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Geosynchronous Satellite Launch Vehicle

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Das Geosynchronous Satellite Launch Vehicle (GSLV) ist eine indische Trägerrakete, die von der indischen Raumfahrtbehörde entwickelt wurde, um Kommunikationssatelliten des Types INSAT in einen geostationären Orbit zu befördern und Indien auf diesem Gebiet von ausländischen Startdienstanbietern unabhängiger zu machen.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Das GSLV baut auf der PSLV auf, es wurden jedoch zusätzliche Flüssigtreibstoff-Booster und eine kryogene Oberstufe hinzugefügt. Es ist eine dreistufige Trägerrakete mit einer feststoffgetriebenen ersten Stufe, einer flüssigtreibstoffgetriebenen zweiten Stufe und der kryogenen dritten Stufe. Die ersten beiden Stufen wurden von der PSLV übernommen, die dritte Stufe wurde in Russland gefertigt. Indien bestellte insgesamt sieben Oberstufen von Russland und wollte auch die Pläne für diese kaufen, doch auf Intervention der USA fand dieser Technologietransfer nicht statt. Indien musste deshalb die kryogene Oberstufe selbst entwickeln, was jedoch elf Jahre lang dauerte.

Das GSLV verwendet vier L40 Flüssigtreibstoff-Booster (LRB) und kann bis zu 5 t in einen leicht östlichen LEO befördern. Mit Hilfe der russischen kryogenen Oberstufe 12KRB kann es 2,2 t in einen 18° GTO befördern.

Flüssigtreibstoffbooster

Jeder der vier L40-Booster enthält zwei unabhängige Tanks, die zusammen 40 t Hypergol-Treibstoff (UH 25 und Distickstofftetroxid)enthalten. Die Booster haben ein Durchmesser von 2,1 m und jeweils ein 680 kN starkes Viking-Triebwerk.

Erste Stufe

Die erste Stufe S125 hat einen Durchmesser von 2,8 m und wird aus Martensit-gehärtetem Stahl hergestellt. Sie ist eine Feststoffrakete und enthält 129 t Festtreibstoff.

Zweite Stufe

Die zweite Stufe hat ebenfalls ein Durchmesser von 2,8 m und kann mit 37,5 t Flüssigtreibstoff (UH 25 & Stickstofftetroxid) beladen werden. Die beiden separaten Tanks bestehen aus einer speziellen Aluminiumlegierung. Die Stufe liefert einen Schub von 720 kN.

Dritte Stufe

Die dritte Stufe 12KRB des russischen Herstellers GKNPZ Chrunitschew benutzt flüssigen Wasserstoff (LH2) und flüssigen Sauerstoff (LOX), auch hier in zwei unabhängigen Tanks aus einer Aluminiumlegierung. Insgesamt können 12,6 t Treibstoff aufgenommen werden, das Triebwerk KVD-1 liefert einen Schub von 7,5 kN, hat einen spezifischen Impuls von 454 s und kann zweimal im Flug gezündet werden.

Bei einem der nächsten Flüge der GSLV in den Jahren 2007/2008[1] soll zum ersten Mal eine indische dritte Stufe zum Einsatz kommen, die ebenfalls LH2 und LOX verbrennt und etwas mehr Schub als 12 KRB liefert. Dadurch können schwerere Nutzlasten in dem Geotransferorbit abgesetzt werden.

Technische Daten

  • Gesamthöhe: 49 m
  • Startmasse: 401 t
  • Anzahl der Stufen: 3
  • Zielorbit: GTO 180 x 36.000 km

Starts

Die ersten beiden Flüge einer GSLV waren reine Testflüge. Der erste, teilweise erfolgreiche, wurde im April 2001 mit dem Satelliten GSAT-1 an Bord gestartet. Der zweite, diesmal erfolgreiche, Start einer GSLV, erfolge im Mai 2003 und brachte den Experimentalkommunikationssatelliten GSAT-2 ins All. Der erste operative Start war am 20. September 2004 mit dem Kommunikationssatelliten EDUSAT als Nutzlast.

Die ersten drei Flüge des GSLV benutzten alle noch die russische kryogene Oberstufe. Beim einem der nächsten Starts soll erstmals die indische Oberstufe verwendet werden.

Startliste

Dies ist eine vollständige Startliste des Geosynchronous Satellite Launch Vehicle. Stand der Liste: 10. Juli 2006

Lauf. Nr. Datum (UTC) Typ Ser.-Nr. Startplatz Nutzlast Art der Nutzlast Nutzlast in kg (brutto¹) Orbit² Anmerkungen
1 20. April 2001 GSLV Mk.1 D1 Sr GSAT-1 Experimenteller Kommunikationssatellit 1540 kg GTO Teilerfolg Dritte Stufe schaltete sich 10 Sek. zu früh ab.
2 8. Mai 2003 GSLV Mk.1 (2) D2 Sr GSAT-2 Experimenteller Kommunikationssatellit 1825 kg GTO Erfolg
3 20. September 2004 GSLV Mk.1 (2) F1 Sr GSAT-3 (EDUSAT) Experimenteller Kommunikationssatellit 1950 kg GTO Erfolg
4 10. Juli 2006

12:08

GSLV Mk.1 (2) F02 Sr SLP Insat-4C Kommunikationssatellit 2168 kg GTO Fehlschlag Rakete wenige Minuten nach dem Start gesprengt, aufgrund einer Abweichung von der Flugbahn durch Versagen eines Boosters.

¹ Bruttogewicht = (Satelliten + Adapter, Gehäuse etc.)

² NICHT zwangsläufig der Zielorbit der Nutzlast - sondern die Bahn auf der die Nutzlast von der Oberstufe ausgesetzt werden soll/wurde.

Geplante Starts

Stand der Liste: 19. Juni 2006

Lauf. Nr. Datum (UTC) Typ Ser.-Nr. Startplatz Nutzlast Art der Nutzlast Nutzlast in kg (brutto¹) Orbit² Anmerkungen
5 Juli 2007 GSLV Mk.1 (2) ? Sr Insat-4C(R) Kommunikationssatellit und Wettersatellit 2168 kg GTO Geplant Ersatz für den zerstörten Insat-4C
? 2007 GSLV Mk.1 (2) ? Sr GSAT-4 Experimenteller Kommunikationssatellit und Wettersatellit 2180 kg GTO Geplant
? 2008 GSLV Mk.2 ? Sr GSAT-5/Insat-3D Kommunikationssatellit ? GTO Geplant
? 2009 GSLV Mk ? ? Sr GSAT-6/Insat-3E Kommunikationssatellit ? GTO Geplant

Weblinks

Quellen

  1. ISRO: Indian Space Programme - Major Events During 2006, 27. Dezember 2006
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Geosynchronous_Satellite_Launch_Vehicle, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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