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Generalisierte Koordinate

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Die generalisierten Koordinaten sind ein Begriff aus der theoretischen Physik im Zusammenhang mit dem Hamilton- und dem Lagrange-Formalismus. Sie dienen der Beschreibung verallgemeinerter Bewegungsgleichungen.

Inhaltsverzeichnis

Ausnutzung von Symmetrien

Generalisierte Koordinaten sind insbesondere bei der Beschreibung von Bewegungen hilfreich, die eine besondere Symmetrie aufweisen oder/und Zwangsbedingungen unterliegen. Geeignete generalisierte Koordinaten können den Aufwand zur Problemlösung immens reduzieren. Als anschauliches Beispiel sei die Bewegung eines Punktes auf einer Kugeloberfläche als Zwangsbedingung genannt: hier eignen sich zur Beschreibung räumliche Polarkoordinaten (\rho,\vartheta,\varphi) (s.u.) wesentlich besser als kartesischen Koordinaten  \big (x,y,z):

  • Die Koordinate ρ ist konstant
  • Die verbleibenden beiden Koordinaten \vartheta und \varphi sind unabhängig voneinander

Das Polarkoordinatensystem erlaubt also eine elegantere Darstellung durch nur zwei voneinander unabhängige Koordinaten.

Beispiele

kartesische Koordinaten

So hat man im 3D-Raum zunächst einmal die normalen kartesischen Koordinaten:  \big (x,y,z)

mit Richtungsvektor:  \vec r = \begin{pmatrix} x\\y\\z \end{pmatrix}

Polar-, Zylinder- und Kugelkoordinaten

Durch Einführen eines Abstandes ρ zum Nullpunkt und eines Winkels   \varphi zur x-Achse erhält man für z = 0 Polarkoordinaten

mit Richtungsvektor:  \vec r = \begin{pmatrix} \rho \cos \varphi \\ \rho \sin \varphi \\ 0 \end{pmatrix}

und für  z \ne 0 Zylinderkoordinaten

mit Richtungsvektor:  \vec r = \begin{pmatrix} \rho \cos \varphi \\ \rho \sin \varphi \\ z \end{pmatrix}

Führt man hingegen zusätzlich zu  \varphi einen zweiten Winkel  \vartheta zur z-Achse ein, so erhält man Kugelkoordinaten mit Richtungsvektor:  \vec r = \begin{pmatrix} \rho \sin \vartheta \cos \varphi \\ \rho \sin \vartheta \sin \varphi \\ \rho \cos \vartheta \end{pmatrix}

 \rho , \varphi  , z , \vartheta entsprechen dabei den generalisierten Koordinaten und könnten stattdessen genausogut mit  q_1,\dots,q_n bezeichnet werden, wie es in Lehrbüchern zur theoretischen Mechanik gebräuchlich ist.

Einheitsvektoren

Es kann manchmal hilfreich sein, Einheitsvektoren in generalisierten Koordinaten zu finden. Hier gilt allgemein:

Einheitsvektor:  \vec e_{q_i} = \frac{\frac{\partial \vec r}{\partial q_i}}{\left \vert \frac{\partial \vec r}{\partial q_i}\right \vert }

Beispiel: Finde Einheitsvektor in Kugelkoordinaten in Richtung  \vartheta

 \vec r = \begin{pmatrix} \rho \sin \vartheta \cos \varphi \\ \rho \sin \vartheta \sin \varphi \\ \rho \cos \vartheta \end{pmatrix}

 \frac{\partial \vec r }{\partial \vartheta } = \begin{pmatrix} \rho \cos \vartheta \cos \varphi \\ \rho \cos \vartheta \sin \varphi \\ -\rho \sin \vartheta \end{pmatrix}

 \left \vert \frac{\partial \vec r }{\partial \vartheta }\right \vert  = \sqrt{\rho^2 \cos^2 \vartheta \cos^2 \varphi + \rho^2 \cos^2 \vartheta \sin^2 \varphi + (-\rho )^2 \sin^2 \vartheta } =

 = \rho \sqrt{\cos^2 \vartheta \cos^2 \varphi + \cos^2 \vartheta \sin^2 \varphi + \sin^2 \vartheta } =

 = \rho \sqrt{\cos^2 \vartheta ( \cos^2 \varphi + \sin^2 \varphi ) + \sin^2 \vartheta } =

 = \rho \sqrt{\cos^2 \vartheta + \sin^2 \vartheta } =

 = \rho \sqrt{1} = \rho

 \implies \vec e_{\vartheta} = \begin{pmatrix} \cos \vartheta \cos \varphi \\ \cos \vartheta \sin \varphi \\ -\sin \vartheta \end{pmatrix}

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