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GTK Boxer
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Das "Gepanzerte Transport Kraftfahrzeug" GTK Boxer ist ein von der ARTEC GmbH mit Sitz in München entwickelter Transportpanzer. Die ARTEC (Armoured Vehicle Technology) ist dabei das Entwicklungs- und Fertigungsunternehmen, an dem die deutschen Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall sowie das niederländische Unternehmen Stork PWV beteiligt sind. Bis 2003 beteiligte sich auch das britische Unternehmen Alvis Ltd.
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Entwicklung
Im April 1998 vereinbarten Frankreich, Deutschland und Großbritannien zusammen ein allradgetriebenes 8x8-Radfahrzeug zu entwickeln. Frankreich zog sich recht bald wieder zurück um mit der schweizerischen MOWAG ein eigenes Fahrzeug zu entwickeln, Deutschland und Großbritannien verfolgten das Projekt alleine weiter. Im selben Jahr baute das deutsche Konsortium einen 6x6-Technologiedemonstrator, der einige Eigenschaften des richtigen GTK erproben und demonstrieren sollte. 1999 wurde der Entwicklungsvertrag der eine Option für eine erste Serienfertigung von 600 Stück ab 2005 vorsah, unterzeichnet und die Firma ARTEC mit Sitz in München gegründet. Der erste von acht Prototypen wurde 2001 fertiggestellt und die Niederlande stiegen mit 200 Fahrzeugen in das unter dem Produktnamen Boxer vermarktete Programm ein. Einen erheblichen Rückschlag gab es im Jahr 2003, als Großbritannien aus der Entwicklung ausstieg. Das Fahrzeug sollte im Vereinigten Königreich nicht mit dem Programm Future Rapid Effects System (FRES) konkurrieren. Ursprünglich sollte die Produktion der Serie 2004 anlaufen. Aufgrund der Verzögerungen durch den Ein- und Ausstieg der Nationen und technischen Modifikationen ist ein Produktionsstart für 2008 vorgesehen.
Technik
Das Fahrzeug ist modular aufgebaut. Das System besteht aus dem Fahrwerk, dem Motor und dem vorderen Gehäuse mit Motor- und Fahrerraum. Der Fahrer sitzt dabei rechts und verfügt über eine Dachluke und drei Winkelspiegel, der mittlere kann durch ein Nachtsichtgerät ausgetauscht werden. Links neben ihm ist der Motorraum, der über eine Feuerunterdrückungsanlage verfügt. Eine zentrale Reifendruckregelanlage gehört zum Standard. ABC-Schutz wird gewährleistet.
Auf das Heck wird ein Missionsmodul gesetzt, das über einen Durchgang zum Fahrer verfügt und das gasdicht mit diesem abschließt. Dieses Missionsmodul kann innerhalb einer Stunde durch ein anderes ausgetauscht werden und wiegt bis zu 8 Tonnen. Das Gruppentransport-Modul bietet Platz für sieben Soldaten und verfügt über eine Rampe im Heck. Vorn mittig auf dem Dach ist eine Öffnung für eine Kuppel mit Winkelspiegel und MG oder für einen kleinen MG-Turm. Das Modul verfügt über eine ABC-Schutzbelüftung. Weitere Module sind in Planung, beispielsweise mit einem 120-mm-Mörser, als Ambulanz- und als Führungspanzer. Für das Fahrzeug wurden so viele zivile Bauteile (commercial off-the-shelf) wie möglich verwendet, um die Kosten zu senken.
Das GTK Boxer ist mit Abstand das größte und schwerste Fahrzeug seiner Klasse, was den Lufttransport in einer C-130 Hercules unmöglich macht; es braucht mindestens einen Airbus A400M zur taktischen Luftverladung. Dies kann als ernstzunehmende Einschränkung der Exportaussichten gesehen werden.
Technische Daten
- Konfiguration: 8 x 8
- Besatzung: bis 10
- Kampfgewicht: 33 t max.
- Leergewicht: 25 t
- Motor: 530 KW (710 PS) Diesel
- Fahrgestell: 7,93 m
- Breite: 2,99 m
- Höhe: 2,37 m (Dach)
- Bodenfreiheit: 50 cm
- Spurweite: 2,58 m
- Radstand: 1,55 + 1,90 + 1,55 m
- max. Geschwindigkeit, Straße: 103 km/h
- Reichweite (Straße/Gelände): 1050 km / 1100 km
- Wat-Tiefe: 1,50 m
- Steigfähigkeit: 60%
- Max. Querneigung: 30%
- Kletterfähigkeit: 80 cm
- Grabenüberschreitfähigkeit: 2,0 m
- Wenderadius: 15 m
- Bewaffnung: MG3 oder GMW 40mm
Stückzahlen
Für Deutschland sind vorerst folgende Versionen geplant: Von 2009 bis 2016 erhält die Bundeswehr 125 Gruppentransportfahrzeuge, 65 Führungsfahrzeuge, 10 Fahrschulfahrzeuge und 72 Sanitätsfahrzeuge, die verschiedene Varianten des Mannschaftstransportpanzers M113 und des Transportpanzer TPz 1 Fuchs ablösen sollen. Eine vollständige Ablösung dieser Fahrzeugtypen war zwar geplant, wird jedoch wegen der hohen Kosten des GTK Boxer nicht zu realisieren sein. In den Niederlanden sollen ab 2009 rund 200 Fahrzeuge in den Konfigurationen Führung, Ambulanz, Gefechtsschaden-Instandsetzung und Mehrzweckmodul beschafft werden. Sie sollen die Fahrzeuge vom Typ M577 (M113 Variante) und teilweise die YPR-765 (M113 Variante) ersetzen.
Programmstatus
Dieser Abschnitt befasst sich mit aktuellen Meldungen. Diese können sich noch ändern.
Am 17. Februar 2006 gab Artec den Serienpreis des Boxers bekannt, der allerdings von den Niederlanden und Deutschland als zu hoch und nicht akzeptabel zurückgewiesen wurde. Aufgrund der Wichtigkeit des binationalen Programms für die Industrie wollte Deutschland allerdings weitere Preisverhandlungen unternehmen, wogegen die Niederlande nach einer Meldung der Jane's Information Group einen Rückzug und eine Neuauschreibung in Betracht zogen. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht umgesetzt. Ende Juni 2006 entschied die Tweede Kammer, das niederländische Parlament, für eine Fortführung des Boxerprogramms und bewilligte auch gleich die Ausgaben für 200 Fahrzeuge. [1]
Laut einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ vom 25. August 2006 rechnet das deutsche Verteidigungsministerium mit Kosten von 891 Millionen Euro für die 272 Boxer, mit denen die Bundeswehr ausgerüstet werden soll.[2]
Am 03. Dezember 2006 wurde die Beschaffung von insgesamt 272 GTK Boxer durch den deutschen Bundestag genehmigt. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte am 19. Dezember 2006 in der Bernardkazerne im niederländischen Amersfoort.
Quellen
- ↑ Pressemitteilung des niederländischen Verteidigungsministeriums (in niederländisch): KAMER STEUNT VOORTGANG BOXER, 28. Juni 2006 [1].
- ↑ Hans-Jürgen Leersch: Jung bestellt für sechs Milliarden neue Rüstungsgüter, Die Welt, 25. August 2006 [2].
Weblinks
Firmenkonsortium (Vertragspartner):
Beteiligte Firmen (Hauptauftragnehmer):
Auftraggeber (Vertragsschließende Organisation):
Beteiligte Nationen:
- Webseite des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung
- Informationen von www.bundeswehr.de
- Niederländisches Verteidigungsministerium (DMO)
1. Generation: Daimler-Benz LG315/46 | Ford G398 | Kraftkarren (KraKa) | MAN 630 | VW Typ 2 | DKW Munga | Unimog (S404) | VW Typ 181 | Hercules K 125 BW
2. Generation: Unimog (U 1300 L) | MAN gl | Raketenwerfer LARS | SLT 50-2/3 Elefant | Mercedes-Benz NG | TPz Fuchs | Spähpanzer Luchs | VW Iltis | VW Typ 3 | Hercules K 125 1A1 BW
Ungepanzerte Radfahrzeuge der 3. Generation: Wolf | SLT 56 Franziska | Unimog (U3000/U4000/U5000) | MAN gl | Wechselladersystem MULTI | Hercules K 180 BW | KTM
Geschützte Radfahrzeuge der 3. Generation: ATF Dingo (1&2) | Serval/Wolf AGF | Wolf MSA und FSA | Mungo ESK | GTK Boxer | Duro 3 | Spähwagen Fennek
Truppenversuche: Porsche Jagdwagen (Ausschreibung Lkw 0,25 gl 4x4) | Goliath Jagdwagen (Ausschreibung Lkw 0,25 gl 4x4) | Zobel (Panzer) (Projektstudie zum Fennek) | Sonderwagen 4 (TM-170) (nur zur Erprobung, nicht realisiert)
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