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Gangaikonda Cholapuram
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Gangaikonda Cholapuram (tamilisch கங்கைகொண்ட சோழபுரம், Kaṅkaikoṇṭa Cōḻapuram) ist eine historische Stätte im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Sie liegt am Rande des Kaverideltas im Distrikt Perambalur.
Der Name des Ortes bedeutet „Stadt des Chola, der die Ganga besiegte“ und verweist auf seine Gründungsgeschichte: Nach seinem erfolgreichen Krieg gegen Kalinga (Orissa) und Bengalen 1022/23 entschied sich der Chola-König Rajendra I. (reg. 1012 bis 1044), knapp 60 Kilometer nordöstlich von Tanjavur, der Hauptstadt seines Reiches, eine neue Hauptstadt zu gründen. Diese erhielt in Gedenken an den Feldzug zum heiligen Fluss Ganges (Ganga) den Namen Gangaikonda Cholapuram. Über 200 Jahre lang blieb die Stadt Sitz der Herrscher des mächtigen Chola-Reiches, wurde aber vermutlich im 13. Jahrhundert von den aufstrebenden Pandya unter Jatavarman Sundara (reg. 1251 bis 1268) erobert und zu großen Teilen zerstört.
Im heutigen Dorf Gangaikonda Cholapuram sind heute von den Bauten der einstigen Chola-Hauptstadt, darunter der Königspalast, nur noch Ruinen übrig. Lediglich der Shiva geweihte Brihadisvara-Tempel, in Grund- und Aufriss dem gleichnamigen Tempel in Tanjavur nachempfunden, ist noch fast vollständig erhalten. Anders als der Vimana (Turm über dem Allerheiligsten) des Vorbildes in Tanjavur ist der Tempelturm von Gangaikonda Cholapuram mit 55 Metern Höhe niedriger und zierlicher. Zudem weist er eine leicht Wölbung auf, anstatt steil pyramidenförmig aufzustreben. Die rund 150 Säulen zählende Versammlungshalle (Mahamandapa) greift bereits Merkmale der später üblichen Tausend-Säulen-Hallen auf. Der Skulpturenschmuck des Tempels gilt als herausragendes Beispiel für die Bildhauerkunst der Chola-Zeit. Weiter östlich blickt eine Statue des mythischen Stieres Nandi in Richtung des Vimana. In der gleichen Richtung liegt auch der nur zum Teil erhaltene Gopuram (Torturm). Im Tempelbezirk befinden sich noch weitere kleine Schreine sowie ein künstlich angelegter Teich, den Rajendra I. einst mit Gangeswasser, das ihm seine unterlegenen Feinde als Tribut zahlen mussten, füllen ließ.
Literatur
- R. Nagaswamy: Gangaikondacholapuram. State Department of Archaeology, Government of Tamil Nadu, 1970
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