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Fulrad
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Fulrads Eltern Riculf und Ermengard hatten reiche Besitzungen im Gebiet von Mosel und Maas; enge Beziehungen der Familie mit anderen Familien des fränkischen Hochadels, u. a. den Guidonen, sind nachgewiesen. Fulrad selbst wird das erste Mal im Jahr 749 erwähnt, gehört aber zu diesem Zeitpunkt schon zu den wichtigsten Ratgebern Pippins des Jüngeren: Von Pippin, zu diesem Zeitpunkt noch Hausmeier, wird Fulrad zu Papst Zacharias gesandt, um die Absetzung des Merowingers Childerich III. und die Einsetzung Pippins zum neuen fränkischen König zu erreichen.
Nach der erfolgreichen Mission erhielt Fulrad 750, wohl als Dank Pippins, die wichtige Abtei Saint-Denis und wurde 751 zum Vorsteher der Hofkapelle ernannt. Daneben war er weiterhin an diplomatischen Aktivitäten beteiligt, so verhandelte er 756 die Übergabe des Exarchats von Ravenna an den Heiligen Stuhl und blieb Verbindungsmann der fränkischen Könige mit dem Papst. Hadrian I. verieh ihm den Titel eines archipresbiter Franciae und machte ihn damit zum Primas der fränkischen Geistlichkeit.
Als Abt von Saint-Denis gelang es ihm, verloren gegangene Besitzungen des Klosters zurück und neue Gebiete hinzu zu gewinnen und durch zahlreiche Kloster- und Zellengründungen im elsässischen Gebiet die Bedeutung Saint-Denis' zu steigern: u. a. entstanden auf seine Initiative die Klöster in Lièpvre, Salonnes, St. Pilt (heute Saint-Hippolyte) und Esslingen am Neckar, eventuell auch Schwäbisch Gmünd. Auch zu bayerischen Klöstern wie Tegernsee, Salzburg oder Schäftlarn hat er Beziehungen geknüpft.
Seinen enormen Eigenbesitz im Elsaß, aber auch in Schwaben und Rom vermachte er in seinem Testament dem Kloster Saint-Denis.
Literatur
- Josef Fleckenstein: Fulrad. In: Lexikon für Theologie und Kirche 3 (1995), Sp. 1024f.
- Josef Fleckenstein: Fulrad von Saint-Denis und der fränkische Ausgriff in den süddeutschen Raum. In: G. Tellenbach (Hg.): Studien und Vorarbeiten zur Geschichte des Großfränkischen und frühdeutschen Adels. Freiburg i. Br. 1957, 9-39.
Weblinks
- Literatur von und über Fulrad im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fulrad |
| ALTERNATIVNAMEN | Fulrade |
| KURZBESCHREIBUNG | Abt von Saint-Denis |
| GEBURTSDATUM | zwischen um 710 |
| GEBURTSORT | Andaldovillare (heute Saint-Hippolyte) im Elsaß |
| STERBEDATUM | 16. Juli 784 |
| STERBEORT | Saint-Denis |
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