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Geldnachfrage
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Als Geldnachfrage (auch Liquiditätsnachfrage, Kassenhaltung) bezeichnet man den Bedarf der Wirtschaftssubjekte an Geld. Gemäß der Geldfunktionen wird Geld als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel sowie als Recheneinheit gebraucht und zu diesen Zwecken von den Wirtschaftssubjekten auch nachgefragt.
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Bestandteile der Geldnachfrage
Transaktionskasse
Die Klassiker sehen in Geld vor allem ein Tauschmittel, welches den Tauschhandel zwischen spezialisierten Wirtschaftssubjekten erlaubt. Man spricht auch von der Transaktionskasse (LT).
Die Nachfrage nach Geld als Zahlungsmittel ist gemäß der Quantitätsgleichung umso höher, je höher das Einkommen und das Preisniveau sind und je geringer die Umlaufgeschwindigkeit ist.
Spekulationskasse
John Maynard Keynes ergänzte in seinem Keynesianischen Totalmodell die Geldhaltung zu Transaktionszwecken um die Geldhaltung zu Wertaufbewahrungszwecken. Diese bezeichnete er als Spekulationskasse (LS).
Sie enthält, anders als der Name vermuten lässt, nicht etwa Vermögen, das zu Spekulationszwecken gehalten wird, sondern Vermögen, das in Form von Geld gehalten wird. Für Geld als Wertaufbewahrungsmittel sprechen gemäß Keynes seine hohe Fungibilität sowie sein geringes Verlustrisiko. Gegen Geldhaltung zu Wertaufbewahrungszwecken sprechen die Opportunitätskosten, die in Form entgangener Zinsen bestehen.
Vorsichtskasse
Neben der Spekulationskasse führte Keynes auch die Vorsichtskasse(Lv) ein. Sie enthält Geld, das von den Wirtschaftssubjekten (genauer: den Nichtbanken) gehalten wird, um unvorhergesehene Transaktionen durchführen zu können. Sie ist notwendig, weil die Wirtschaftssubjekte unsicher über ihre zukünftige Situation sind und diese nicht genau vorhersehen können.
Je höher das Einkommen, desto größer ist der reale Umfang der Vorsichtskasse. Das liegt daran, dass mit zunehmendem Einkommen auch mehr (vorhersehbare) Transaktionen getätigt werden (siehe Transaktionskasse), die wiederum Unsicherheiten über notwendige Ersatzkäufe oder Reparaturen mit sich bringen. Die Vorsichtskasse wird in Modellen häufig nicht eigenständig berücksichtigt, sondern zur Vereinfachung unter der Transaktionskasse subsumiert.
Literatur
- Otmar Issing: Einführung in die Geldtheorie. Verlag Vahlen, 2003
