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Gesamtanlageneffektivität
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Der Begriff Gesamtanlageneffektivität (GAE) oder englisch Overall Equipment Effectiveness (OEE) bezeichnet eine vom Japan Institute of Plant Maintenance erstellte Kennzahl. Sie ist eines der Ergebnisse im Zuge der jahrzehntelangen Entwicklung des TPM-Konzeptes (Total Productive Maintenance). In die Gesamtanlageneffektivität werden Verluste mit einbezogen, die an einer Anlage entstehen und Auswirkungen auf die Produktion haben.
Die OEE einer Anlage ist als das Produkt der folgenden drei Faktoren definiert:
- dem Nutzungsgrad (Availability)
- dem Leistungsgrad (Performance Rate)
- der Qualitätsrate (Quality Rate)
Sein Wertebereich liegt zwischen 0 und 1.
Inhaltsverzeichnis |
Der Nutzungsgrad
Der Nutzungsgrad ist ein Maß für Verluste durch Anlagenausfälle, Rüst- und Einrichtvorgänge. Er ist wie folgt definiert:
Die Maschinenlaufzeit ist als Differenz der Planbelegungszeit und der Zeit durch Anlagenausfälle / Rüst- und Einrichtvorgänge definiert. Die Planbelegungszeit ist nach VDI 3423 als Produkt von Schichtlänge in Stunden x Anzahl der Schichten x Anzahl der Arbeitstage eines Monats definiert.
Der Leistungsgrad
Der Leistungsgrad ist ein Maß für Verluste durch Abweichung von der geplanten Taktzeit, kleinere Ausfälle und Leerläufe .
(1) in (2) folgt:
Die Maschinenlaufzeit ist nach REFA als die Zeit definiert, in der die Maschine tatsächlich produziert, d.h. Betriebsmittelzeit abzüglich Ausfallzeit, störungsbedingte Brachzeiten und Nutzungsnebenzeiten.
Die Qualitätsrate
Die Qualitätsrate ist ein Maß für den Zeitverlust auf Grund defekter und zu überarbeitender Teile. Sie ist wie folgt definiert:
Overall Equipment Effectiveness
Die OEE ist als Produkt von Nutzungsgrad, Leistungsgrad und Qualitätsrate definiert. Werden die oben genannten Formeln ineinander eingesetzt, so folgt:
Praktische Erfahrungen
- Eine OEE von 100% ist in der Praxis fast unmöglich, da Verluste unvermeidlich sind.
- Eine erzielte OEE in der Praxis von 85% wird als Weltklasse anerkannt.
- Die Ermittlung der OEE verursacht gerade in der Anfangszeit einen hohen Aufwand. In der Regel sind es die Mitarbeiter in der Produktion, die die notwendigen Daten sammeln. Der hohe Aufwand beruht einerseits in der Schulung der Mitarbeiter und andererseits in der Gewinnung von unverfälschten Daten.
- Die OEE soll aber nicht dazu dienen, die Mitarbeiter zu tadeln. Sie dient in erster Linie zur Ermittlung und Messung von Anlagenverlusten, die anschließend durch entsprechende Ursachenanalyse und Maßnahmen beseitigt werden können.
- Der OEE ist nicht gleichzusetzen mit der Anlagenverfügbarkeit, die im OEE als Nutzgrad definiert ist und somit nur ein Teil des OEE ist.
Literaturangaben
- Introduction to TPM, Seiichi Nakajima, Productivity Press Cambridge Massachusetts, 1988 [S.27ff.]
- Total Productive Maintenance, Al-Radhi, Carls-Hanser-Verlag München, 1995 [S.30ff.]
- TPM – Effiziente Instandhaltung und Maschinenmanagement, Edward Hartmann, Landsberg, Verlag Moderne Industrie, 2000 [S.77ff.]
- Total Productive Maintenance – The Western way, Peter Willmott, Butterworth-Heinemann Ltd., 1994 [S.25ff.]
Siehe auch
Weblinks
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