Aus Kefk.
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Andere Bezeichnungen
- Gerbsäure, Gerbstoff, Gallusgerbsäure, Gallotannin
- lateinisch = Tanninum, Acidum tannicum, Acidum gallotannicum
- englisch = tannic acid
Herkunft
- türkisches Tannin (aus den Zweig-Gallen [Aleppogallen] der kleinasiatischen Galleiche [Quercus infectoria])
- chinesisches/japanisches Tannin (aus den Blatt-Gallen/Zackengallen [Gallae chinensis] oder Galläpfeln von Bäumen verschiedener Rhus-Sumach-Arten, die in Nordindien, China und Japan zu finden sind)
- Rotwein-Tannin (durch Auspressen der Stiele, Kerne und Schalen der Weintraube)
Herstellung/Gewinnung
- Die gesammelten Pflanzengallen werden zunächst zerkleinert und in Wasser gelegt. Im Wasser lösen sich die hydrophilen Bestandteile der Gallen.
- Danach wird die wäßrige Lösung mit einem Gemisch aus Diethylether und Ethanol (im Verhältnis 4 zu 1) behandelt. Dadurch wird das Tannin herausgelöst/extrahiert.
- Nach dem Eindampfen des Extraktes bleibt ein feines, gelbliches Pulver übrig, das Tannin.
physikalische Eigenschaften
- amorphes Pulver, seltener Nadeln oder Schuppen
- schwach gelblich bis braun
- schwacher, eigenartiger Geruch
- bitterer Geschmack
- bewirkt ein Zusammenziehen der Schleimhäute (adstringierende Wirkung)
- industriell hergestelltes Tannin hat eine dunklere Farbe (braun bis dunkelbraun) und meist auch einen stärkeren Geruch
- löst sich in polaren Lösungsmitteln sehr gut (z.B. in Wasser, Ethanol/Alkohol, Aceton und Glycerin)
- in unpolaren Lösungsmitteln ist es nahezu unlöslich (z.B. in Diethylether/Äther, Chloroform und Benzol)
Chemische Eigenschaften
- nicht einheitlich aufgebaut (leichte Unterschiede zwischen türkischem, chinesisch/japanischem und Rotwein-Tannin)
- Ähnlichkeit mit Pentadigalloylglucose
- gehört zur Gruppe der Phenole
- Nachweis durch Eisenchloridlösung => blauschwarzer, tintenartiger Niederschlag
- kann durch verdünnte Schwefelsäure und mehrtägiges Erhitzen (100 °C) hydrolysiert werden; es bilden sich Traubenzucker und Gallussäure
- das Enzym/Ferment Tannase bewirkt ebenfalls eine Auftrennung von Tannin in Traubenzucker und Gallussäure (bei Zimmertemperatur)
Strukturformel: Bild:Tannin Bild1.jpg
Modell: Bild:Tannin Bild2.jpg
Verwendung
- als Beizstoff beim Färben (vor allem für Teerfarbstoffe)
- in der Papier- und Tintenherstellung (Eisengallustinte)
- in der Textilindustrie
- zum Gerben von Häuten
- als Rostschutzmittel bzw. Rostumwandler
- in der Medizin
- im Tee (bindet Teein und beruhigt dadurch)
- bei der Weinherstellung/Weinausbau, besonders bei Rotweinen (bewirkt trockenen Geschmack und Haltbarkeit)