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George Kessler

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George A. Kessler, der „Champagnerkönig“ (* 1863 in New York City; † 13. September 1920 in Paris) war ein US-amerikanischer Geschäftsmann und vor allen Dingen als Eigentümer eines blühenden Weinimport-Imperiums bekannt. Er ist nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Städteplaner und Landschaftsarchitekten George E. Kessler (1862 - 1923).

Kessler war Eigentümer und Vorsitzender des Unternehmens „George A. Kessler and Co.“ in der 20 Beaver Street, New York City, das im internationalen Weinhandel tätig war. Daher nannte man ihn den „Champagnerkönig“. Kessler war als Lebemann und Genießer bekannt. Er gab gern extravagante Gesellschaften und Themenpartys, die bei der High Society sehr beliebt waren. Bei einer Gelegenheit verwandelte er den Innenhof des Savoy Hotels in London in eine Nordpol-Kulisse.

Am 1. Mai 1915 ging Kessler in New York an Bord des Cunard-Dampfers Lusitania, der am 8. Mai in Liverpool eintreffen sollte. Er führte zwei Millionen Dollar in Aktien und Wertpapieren mit sich. Nachdem Kessler bemerkt hatte, dass keine Rettungsübungen mit den Passagieren durchgeführt wurden, sprach er darüber persönlich mit Kapitän William Turner. Während der Reise war er oft in Begleitung des Unternehmers Frederick Pearson und des Bühnenautors Charles Klein. Am Donnerstag, dem 6. Mai veranstaltete Kessler eine Party in seiner Luxussuite auf dem A-Deck, zu der viele Prominente wie Alfred Vanderbilt, Rita Jolivet oder Charles Frohman erschienen.

Einen Tag später, am 7. Mai, wurde die Lusitania von einem deutschen U-Boot torpediert. Der Liner befand sich nur 11 Seemeilen vor der irischen Küste. George Kessler befand sich im Rauchsalon der ersten Klasse und spielte Bridge. Nachdem das Torpedo eingeschlagen war, half er vielen Frauen und Kindern in die Rettungsboote, sein eigenes aber kenterte und Kessler wurde auf ein klappbares Boot gezogen. Von den ursprünglich 50 Männern und Frauen in diesem Boot wurden nach vier Stunden letztlich nur drei – darunter Kessler – gerettet.

Während des ersten Weltkrieges lebte Kessler mit seiner Ehefrau Cora (geb. Parsons) in Paris und unterstützte verschiedene Soldatenfonds und Hilfseinrichtungen finanziell. Im November 1915 gründeten die Kesslers den British, French and Belgian Permanent Blind Relief War Fund zur Unterstützung von durch Kampfverletzungen erblindete Soldaten. Sie wurden in ihrer Arbeit von der amerikanischen Schriftstellerin Helen Keller unterstützt, die selbts taubblind war.

George Kessler starb 1920 57-jährig an einer erweiterten Leber. Postum zahlte ihm die Cunard Line $35.000 Schadensersatz für Schock und Stauchungen, die sich Kessler beim Untergang der Lusitania zugezogen hatte. Kesslers Organisation entwickelte sich weiter und wurde 1925 zur American Braille Press for War and Civilian Blind, die nun auch zivile Personen mit einschloss.

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