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Gefährdungsklasse (Holzschutz)
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Gefährdungsklasse ist ein Begriff aus dem chemischen Holzschutz.
Je nach Einbausituation ist verbautes Holz in unterschiedlichem Maße dem Angriff durch holzzerstörende Pilze und/oder Insekten ausgesetzt. Die Gefährdungsklassen stellen eine Einteilung dar, mit deren Hilfe Art und Umfang eventuell notwendiger chemischer Holzschutzmaßnahmen beurteilt werden kann. In Deutschland ist hierfür die DIN 68800 Teil 3 maßgebend. (Die DIN 68800 wird zur Zeit grundlegend überarbeitet. In der für 2009 erwarteten Neuausgabe wird "Gefährdungsklasse" voraussichtlich durch den Begriff "Gebrauchsklasse" abgelöst.)
Vor einer Anwendung chemischer Holzschutzmaßnahmen ist zu prüfen, inwieweit ein ausreichender Schutz des Holzes auch durch vorbeugende bauliche Maßnahmen (nach Teil 2 der o.g. DIN) erzielt werden kann, denn Holz wird am wirksamsten durch konstruktive Maßnahmen geschützt, indem es ständig trocken gehalten wird (max. Luftfeuchten bis 70 % / max. Holzfeuchte bis 20 %). Bei welchen Bedingungen chemischer Holzschutz angewendet werden muss zeigt folgende Übersicht:
Gefährdungsklassen
| Gefährdungsklasse | Beanspruchung | erforderlicher Holzschutz | Prüfprädikat | alternativ auch Hölzer der |
| 0 | Innen verbautes Holz, ständig trocken, Anflug durch holzschädigende Insekten nicht möglich oder Holzquerschnitt kontrollierbar (mind. dreiseitig einsehbar) | Kein chemischer Holzschutz erforderlich | - | - |
| 1 | Innen verbautes Holz, ständig trocken, Anflug durch holzschädigende Insekten möglich; | Vorbeugend gegen Insekten | Iv | Resistenzkl. 3 (Splintanteil max. 10%) |
| 2 | Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung oder Auswaschung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich | Vorbeugend gegen Insekten und Pilze | Iv, P | Resistenzkl. 3 (splintfrei) |
| 3 | Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, aber ohne Erdkontakt | Vorbeugend gegen Insekten und Pilze, Holzschutzmittel gegen Auswaschung geschützt (Fixierung) | Iv, P, W | Resistenzkl. 2 (splintfrei) |
| 4 | Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständiger starker Befeuchtung ausgesetzt | Vorbeugend gegen Insekten und Pilze einschließlich Moderfäule, Holzschutzmittel gegen Auswaschung geschützt (Fixierung) | Iv, P, W, E | Resistenzkl. 1 (splintfrei) |
Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam
P = gegen Pilze vorbeugend wirksam (Fäulnisschutz)
W = für Holz, das direkter Bewitterung ausgesetzt ist, jedoch ohne ständigen Erd- oder Wasserkontakt
E = für Holz mit ständigem Erd- und/oder Wasserkontakt
- Universal-Holzschutzmittel für alle vier Gefährdungsklassen sind nicht mehr zugelassen. Es muss nach Art der Gefährdung oder des Befalls entschieden werden, welche Mittel eingesetzt werden.
- Auf allen Gebinden sind die Wirksamkeitskombination verzeichnet (Prüfprädikate)
In den Gefährdungsklassen 1 bis 4 beschriebenen Einbausituationen kann auf chemischen Holzschutz verzichtet werden, wenn jeweils Holzarten verwendet werden, die eine ausreichende natürliche Dauerhaftigkeit (Resistenz) besitzen.
Zum gewerblichen Einsatz chemischer Holzschutzmittel ist eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung notwendig, die durch den „Sachkundenachweis Holzschutz am Bau“ beurkundet wird. Dieser Sachkundenachweis bestätigt die in DIN 68 800, Teil 4 geforderte Qualifikation und besagt, dass der Inhaber über die Kenntnisse und Fertigkeiten entsprechend dem Stand von Wissenschaft und Technik für die Vorbereitung, Anleitung, Durchführung und Prüfung von gesundheitlich unbedenklichen und umweltverträglichen Holzschutzmaßnahmen zur Bekämpfung holzzerstörender Pilze und Insekten sowie sonstiger Einflüsse verfügt.
Siehe auch
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