Geschichte Namibias

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Position Namibias in Anfrika

Inhaltsverzeichnis

Vor- und Spätgeschichte

Funde eines vor 10 - 15 Millionen Jahre lebenden Hominiden (Otavipithecus nambiensis) in den Otavi-Bergen weisen Namibia als eines der ältesten Siedlungsräume der Menschheit aus. Im Süden des Landes gefundene Fragmente von Steinplatten mit Menschen- und Tierdarstellungen werden auf 27.000 Jahre vor Christus geschätzt. Man geht weiter davon aus, dass einige der Felsbilder am Brandberg, im Erongo-Gebirge und im Spitzkoppegebiet um die 7.000 Jahre alt sind.

Bis zur europäischen Besiedelung

Bild:Bushmen San.jpg
typische Behausung der San

Bis zur ersten Entdeckung durch die Europäer war das Land sehr dünn durch die teilweise nomadisch lebenden Hirtenvölker der friedfertigen Damara und San bewohnt. Man geht heute davon aus, dass letztere vor ca. 2.000 bis 2.500 Jahren aus Zentral- oder sogar Nordafrika einwanderten.

Entdeckung durch die Europäer

Als erster Europäer erreichte 1486 der Portugiese Diego Cao auf dem Seeweg die Küste am heutige Cape Cross, wo er durch die Aufstellung eines Steinkreuzes das Land für Portugal in Besitz nahm. Auch Bartolomeu Diaz errichtete bei seiner Entdeckungsfahrt 1488 in der heutigen Lüderitzbucht ein Steinkreuz. Die Kreuze (Padrahos) sind noch heute in Museen Namibias und Südafrikas zu besichtigen. An den Originalstandorten stehen mittlerweile Kopien. Wegen fehlender Süsswasservorkommen an der unwirtlichen wüstenhaften Küste bleibt jedoch vorerst eine weitere Besiedelung durch die Europäer aus. In der Nachfolgezeit wandern auf der Suche nach tsetsefreien Weidegründen aus Ost- und Zentralafrika verschiedene bantu-sprachige Völker in den Norden des Landes ein. Zu ihnen gehören auch die Herero. Im 17. Jahrhundert wird die Walvis Bay von Walfängern einige Zeit als Anlegeplatz genutzt. Im 18. Jahrhundert kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den sich nach Süden ausbreitenden Hereros und den Nama. In dieser Zeit errichten die weißen Siedler Südafrikas erste Handelskontakte zu den Völkern Zentralnamibias. Eine Handelsroute entsteht entlang des Swakopflusses. 1761 wird der südliche Teil Namibias auf einer Expedition der Kapregierung ins Namaland erstmals kartografisch erfasst.

Durch weiße Kolonialisten im südafrikanischen Kapland verdrängt, kamen seit etwa 1820 von der europäischen Kultur beeinflusste und mit den Nama verwandte Orlam-Stämme von Süden aus ins Land und brachten neben anderen europäischen Gütern auch moderne Schusswaffen mit, was den Nama einen militärischen Vorteil verschaffte, so dass sie die bantusprachige Bevölkerung weit nach Norden zurückdrängen konnten. Die seit 1805 im Land befindlichen britischen Missionare versuchen vergeblich, durch Christianisierung das Land zu befrieden. Durch die Vermittlung etwa der Schrift unter den Nama wurde deren Vormachtstellung noch verstärkt. Um 1840 gelingt es den Orlam unter ihrem Häuptling Jonker Afrikaner gemeinsam mit den Nama, die Herero aus dem Gebiet des heutigen Windhoek zu vertreiben. Auch den um 1842 eingewanderten ersten deutschen Missionaren ist bei der Christianisierung der Herero kein Glück beschert. Kupferfunde um 1850 in der Gegend um Rehoboth und am Swakopfluss locken immer mehr weiße Siedler auf der Suche nach schnellem Reichtum an. Um mit der neuen Gefahr fertig zu werden, ruft am 9. Januar 1858 der Orlamhäuptling Jonker Afrikaner alle namibischen Häuptlinge zum Friedensvertrag und Stämmebund von Hoachanas zusammen, in dem sie sich gegenseitig ihre Loyalität zusichern und Regeln für den Umgang mit weißen Siedlern festlegen. Der Vertrag verhindert aber weitere Auseinandersetzungen nicht. Weiße Händler und Missionare fühlen sich bedroht und bitten Großbritannien und das 1871 gegründete Deutsche Reich um Unterstützung. Dessen wachsende Stärke und Einfluss fürchtend, besetzt Großbritannien 1878 das Gebiet um die Walvis Bay. Die im Grenzgebiet zu Angola lebenden Ambo-Stämme (auch oft Ovambo genannt) lagen außerhalb der Reichweite dieser Entwicklungen.

Deutsche Kolonialzeit

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Adolf Lüderitz, Gründer von Deutsch-Südwestafrika
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„Deutsch-Südwest“-Devotionalien in einem Schaufenster in Swakopmund

Der Bremer Tabakhändler und Kaufmann Franz Adolf Eduard Lüderitz und sein Begleiter Heinrich Vogelsang erreichen im Jahre 1883 die Bucht Angra Pequena (die spätere Lüderitzbucht) und nehmen durch geschickte Verhandlungen mit denen einheimischen Stammesältesten große Ländereien und das spätere Lüderitz in Besitz. Ihr Ziel ist es, neue Absatzmärkte, billige Bodenschätze und Land für arbeitslose Deutsche zu gewinnen. Dieses Gebiet wurde zur Grundlage der späteren deutschen Kolonialherrschaft. Auf der Berliner Konferenz (15.11.1884 bis 26.02.1885) verteilen die europäischen Großmächte die Einflussgebiete in Afrika. Südwestafrika wird unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt.

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Flagge von Deutsch-Südwestafrika

Die Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika wird am 30. April 1885 gegründet, um deutsche Siedler ins Land zu holen und Farmland zu verpachten. Dies wird ohne Rücksicht auf die Stammesgebiete vorgenommen, was unweigerlich zu Spannungen führt. Daraufhin beginnen mit dem Ablauf des Jahres 1889 die deutschen Schutztruppen systematisch, die Völker Zentral- und Südnamibias zu unterwerfen. Um sich einen Zugang zum Zambezi zu sichern, handelt der deutsche Reichskanzler Leo von Caprivi mit England im Helgoland-Sansibar-Vertrag die Übergabe des Caprivi-Zipfels an das Deutsche Reich aus. 1891 wird der Stammessitz der Orlam, Windhoek, zum offiziellen Sitz des deutschen Kommissariats ernannt.

Nachdem es in der Folgezeit immer wieder zu Übergriffen auf deutsche Siedler und Händler durch die unterworfenen Stämme gekommen war, erhoben sich im Januar des Jahres 1904, in Okahandja beginnend, die Herero in einem Aufstand, der sich schnell über das ganze Land ausbreitete. Trotz anfänglicher Erfolge gegen die Deutschen Schutztruppen wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen und fand mit der Schlacht am Waterberg und der Flucht der verbliebenen Herero ins Sandfeld im September desselben Jahres ein tragisches Ende. Die Zahl der Toten ist umstritten, jedoch stuft eine Großzahl von Historikern das Ereignis als Völkermord ein. 2004 bekannte sich die Bundesrepublik Deutschland zur deutschen Schuld in der Kolonialzeit. Statt Entschädigungszahlungen wurde erhöhte Entwicklungshilfe zugesagt.

Die während des Aufstandes auf deutscher Seite kämpfenden Nama versuchten im Anschluss selbst, ihre Unabhängigkeit wiederzuerlangen, scheiterten aber ebenfalls endgültig im März 1908.

siehe auch Hauptartikel: Aufstand der Herero und Nama

Unter Südafrikanischer Mandatsmacht

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Einteilung Namibias in die sogenannten Homelands

Im Ersten Weltkrieg gelang es den unter der englischen Krone kämpfenden südafrikanischen Truppen, die am 13. September 1914 mit einem Überfall auf die Polizeistation von Ramansdrift die Feindseligkeiten eröffneten, schnell das Land zu erobern. Am 9. Juli 1915 musste Victor Franke, letzter Kommandeur der deutschen Schutztruppe, kapitulieren; deutsche Siedler wurden in das Internierungslager bei Pretoria, später in das von Pietermaritzburg abtransportiert. Formell werden mit dem Vertrag von Versailles 1919 Deutschland sämtliche Kolonien abgesprochen und Namibia Mandatsgebiet des Völkerbundes. Südafrika wird als Mandatsmacht eingesetzt. Zwar werden anfangs viele Deutsche des Landes verwiesen, doch wird 1923 mit dem Londoner Abkommen den deutschstämmigen Siedlern ein Bleiberecht eingeräumt.

Im Zuge der aufkommenden Apartheid wurde das Gebiet Namibias in sogenannte Homelands aufgeteilt, das heißt, jeder Bevölkerungsgruppe wurde ein festes Terretorium zugewiesen, das nicht dauerhaft verlassen werden durfte.

Aufforderungen der Vereinten Nationen im Jahre 1946, das Land in die Unabhängigkeit zu entlassen, wurden von Südafrika ignoriert, da Namibia als Puffer gegenüber den von Schwarzen regierten „Feindstaaten“ dienen sollte. Dies führte zu erheblichen Spannungen zwischen Südafrika und der UNO und dem Entzug des völkerrechtlichen Mandates im Jahre 1966.

Im gleichen Jahr rief daraufhin die 1960 gegründete, marxistisch beeinflusste Befreiungsbewegung Südwestafrikanische Volksorganisation oder kurz SWAPO, die mit sowjetischer Bewaffnung und Guerillamethoden von Angola aus agierte, den Krieg gegen Südafrika aus, mit dem Ziel, die Unabhängigkeit des Territoriums zu erlangen. Seit der Zeit trägt das Gebiet den Namen Namibia. Nachdem 1978 der UN-Sicherheitsrat die Resolution 435 verabschiedet hatte, die einen Friedensplan für Namibia enthielt, reagierte Südafrika mit der Durchführung der ersten allgemeinen Wahlen in diesem Territorium, aus denen die Demokratische Turnhallen Allianz (DTA) der konservativen weißen Minderheit als Sieger hervorging. Da die Wahlen jedoch manipuliert waren, wurden sie von der SWAPO boykottiert und international nicht anerkannt. Dennoch übernimmt Dirk Mudge, Chef der DTA das Amt des Ministerpräsidenten, das er bis zur Auflösung des Parlamentes im Jahre 1983 innehat.

Südafrika änderte erst 1988 nach Verhandlungen mit den USA, Angola und Kuba seine politische Haltung und erklärte sich im Rahmen eines UN-Friedensvertrages dazu bereit, die Besatzung aufzugeben.

siehe auch Südwestafrika

Unabhängigkeit Namibias

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Sam Nujoma, Präsident von 1990 bis 2005

Vom 7. bis 11. November 1989 finden die ersten freien Wahlen in der Geschichte Namibias statt. Stärkste Partei wird die SWAPO mit 41 von 72 Parlamentssitzen. Mit der Verabschiedung der Verfassung am 21. März 1990 ist die Unabhängigkeit erreicht. Seither stellt die SWAPO mit Sam Nujoma sowohl Präsident als auch die Regierung Namibias. Größte Oppositionsparteien sind der sozialdemokratische Congress of Democrats und die konservative Demokratische Turnhallenallianz. Daneben existieren kleinere Parteien wie der United Democratic Front und die Monitor Action Group.

Die durch die Apartheitspolitik geschaffene Reservatsgliederung (Homelands) wird 1993 durch 13 gleichberechtigte, für jederman frei zugängliche Regionen abgelöst. Auch wird als eigene Staatswährung der Namibische Dollar (N$) eingeführt, welcher 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt ist. 1994 tritt Südafrika die Enklave Walfischbucht zusammen mit den vorgelagerten Inseln an Namibia ab, welche zu Kolonialzeiten erst britisch und dann von Südafrika beansprucht war.

Da die ursprüngliche namibische Verfassung nach dem Vorbild der us-amerikanischen Verfassung nur zwei Amtsperioden eines Präsidenten erlaubte, wird 1999 Sam Nujoma nach einer entsprechenden Verfassungsänderung ein drittes Mal zum Präsidenten wiedergewählt. Am 25. Mai 2004 entließ Sam Nujoma seinen Außenminister Hidipo Hamutenya überraschend und ohne Angaben von Gründen aus der Regierung und ersetzte ihn am 28. Mai 2004 durch den bisherigen Arbeitsminister Marco Hausiko. Als Nachfolgerin im Außenamt trat die bisherige stellvertretende Ministerin für Frauenangelegenheiten und Kinderfürsorge, Marlene Mungunda, an.

Bei den am 15. und 16. November 2004 durchgeführten Präsidentenwahlen wurde der auch von der SWAPO nominierte frühere Landwirtschaftsminister Hifikepunye Pohamba mit 76 Prozent als Nachfolger von Präsident Sam Nujoma gewählt, welcher schon im Vorfeld der Wahlen auf eine weitere Verfassungsänderung und damit auf seine Präsidentschaft verzichtete. Im März 2005 übernahm Pohamba das Amt von seinem Vorgänger.

Siehe auch

Weblinks

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