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Gasbeleuchtung

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Bild:Gaslaterne Herne.jpg
Gasstraßenleuchte

Die Gasbeleuchtung ist eine Beleuchtungsform, bei der ein brennbares Gas (früher Stadtgas, heute Erdgas) als Energiequelle dient. Stadtgas wurde früher durch Kohlevergasung innerhalb einer Kokerei oder einem Gaswerk erzeugt und durch ein Netz von Rohrleitungen zu den Verbrauchern geleitet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1727 und 1739 bemerkten Stephen Hales und John Clayton, dass aus Steinkohlen ein leuchtendes Gas entwickeln könne. William Murdoch und sein Assistent William Clegg stellten als erste Leuchtgas im großen Stil her und führten auch in ihren Fabriken eine Gasbeleuchtung ein. 1807/08 gelang es Winsor (eigentlich Winzle) aus Znaim, die ersten Gaslaternen zur Straßenbeleuchtung entlang der Pall Mall, City of Westminster in London in Betrieb zu nehmen. Die erste Gasgesellschaft, die Chartered Company) wurde 1810 vom englischen Parlament bestätigt. In Kontinentaleuropa brachte Wilhelm August Lampadius 1811 in Freiberg an seinem Wohnhaus die erste Gaslaterne an. Da sie mit offener Gasflamme, ohne Glühstrumpf betrieben wurden, war sie im Vergleich zu modernen Gasleuchten sehr lichtschwach. 1816 errichtete er eine öffentliche Gasbeleuchtung im königlichen Amalgamierwerk in Freiberg ein. 1817 folgte Josef Johann Prechtl im Polytechnischen Institut in Wien.

Als Datum der ersten öffentlichen Gasbeleuchtung gilt der 1. April 1814, als man im Londoner Kirchspiel St. Margareths die Öllampen durch Gaslaternen ersetzte. Bald erwarb sich das neue Licht wegen seiner Vorzüge allgemeine Anerkennung. Als William Clegg noch weitere technische Verbesserungen, wie die Reinigung des Gases durch Kalkmilch und einen Gasmessapparat, einführte, trat die neue Technik ihren Siegeszug durch die zivilisierte Welt an.

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Installation einer Gaslaterne in Berlin, 1890. Stereoskopisches Foto (Doppelfoto) mit zwei Kameras aus leicht unterschiedlicher Perspektive zur Erzeugung von Räumlichkeit in den Kaiserpanoramen des August Fuhrmann
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Gaslaterne in Dresden, Januar 2004, Käthe-Kollwitz-Ufer, vor der Rekonstruktion der Straße (die Gaslaternen wurden durch moderne Beleuchtung ersetzt).
Bild:Gaslampe-Gleiwitz.JPG
Reste einer Gaslampe in Gleiwitz-Laband in Oberschlesien

Die ersten Gemeinden mit eigenständiger Gasindustrie auf deutschem Boden waren Hannover und Berlin, die von der Imperial-Continental-Gas-Association mit Steinkohlengas versehen wurden. Diese Gesellschaft trat in Konkurrenz mit der englischen Gasindustrie, ebenso wie die wenig später von Blochmann in Dresden gegründete Gesellschaft. Im gleichen Jahr errichteten Schiele und Knoblauch in Frankfurt am Main eine Gasfabrik auf Ölschieferbasis.

Schnell verbreitete sich die neue Beleuchtung über die ganze Erde und wurde von den Bewohnern der Großstädte als technischer Fortschritt gefeiert. Zunächst wurden die Gaslaternen von Laternenanzündern angezündet. Später wurde der Prozess automatisiert, so dass der Beruf des Laternenanzünders entfallen konnte. In der Literatur spielte der Laternenanzünder zum Beispiel im Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry eine wichtige Rolle. Trotz aller Vorzüge blieb die Gasbeleuchtung doch noch recht lichtschwach. Erst der im späten 19. Jahrhundert von Carl Auer von Welsbach entwickelte Glühstrumpf vervielfachte die Lichtausbeute.

Die meisten deutschen Städte haben bereits in den 1960er Jahren auf die Gasbeleuchtung verzichtet. Jedoch brennen heute noch in immerhin 40 deutschen Städten jede Nacht etwa 80.000 Gasstraßenleuchten – die meisten in Berlin (43.900), gefolgt von Düsseldorf (18.000), Frankfurt am Main (5.500), Mainz (< 3.000, seit 1996 kontinuierlicher Abbau) und Dresden (ca. 2.000, zumeist in historischen Stadtvierteln).

Vor- und Nachteile

Der Energieverbrauch einer Straßenbeleuchtung durch Gaslaternen ist etwa 20 mal so hoch wie bei einer elektrischen Beleuchtung und die Energiekosten betragen etwa das sechsfache. Diese Beleuchtungsform wird jedoch besonders in historischen Stadtgebieten wegen des warmen kontinuierlichen Lichtspektrums als romantisch und erhaltenswert eingeschätzt. Trotzdem ist es geplant, von den knapp 44.000 derzeit (2006) in Berlin vorhandenen Gasstraßenleuchten aus Kostengründen in den nächsten Jahren knapp 40.000 auf elektrische Beleuchtung umzustellen.

Weitere Bauformen

Auch im Camping- und Outdoor-Bereich werden noch Gaslampen verwendet. Diese arbeiten nach dem selben Prinzip, sind jedoch viel kleiner und beziehen ihr Gas in der Regel aus Gasflaschen und Gaskartuschen.

Eine mobile Gaslampe, die heute allerdings fast keine Bedeutung mehr hat, ist die Carbidlampe. Sie wurde häufig als Fahrzeugbeleuchtung und im Bergbau untertage eingesetzt. Heute findet sie nur noch in der Höhlenforschung oder in Entwicklungsländern Verwendung.

Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin

1978 wurde von der Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr in Zusammenarbeit mit der GASAG (Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft) das Gaslaternen-Freilichtmuseum eröffnet. Die Ausstellung beherbergt 90 Exponate aus 25 deutschen und 11 weiteren europäischen Städten und ist damit die größte in Europa.

Betreut wird sie durch den Arbeitskreis Licht im Auftrag des Deutschen Technikmuseums Berlin. Im Frühjahr 2006 wurden die stark beschädigten Gaslaternen des Museums in einer Gemeinschaftsaktion aufwendig restauriert und erstrahlen nun wieder entlang der Straße des 17. Juni, vor dem Berlin-Pavillon und im Hof sowie am Parkweg im Tiergarten bis zur Schleusenbrücke im neuen Glanz.

Siehe auch: Holzgas, Luftgas, Naturgas, Ölgas, Torfgas, Wassergas und Beleuchtung

Literatur

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Gasbeleuchtung, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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