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Ganzton
Aus Kefk.
| Die Intervalle |
| Prime Sekunde (Halbton/Ganzton) Terz Quarte Quinte Sexte Septime Oktave None Dezime Undezime Duodezime Tredezime |
| Spezielle Intervalle |
| Mikrointervall Komma Diësis Limma Apotome Ditonus Tritonus Wolfsquinte |
| Einheiten |
| Cent Millioktave Savart |
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Der Ganzton ist im allgemein-praktischen musikalischen Sprachgebrauch ein Synonym für das Intervall der großen Sekunde.
Genau genommen bezeichnet der Begriff die Differenz zwischen Quinte und Quarte, welche allerdings in verschiedenen Tonsystemen verschieden groß ist, so dass ein mehrdeutiger Intervallname vorliegt.
Der Begriff „Ganzton“ geht zurück auf den Ton des Aristoxenos; er benützte ihn als Maßintervall, bildete den Halbton, Drittelton, Viertelton und allgemein den n-tel-Ton und stellte die Konsonanzen als Vielfache des Tons dar: Quarte = 2½ Ton, Quinte = 3½ Ton, Oktave = 6 Ton. Dieselben Größengleichungen gelten auch im heute vorherrschenden gleichmäßig zwölfstufig temperierten Tonsystem.
In der pythagoreischen Tradition ergibt sich als Differenz der reinen Quinte mit Proportion 3:2 und reinen Quarte mit Proportion 4:3 der Ganzton mit der Proportion 9:8. Schon Euklid übernahm die aristoxenische Terminologie, wodurch der Begriff "Ganzton" mehrdeutig wurde. In der Renaissance kam durch die Einführung der reinen Terz 5:4 die Differenzierung zwischen dem großen Ganzton 9:8 und kleinen Ganzton 10:9 hinzu (reine große Terz = großer Ganzton + kleiner Ganzton). Diese Differenzierung gilt nur für die reine Stimmung, denn in verschiedenen temperierten Stimmungen hat der Ganzton nochmals andere Proportionen; meist wird aber das syntonische Komma, die Differenz zwischen großem und kleinem Ganzton, eliminiert, so dass der Ganzton im Kontext aller üblichen temperierten Systeme ein eindeutiges Intervall ist, das der Definition Ganzton=Quinte-Quarte genügt.
Diatonische Tonleitern benutzen als Schritte nur Ganztöne und Halbtöne. Hieraus ergaben sich die Synonyme Ganzton = große Sekunde]] und Halbton = kleine Sekunde.
| Intervall | Proportion | Näherung in Cent |
|---|---|---|
| Ton (ursprünglich) | | 200 Cent |
| großer Ganzton | 9 : 8 | 204 Cent |
| kleiner Ganzton | 10 : 9 | 182 Cent |
Im musikalischen Impressionismus wird oft die Ganztonleiter als kompositorisches Stilmittel gebraucht.
In der antiken Tonsystemtheorie tauchen außer den diatonischen Tetrachorden von Philolaos/Euklid und Aristoxenos auch noch allerlei andere diatonische Tetrachorde auf, bei denen manche moderne Musiktheoretiker auch von Ganztönen sprechen, darunter Tetrachorde von Didymos, der bereits die Intervalle mit Proportion 9:8 und 10:9 kombinierte, also den großen und kleinen Ganzton.
Die mehrstimmige Musik bis ins 20. Jahrhundert benützt als kleinstes Intervall den Halbton mit seinen Varianten. Kleinere Intervalle kennt die antike Musiktheorie, bei Aristoxenos etwa Drittel-, Viertel-, Sechstel-, Achtel- und Zwölfteltöne. Sie wurden von Komponisten wie Alois Haba im 20. Jahrhundert wieder aufgegriffen. Solche Teile des Ganztons haben aber nichts mehr mit der üblichen Erzeugung des Tonsystems aus den Konsonanzen Oktave, Quinte und Terz zu tun.
In Orient sind Intervalle in der Größenordnung von Vierteltönen in der Musikpraxis noch heute gebräuchlich.
