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Gebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf
Aus Kefk.
Ein Gebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf ist ein städtischer sozialer Brennpunkt in der Behördensprache in Deutschland. Viele Bundesländer haben Regelungen erlassen, wie diese Gebiete bestimmt werden sollen, teilweise werden diese auch noch im Rang klassifiziert.
Hintergrund ist der Eigenantrieb der sozialen Entwicklung von Stadtgebieten - wenn in einem Gebiet eine merkliche Verschiebung der Verelendung auftritt, dann verlassen alle bisherigen Einwohner das Gebiet zügig, soweit diese es sich leisten können, so dass sich in einer Spirale die Verelendung noch beschleunigt. Im Extremfall bildet sich ein Ghetto heraus, das von Kräften außerhalb des Gebietes gemieden wird (Isolation), und so kaum eine Möglichkeit der Besserung hat.
Um dieser Spirale vorzubeugen, werden im Zuge des Behördenweges städtische Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf klassifiziert. In diesen Gebieten wird dann gezielt die soziale Struktur gefördert, um ein weiteres Abrutschen der Lebensbedingungen zu vermeiden. Problematisch ist, dass viele Behörden recht langsam arbeiten, und zum Teil Gebiete erst dann gefördert werden, wenn sie in der allgemeinen Wahrnehmung der Bevölkerung schon längst ghetto-nahe Eigenschaften aufweisen. Gleichzeitig verwahren sich die bis dahin zuständigen politischen Kräfte lange dagegen, dass ihr Gebiet entsprechend ausgewiesen wird, da der Begriff des Gebietes mit besonderem Entwicklungsbedarf vielfach als Euphemismus von Ghetto missverstanden wird.
Stadtteiltypen, die besonders zur Ausbildung sozialer Brennpunkte neigen:
- innenstadtnahe oder innerstädtische Quartiere
- große Wohnsiedlungen einschl. Plattenbausiedlungen
- Wohnsiedlungen der abgezogenen Streitkräfte
- Gewerbe-, Industrie-, Post- und Bahnbrachen
Kriterien, mit denen der besondere Entwicklungsbedarf erkannt wird:
- hohe Arbeitslosigkeit
- Zunahme einkommensschwacher Haushalte und steigende Anzahl der Sozialhilfeempfänger
- zunehmende Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen durch wachsende Jugendarbeitslosigkeit und fehlende berufliche Chancen
- Zunahme der Gewaltbereitschaft und Kriminalität
- Vorherrschen städtebaulicher Missstände
Entwicklungsziele, die in den betroffenen Gebieten angestrebt werden:
- Verbesserung der Wohnverhältnisse
- Schaffung und Sicherung von Beschäftigung auf lokaler Ebene
- Verbesserung der sozialen Infrastruktur, insbesondere für junge Menschen
- Verbesserung des Angebotes an bedarfsgerechten Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten
- Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Quartier
- Wohnumfeldverbesserung
- Maßnahmen zur Umweltentlastung
- Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs
- Belebung der Stadtteilkultur und Erhöhung des Angebotes zur Freizeitgestaltung
