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Geburtstagsbrauch
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In einigen Regionen im deutschsprachigen Raum sind zu besonderen (z. B. 18.) oder runden (z. B. 30.; 50.) Geburtstagen traditionelle Bräuche üblich. Diese werden meist heimlich vom Freundes- und Verwandtenkreis des Geburtstagskindes initiiert.
Beispiele
Mehl übern Kopf am 16. Geburtstag wird in einigen Gebieten Frieslands Mehl über den Kopf geschüttet, es können eine oder mehrere Tüten (je nach Freundeszahl) sein
Rohe Eier auf den Kopf am 18. Geburtstag: Das Geburtstags"kind" bekommt überraschend ein oder mehrere rohe Eier auf den Kopf geschlagen.
Sockenkranz am 25. Geburtstag eines unverheirateten Mannes: Der Mann bekommt einen Kranz aus gebrauchten oder frischen Socken überreicht. Dies steht dafür, dass der Mann nun eine "alte Socke" sei.
Flaschenkranz am 25. Geburtstag: Alternative zum Sockenkranz und nur für den Mann. Wird in der Oldenburger Region durchgeführt mit kleinen leeren 0,7-Flaschen zu einem langen Kranz gebunden. Also wird der Mann als "alte Flasche" bezeichnet, weil er noch nicht verheiratet ist. Generell werden im Oldenburger Münsterland alle diese "Kränze" zunächst bei dem Geburtstagskind vom Freundeskreis vorbeigebracht und auf den Boden (Einfahrt, z.B.) gelegt. Dann muss das Geburtstagskind den Kranz "ablaufen", d.h. mit möglichst wenigen Schritten die Länge des Kranzes ablaufen (mit Anlauf erlaubt). Für jeden Schritt muss er/sie danach einen "Kurzen" trinken, meist leichte Liqueure. Danach wird der Kranz unter Verlesung eines spaßigen Textes über das Geburtstagskind von einem Freund/einer Freundin über der Tür aufgehängt, ähnlich Hochzeitskränzen oder Schützenfestkränzen. Um das Gleichgewicht zwischen Geburtstagskind und Freundeskreis wieder herzustellen, muss der/die Verleser/in des Textes bei jedem Satzzeichen (".", ",", "-", etc.) ebenfalls einen "Kurzen" trinken. Im Emsland wurden schon Flaschen/Schachtelkränze von knapp 2km gesichtet, die unter Verlesung eines zweiseitigen Textes aufgehängt wurden... Üblicherweise gibt es zusätzlich zu dem langen Kranz noch einen kleinen zum Umhängen mit vollen 0,7-Flaschen, die dann im Laufe des Abends geleert werden.
Schachtelkranz am 25. Geburtstag einer unverheirateten Frau: Die Frau bekommt einen Kranz aus alten Schachteln, da sie nun ja auch eine "alte Schachtel" sei.
In Schaltjahren gibt es den Flaschenkranz für Frauen und den Schachtelkranz für die Männer.
Schachtelgeburtstag feiert in Regionen in Süddeutschland eine unverheiratete Frau an ihrem 30. Geburtstag. Als alte Schachtel erhält sie nur leere Pappschachteln als Geschenk.
Treppe fegen am 30. Geburtstag von unverheirateten Männern: Der Betroffene muss – oft verkleidet – Dreck von der Rathaustreppe, in einigen Regionen auch von einer Brücke, zusammenfegen. Er darf damit nicht eher aufhören, bis er von einer Jungfrau "freigeküsst" wird.
Klinkenputzen am 30. Geburtstag bei unverheirateten Frauen: Vergleichbar dem Fegen bei Männern, als Tätigkeit müssen hier jedoch Türklinken gereinigt werden.
Eselreiten am 40. Geburtstag bei unverheirateten Männern: Der Betroffene wird auf einem Esel durch das Dorf geführt.
Bei diesen Bräuchen ist Alkoholkonsum oft Bestandteil der Rituale.
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