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Gabriel Marcel

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Gabriel Marcel (* 7. Dezember 1889 in Paris; † 8. Oktober 1973 ebenda) war ein französischer Philosoph und der führende Vertreter des christlichen Existentialismus.

Marcel war nach seinem Philosophiestudium als Lektor und Theaterkritiker im Verlagswesen tätig und später Professor an mehreren Universitäten. Als Sohn nicht praktizierender jüdischer Eltern war er zunächst Atheist, konvertierte aber 1929 zum Katholizismus. Marcels Hinwendung zur „Mutter Kirche“ kann als Kompensation für den frühen Tod seiner eigenen Mutter verstanden werden (so v. Kloeden im BBKL, siehe unten unter Weblinks). Sie hat auch Daniel-Rops zum Glauben zurückverholfen und dessen Leben Jesu-Forschung angeregt.

Beeinflusst durch Henri Bergson wandte sich Marcel noch vor Jean-Paul Sartre dem Existentialismus zu, wollte sich selbst aber lieber als „Neo-Sokratiker“ bezeichnet wissen.

In seinen wichtigsten Werken Être et avoir (Haben und Sein, 1935), Le mystère de l’être (Geheimnis des Seins, 1951) und L’homme problematique (Der Mensch als Problem, 1955) wandte sich Marcel gegen das vergegenständlichte Denken der Neuzeit, das sich an materialistisch-technokratischem Haben- und Verfügen-Wollen orientiere. Stattdessen komme es darauf an, sich dem Mysterium des Seins zu öffnen. Die Ebene des Habens müsse in der Liebe transzendiert werden, für welche der andere kein Objekt mehr ist („Er“), sondern im Dialog erfahrbares Gegenüber („Du“).

Sartres atheistisch-radikalen Freiheitsbegriff lehnte Marcel ab: Freiheit sei nicht autonom, sondern müsse durch Liebe, Hoffnung und „schöpferische Treue“ gefüllt werden. Die Verbundenheit mit Gott als dem „absoluten Du“ sah Marcel als erstrebenswertes Lebensziel an.

Der deutsche christliche Existenzialist Peter Wust (1884 - 1940) ist seinem Denken sehr nah. Sie haben sich gekannt und gegenseitig geschätzt.

Marcel schrieb auch 28 Theaterstücke, die sich häufig mit der Brüchigkeit menschlicher Existenzen befassen, darunter Le monde cassé (Die zerbrochene Welt, 1933).

Literatur

  • Vincent Berning: Das Wagnis der Treue. Gabriel Marcels Weg zu einer konkreten Philosophie des Schöpferischen. Freiburg i. Br.: Alber, 1973. ISBN 3-495-47273-8.
  • Kenneth T. Gallagher: The Philosophy of Gabriel Marcel. New York: Fordham University Press, 1962. ISBN 0-8232-0471-5.

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Gabriel_Marcel, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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