen Juden, bis zum 1. April des Jahres Ostfriesland zu verlassen. Die ostfriesischen Juden mussten sich andere Wohnungen innerhalb des deutschen Reiches (mit Ausnahme Hamburgs und der Linksrheinischen Gebiete) suchen. Ostfriesland wurde für judenfrei erklärt und war es de facto auch. Reste der jüdischen Bevölkerung konnten im jüdischen Altersheim in Emden ihr Leben fristen, bis auch sie 1942 deportiert wurden. Nur ein kleiner Teil der jüdischen Bevölkerung konnte sich durch rechtzeitige Emigration retten, der Großteil ist in den Konzentrationslagern umgekommen. Genaue Zahlen liegen hierzu jedoch bis heute nicht vor.
Verbände und Organisationen
Schon bald nach der Machtübernahme erklärten die Nationalsozialisten den 1. Mai als „Tag der nationalen Arbeit“ zum Feiertag und planten Landesweit große Kundgebungen, so auch in Ostfriesland. Unmittelbar danach schlugen die Nationalsozialisten los: Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschafter wurden verhaftet. Ostfriesland stellte dabei keine Ausnahme dar. Zeitgleich mit dieser Verhaftungswelle fanden ab dem 2. Mai 1933 überall im Deutschen Reich Durchsuchungen und Beschlagnahmungen bei Gewerkschaften und oppositionellen Parteien statt. Im Ostfriesland beschlagnahmten die Nationalsozialisten vom 12. bis zum 17. Mai 1933 Geldmittel und Inventar sozialdemokratischer Ortsvereine und des Reichsbanner. Aber auch andere Organisationen, die den oppositionellen Parteien nahe standen und deswegen ebenso als „staatsfeindliche Organisationen“ eingestuft wurden, waren Opfer dieser Welle der Repression. Das Ergebnis der Aktion war die faktische Ausschaltung der Opposition, deren politische Arbeit nicht mehr möglich war, da ihnen die materielle und personelle Basis entzogen worden war. Weiterhin zeigte die Aktion der Bevölkerung deutlich, wie gefährlich es war, sich politisch gegen die NSDAP zu betätigen.
Nachträglich, d. h. erst nachdem man sie de facto zerschlagen hatte, wurde die SPD am 24. Juni 1933 verboten, weil sie „als staatsfeindliche Organisation anzusehen“ sei. „Sämtliche Mitglieder der SPD, die heute noch den Volksvertretungen und Gemeindevertretungen angehören, sind sofort von der weiteren Ausübung ihrer Mandate auszuschließen, weil ihre Weiterbetätigung eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellt.“
Ostfriesische Landschaft
Bereits seit 1928 war die Auflösung der Ostfriesischen Landschaft gefordert worden. Ab 1935 wurde die Auflösung der Landschaft in Person des Oberpräsidenten in Hannover verstärkt weiter betrieben. Die Gauleitung in Oldenburg hielt demgegenüber an einer Erhaltung der Ostfriesischen Landschaft fest, dachte dabei aber an eine Umwandlung in eine Institution für (nationalsozialistische) kulturelle Zwecke. Dem setzte die Ostfriesische Landschaft nichts entgegen, wollte Sie doch unter allen Umständen bestehen bleiben. Von Widerstandsrecht und friesischer Freiheit, wie sie am Ende des 16. Jahrhunderts formuliert und mobilisiert worden waren, war nichts mehr zu merken. Die Nazifizierung der Landschaft begann und fand 1942 ihren Höhepunkt in einer völlig neuen Verfassung, welche die Landstände selbst beschlossen. In dieser Verfassung wurde das Führerprinzip adaptiert und Berufungsverfahren sowie Ehrenamt konstituiert. Jetzt bekamen aber auch breite Bevölkerungskreise eine Möglichkeit zur Mitarbeit, denn Vorschläge für die Berufung der Mitglieder der Landschaftsversammlung konnten nicht nur von den ostfriesischen Dienststellen der NSDAP sowie den Gemeinden, Städten und Kreisen, sondern auch von den ostfriesischen Heimatvereinen und allen Ostfriesen gemacht werden, womit der Institutionalisierung und Professionalisierung der landschaftlichen Kulturarbeit durch Schaffung von Einrichtungen und Heranziehung von Fachleuten der Grundstock gelegt wurde. Dennoch bleibt zu erwähnen, dass die Einbindung der Ostfriesischen Landschaft in die Nationalsozialistische Herrschaft ausgeprägter war als anderswo.
Repression der Bevölkerung am Beispiel Moordorfs
Schon in der Weimarer Republik gehörte Moordorf zu den Hochburgen der Kommunisten, die über 50 % der Stimmen bei den Reichs- und Landtagswahlen erhielten. Der KPD Ortsverband von Moordorf war der zweitgrößte in Ostfriesland nach Emden. Bei den Reichstagswahlen am 6. November 1932 hatte die KPD 48 % der Stimmen im Ort erhalten. „Die Mehrzahl der Moordorfer Einwohner war vor der Machtübernahme der NSDAP marxistisch und kommunistisch eingestellt und ist es zum Teil noch.“ 1934 waren 24 Kommunisten verhaftet und 1937 noch einmal 10 ins KZ eingeliefert worden.
Nach 1933 wurden die Kommunisten von den Nationalsozialisten stark verfolgt. Sie wurden als arbeitsscheues, asoziales, minderwertiges und vorbestraftes Gesindel angesehen und hatten entsprechende Repressalien zu ertragen. Moordorf wurde „auf Anregung des Reichsbauernführers“, „von Fachkräften bearbeitet“. Horst Rechenbach wird mit dieser Aufgabe befasst und kam schnell zu dem Ergebnis, dass „Ein Teil der Kolonisten ... gar nicht erst den Versuch (machte), eine feste landwirtschaftliche Existenz zu gründen.“ Es „ist festzustellen, dass es sich hier um das Beispiel einer völlig verfehlt angelegten ländlichen Siedlung handelt. ... Es waren ... asoziale Elemente des eigenen Volkes.“ Er erstellt einige Statistiken über Alkoholismus, Kriminalität, Schwachsinn und Verschuldung und erklärt: „Es ist überflüssig zu betonen, dass die besonders minderwertigen Familien sich durch die größten Kinderzahlen auszeichnen.“ Unter Anwendung des gleich nach der Machtübernahme Hitlers eingeführten eugenischen Sterilisationsgesetzes wurden viele Moordorfer unter Berücksichtigung der Statistiken und Fragebögen Rechenbachs zwangssterilisiert.
Reaktion der Bevölkerung
Die Reaktion der Ostfriesischen Bevölkerung auf die nationalsozialistischen Gewaltmaßnahmen unterschied sich nicht von der restlichen Bevölkerung des deutschen Reiches. Entweder man schaute weg, oder integrierte sich in das neue politische System. Sehr rasch identifizierte man sich mit den Machthabern, schien es doch so zu sein, dass auf die Versprechungen der Parteien in der Weimarer Republik nun Taten folgten und die Bevölkerung in Arbeit brachte. Unter dem Druck der Repression wandten sich viele Sozialdemokraten und Kommunisten von ihren früheren Parteien ab und schon 1934 konnte die Gestapo Wilhelmshaven berichten, dass auch ehemalige „Anhänger und Funktionäre (der SPD und KPD) in der Zwischenzeit umgestellt und Mitglieder der SA und der NSBO geworden (seien).“
Der Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur
Ostfriesland ist erst in den letzten Kriegstagen von alliierten Truppen erreicht worden. Am 30. April drangen die ersten kanadisch englischen Truppen in Leer ein, bis zum 2. Mai erreichten Sie Oldersum und Großefehn. Aurich wurde am 4. Mai auf Druck der Bevölkerung kampflos übergeben, nachdem diese die Sinnlosigkeit des Widerstandes erkannt hatte. Ostfriesland wurde nach der Kapitulation der Wehrmacht in den Niederlanden und Nordwestdeutschland zum Internierungsgebiet für die westlich der Weser in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten. Doch im südlichen Rheiderland, wurden durch Flammenwerfer einige kleinere Dörfer/Höfe dem Erdboden gleichgemacht. In Weener wurden durch Häuserkämpfe und Artilleriebeschuss einige Häuser beschädigt oder sogar zerstört.
Zeitgeschichte
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem besonders die Hafen- und Werftstandorte Emden und Wilhelmshaven unter heftigem Bombardement gelitten hatten, geriet Ostfriesland unter britische Besatzung. In den Niederlanden gab es Überlegungen, einige Gebiete Deutschlands zu annektieren. Dabei wurde auch Ostfriesland ins Auge gefasst. Insbesondere auf den Dollart, die Emsmündung und Borkum hatten es die Niederlande abgesehen, um den Emder Hafen vom Seehandel abzuschneiden. Diese Pläne scheiterten am Widerstand der Westalliierten.
Seit 1946 ist Ostfriesland Teil des neu gegründeten Landes Niedersachsen. Im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform im Jahre 1972 wurden auch in Ostfriesland viele kleinere Gemeinden mit teils nur wenigen Hundert Einwohnern zu größeren Einheiten zusammengefasst. 1978 wurde der Regierungsbezirk Aurich, der Ostfriesland umfasste, mit den Bezirken Osnabrück und Oldenburg im Regierungsbezirk Weser-Ems zusammengefasst. Im Jahre 2004 wurden im Zuge einer Verwaltungsreform alle Regierungsbezirke und damit auch der Bezirk Weser-Ems aufgelöst. Für kulturelle Belange in Ostfriesland ist die Ostfriesische Landschaft verantwortlich.
Nach Ende des Krieges wurden in Ostfriesland mehrere Tausend Heimatvertriebener aus den ehemaligen Ostgebieten des Reiches aufgenommen. Der Wiederaufbau zog sich insbesondere in Emden sehr lange hin, noch Anfang der sechziger Jahre standen in der Seehafenstadt Barackensiedlungen, da Wohnraum weiterhin knapp war.
Die Landwirtschaft beschäftigte zusehends weniger Personen. Es erfolgten zwar Industrieansiedlungen, allerdings konnten diese nicht annähernd so viele Menschen beschäftigen, wie notwendig gewesen wäre. Ähnliches gilt - vom Tourismus abgesehen - für den Dienstleistungssektor. Ostfriesland leidet daher seit Jahrzehnten unter einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquote.
Die wohl wichtigste Industrieansiedlung der Region ist das Volkswagenwerk Emden, das 1965 seinen Betrieb aufnahm. Auch die Emder Werften, vor allem die Nordseewerke, beschäftigten in den 1960ern noch mehrere Tausend Personen. In Aurich wurde 1984 Enercon gegründet. der Windenergieanlagenhersteller beschäftigt heute zirka 7000 Mitarbeiter, darunter etwa 2000 am Hauptsitz in Aurich ist damit mittlerweile Ostfrieslands zweitgrößter Industriebetrieb.
Größter Dienstleistungsbetrieb in Ostfriesland ist die Bünting-Gruppe in Leer, ein Handelsunternehmen mit zirka 6000 Beschäftigten, allerdings nicht alle davon in Ostfriesland. Seit zirka Mitte der 1980er Jahre erlebte Leer einen Boom auf dem Reedereisektor, der die Stadt zum zweitgrößten Seereederei-Standort Deutschlands (nach Hamburg) machte.
Siehe auch
- Ostfriesland
- Liste der Grafen und Fürsten von Ostfriesland
- Geschichte der Juden in Ostfriesland
- Geschichte der Stadt Emden
- Geschichte der Stadt Leer
- Friesen
Literatur
- Onno Klopp, Geschichte Ostfrieslands, 3 Bde., Hannover 1854-1858.
- Hajo van Lengen (Hrsg.): Die Friesische Freiheit des Mittelalters - Leben und Legende, Verlag Ostfriesische Landschaft, 2003, ISBN 3-932206-30-4
- Franz Kurowski, Das Volk am Meer - Die dramatische Geschichte der Friesen, Türmer-Verlag.
- Karl Cramer, Die Geschichte Ostfrieslands. Ein Überblick., Isensee - Oldenbg.
- Hajo van Lengen, Bauernfreiheit und Häuptlingsherrschaft, in: Karl-Ernst Behre / Hajo van Lengen: Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Aurich 1995, S. 113–134, ISBN 3-925365-85-0
- Buma, W. J. (Hrsg.): Die Brokmer Rechtshandschriften (Oudfriese Taal- en Rechtsbronnen 5), Den Haag 1949.
- Heiko Heikes, Die Ukena, in: Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden 34 (1954), S. 15–52, ISSN 0341-969X
- Walter Deeters: Kleine Geschichte Ostfrieslands, Verlag Schuster, Leer 1992, ISBN 3-7963-0229-7
- Geschichte des Rheiderlandes,Weener
Weblinks
Biographisches Lexikon für Ostfriesland
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