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Gabriele Pauli

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Gabriele Pauli (geschiedene Pauli-Balleis; * 26. Juni 1957 in Schweich) ist CSU-Politikerin und seit 1990 Landrätin des Landkreises Fürth.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Ab 1964 besuchte Pauli die Grundschule in Zirndorf und wechselte 1968 auf das Helene-Lange-Gymnasium in Fürth, 1976 erwarb sie dort das Abitur. Im Schuljahr 1973/74 bekleidete sie das Amt der Schulsprecherin und der mittelfränkischen Bezirksschülersprecherin. 1974 trat sie in die Junge Union, 1977 in die CSU ein. 1976 nahm Gabriele Pauli ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg auf und schloss dieses 1981 als Diplom-Kauffrau ab. Ab 1978 war sie Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung. Von 1982 bis 1983 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Erlangen-Nürnberg.

Politische und berufliche Laufbahn

Ab 1983 war sie Inhaberin des Pauli-Balleis-Verlages und arbeitete in der Folgezeit bei verschiedenen Bildungswerken als Referentin und Seminarleiterin sowie in den Büros verschiedener Bundestagsabgeordneter.

1986 folgte die Promotion zum Dr. rer. pol., ihr Thema war Polit-PR.

1985 wurde sie Mitglied des Landesvorstandes der Jungen Union; von 1987 bis 1990 war sie stellvertretende JU-Landesvorsitzende.

Von 1988 bis zu ihrer Wahl als Landrätin war sie Stadträtin in Zirndorf. Sie löste 1990 - als damals jüngste Landrätin Deutschlands - Dietrich Sommerschuh (SPD) ab und wurde 1996 und 2002 im Amt bestätigt. Seit 1989 ist Pauli Mitglied im CSU-Landesvorstand und seit April 2005 in der Antragskommission der CSU.

2006 geriet Pauli auf Grund ihrer offenen Kritik am Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in die Schlagzeilen. Aufgrund dieser Kritik soll Michael Höhenberger, damaliger Büroleiter von Stoiber in der Bayerischen Staatskanzlei, einen lokalen Parteikollegen von Pauli mit dem Ziel ausgehorcht haben, ihr „etwas anzuhängen“.[1] In diesem Zusammenhang soll er danach gefragt haben, ob es Alkoholprobleme oder Männerbekanntschaften gebe. Höhenberger trat trotz Bestreitens der Vorwürfe zurück, nachdem die Affäre bekannt geworden war, und soll in einen anderen Bereich der Staatskanzlei versetzt werden. CSU-Generalsekretär Söder warf Pauli wegen ihrer Vorgehensweise parteischädigendes Verhalten vor.[2]

Am 4. Januar 2007 verschärfte sich die Diskussion um die Spitzenkandidatur Stoibers bei den bayerischen Landtagswahlen 2008 zusehends. Pauli regte angesichts dessen schlechter Umfrageergebnisse eine CSU-Mitgliederbefragung an. Auch wenn andere CSU-Politiker sich schützend vor Stoiber stellen würden, bekräftigte sie ihren Vorwurf der Frauenfeindlichkeit: „,Mir scheint, dass er im Umgang mit Frauen in politischen Ämtern ein Problem hat‘ (…) Einem Mann hätte er möglicherweise nicht wie ihr gesagt: ‚Sie sind nicht wichtig.‘"[3]

Mit Edmund Stoibers Erklärung am 18. Januar 2007, auf seine politischen Ämter im Herbst verzichten zu wollen, ist der Konflikt weitgehend in ihrem Sinne gelöst worden, wobei sie darauf drängt, die Parteibasis bei derartigen Entscheidungen einzubeziehen. [4] Diese Forderung erneuerte sie am 29. März, als sie offiziell den Antrag stellte, dass der Vorstand der CSU über eine Mitgliederbefragung über den Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2008 abstimmen sollte.[5]

Am 21. Februar 2007 kam es auf dem politischen Aschermittwoch der CSU in der Passauer Dreiländerhalle zu minutenlangen Sprechchören, die sich gegen Pauli richteten. Das CSU-Präsidium schritt nicht ein.[6]

Am 5. März gab Pauli bekannt, trotz anders lautender früherer Aussagen nicht wieder als Landratskandidatin zur Verfügung zu stehen.[7]

Privates

Pauli war mit dem CSU-Politiker Siegfried Balleis verheiratet, mit dem sie eine gemeinsame Tochter (* 1987) hat. Seit Februar 2007 ist sie von ihrem zweiten Ehemann Florian Dickopp geschieden.[8]

Am 28. März 2007 erschien eine Ausgabe des Magazins Park Avenue, für die Gabriele Pauli zu einem Photo-Shooting posierte.[9] Die CSU-Politikerin ließ sich vom Hamburger Photographen Jens Boldt in Kleidern und Posen ablichten. Aufnahmen in Latexhandschuhen sorgten für weitere lebhafte Diskussionen um die Person Paulis.

Wahlergebnisse

1990 wurde Gabriele Pauli mit 50,4 % der Stimmen in der Stichwahl gewählt und 1996 mit 59,1 % im Amt bestätigt. [10]

Am 3. März 2002 wurde sie mit 65,4 % der Stimmen[11] für eine dritte Amtszeit gewählt.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • Gabriele Pauli-Balleis: Polit-PR. Strategische Öffentlichkeitsarbeit politischer Parteien. Zur PR-Praxis der CSU. Zugleich: Dissertation Universität Erlangen-Nürnberg, 1986. Zirndorf, 1986, XLVII, 342 S., ISBN 3-89078-009-1

Weblinks

Quellen

  1. Bespitzelte Staatskanzlei Landrätin Pauli? Nürnberger Nachrichten vom 19. Dezember 2006
  2. Eine will nicht hören Die Zeit vom 11. Januar 2007
  3. CSU-Streit um Spitzenkandidatur wird schärfer Reuters Deutschland vom 4. Januar 2007
  4. www.rhein-main.net - Frankfurter Neue Presse, 10. Februar 2007; www.faz.net - „Pauli kritisiert Beckstein und Huber“, www.n24.de - „Pauli: Im CSU-Führungsstreit "kein guter Stil"“
  5. Pauli beantragt Mitgliederbefragung
  6. Lynch-Stimmung’’- ZEIT online 22.2.2007 Jagdszenen in Niederbayern - SZ online
  7. Frei für neue Aufgaben
  8. Gabriele Pauli - Stoibers furchtlose Kritikerin Süddeutsche.de vom 20. Dezember 2006
  9. Wittrock, Phillip: „CSU-Rebellin Pauli: Fesche Fotos von der Latex-Landrätin“ Spiegel Online vom 27. März 2007
  10. Gabriele Pauli - Kauffrau, Motorradfahrerin, Landrätin mit 32 Welt.de vom 20. Dezember 2006
  11. Landräte in den Landkreisen Bayerns Liste des Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
Wikipedia
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