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Gemeiner Wacholder

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Gemeiner Wacholder
Bild:Lüneburger Heide 006.jpg
Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)
Systematik

Klasse: Pinopsida
Ordnung: Kiefernartige (Pinales)
Familie: Zypressengewächse
(Cupressaceae)
Unterfamilie: Cupressoideae
Gattung: Wacholder (Juniperus)
Untergattung: Juniperus
Art: Gemeiner Wacholder
Wissenschaftlicher Name
Juniperus communis
L.

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis), auch Heide-Wacholder genannt, gehört zur Gattung Wacholder, aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae).

Inhaltsverzeichnis

Volksnamen

Quickholder, Reckholder, Kranawitterstrauch, Krammetsbaum, Kaddig, ranabit, Kranewitt, Kronabit, Machandel, Machandelboom, Machandelbaum, Jochandel, Räucherstrauch, Wachandel, Wachtelbeerstrauch, Feuerbaum

Geschichtliches

Bereits bei den Germanen war die Pflanze hoch angesehen. Wer einen Wacholder mutwillig abschlug, wurde gehängt. Und noch im Mittelalter stand er so hoch im Ansehen, dass man in manchen Gegenden den Hut zog, wenn man an einem Wacholderstrauch vorbeikam. An den Weihnachtstagen wurden Zweige über die Stalltüren geheftet, um Druden und Hexen fernzuhalten.

Der Gemeine Wacholder war der Baum des Jahres 2002.

Beschreibung

Bild:Koeh-082.jpg
Gemeiner Wacholder (Juniperus communis), Illustration aus Koehler 1887.
Bild:Juniperus communis drawing.png
Gemeiner Wacholder (Juniperus communis), Zeichnung.

Der Gemeine Wacholder wächst strauchförmig oder als kleiner bis 12 Meter hoher Baum. Maximal wird eine Höhe von 18,5 Meter und ein Durchmesser von 0,9 Meter erreicht. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Der Stamm besitzt eine grau- bis rotbraune Borke und es wird ein tiefreichendes Wurzelsystem ausgebildet. Der Wacholder bildet in der Regel eine schmale kegelförmig bis ovale Krone. Die 1 - 2 Zentimeter langen Nadeln sind in dreizähligen Quirlen angeordnet und stechend spitz. Ihre Oberseite weisen helle Stomatastreifen auf. Der Wacholder ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Männliche Exemplare kann man zur Blütezeit von April bis Juni gut an den gelblichen Blüten erkennen. An den weiblichen Individuen reifen im August bis Oktober des zweiten Jahres nach der Bestäubung aus drei Samenschuppen die Wacholder"beeren". Diese werden von Vögeln verbreitet. Neben der aufrecht wachsenden Form (J. communis var. communis) gibt es den Zwerg- oder Bergwacholder (J. communis var. montana). Dieser wächst als niederliegend am Boden kriechender Strauch und kommt im Gebirge vor (im Kanton Wallis bis 3750 Meter NN).

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Wacholders erstreckt sich von Nordamerika über Südgrönland, Europa, Nordafrika bis nach Ostasien (Holarktis). Er hat damit von den Nadelbäumen die größte Ausbreitung. Gegenüber anderen Gehölzen ist der Gemeine Wacholder sehr konkurrenzschwach, so dass er auf trockene, sandige, steinige Standorte oder Moorflächen verdrängt wird. Die Bestände in Deutschland sind meist sekundär durch Weidenutzung entstanden, da der Wacholder vom Vieh nicht verbissen wird (z.B. Lüneburger Heide oder Schwäbische Alb).

Systematik

Bild:Wacholder.jpg
Gemeiner Wacholder

Vom Gemeinen Wacholder (J. communis) gibt es sechs Varietäten:

  • J. communis var. communis)
  • Alpen-Wacholder (J. communis var. montana) (Syn.:J. communis subsp. alpina), auch Zwerg-Wacholder genannt.
  • J. communis var. depressa
  • J. communis var. hemisphaerica
  • J. communis var. megistocarpa
  • J. communis var. oblonga

Nutzung

Der Gemeine Wacholder ist ein Kernholzbaum. Der relativ breite Splint weist eine helle gelbliche Farbe auf. Das Kernholz ist rötlichbraun gefärbt. Die mittlere Rohdichte beträgt 0,55 g/cm³. Das Holz ist im hohen Maße witterungsresistent und verströmt einen angenehmen Duft. Da es meist nur in geringen Dimensionen vorliegt, wird es zur Herstellung von Kleinmöbeln, zum Drechseln und Schnitzen verwendet.

Küche

Bild:Juniperus communis at Valjala on 2005-08-11.jpg
Gemeiner Wacholder (Juniperus communis), Wacholder"beeren" in verschiedene Reifestadien.

Wacholderbeeren enthalten etwa 30% Zucker und 0,5 bis 2,5 % ätherische Öle. In Saucen und Marinaden, in Sauerkraut und bei Wildgerichten sind sie unentbehrlich. Vergärt und destilliert ergeben sie berühmte Wacholderschnäpse wie Steinhäger, Gin oder Genever mit markanten Geschmack.

Heilkunde

In der alten Heilkunde räucherte man die Zimmer von Pestkranken mit Wacholder aus. Man verwendete Wacholder bei Grippe, Magen-, Darm und Leberbeschwerden, ferner bei Melancholie.

In der modernen Pflanzenheilkunde werden Wacholderbeeren noch bei magenstärkenden Mitteln verwendet und als Zusatz von Bädern und Einreibungen bei Rheumatismus gebraucht.

Siehe auch

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Juniperus communis – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

Literatur

  • Olaf Schmidt (Red.): et al.: Beiträge zum Wacholder. Berichte aus der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Nr. 41. Herausgegeben von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). LWF, Freising 2003
  • Gerd Haerkötter, Marlene Haerkötter: Rund um den Wacholder. Kochen - Heilen - Zauberei, Buch 6. Eichborn, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-8218-1305-9

Weblinks

Wikipedia
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