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Fritz Riemann (Psychoanalytiker)

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Fritz Riemann (* 15. September 1902 in Chemnitz; † 24. August 1979 in München) war ein deutscher Psychologe, Psychoanalytiker und Astrologe.

Inhaltsverzeichnis

Werk

Fritz Riemann war Mitbegründer des Münchner Instituts für psychologische Forschung und Psychotherapie (heute: Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie) und Ehrenmitglied der Academy of Psychoanalysis in New York.

Er veröffentlichte 1961 die tiefenpsychologische Studie Grundformen der Angst. Darin beschreibt er vier Typen der Persönlichkeit, bei denen es sich - in seinen Worten - "letztlich um vier verschiedene Arten des In-der-Welt-Seins" (ebd., akt. Ausgabe: Einleitung, S. 18), verbunden mit den entsprechenden "Grundformen" der Angst, handeln soll. Er nennt sie schizoide, depressive, zwanghafte oder hysterische Persönlichkeiten (WICHTIG: diese Bezeichnungen decken sich nicht mit den medizinischen Diagnose-Kriterien gleichnamiger Persönlichkeitsstörungen!).

  • Schizoide Persönlichkeit tritt bei der Existenzangst auf: Angst vor der Selbsthingabe (weil als Ich-Verlust und Abhängigkeit empfunden) und fordert Selbstwerdung
  • Depressive Persönlichkeit tritt bei der Trennungsangst auf: Angst vor der Selbstwerdung (weil als Isolierung und Ungeborgenheit empfunden) und fordert Selbsthingabe
  • Zwanghafte Persönlichkeit tritt bei der Angst vor Schuld und Strafe auf: Angst vor der Veränderung (weil als Unsicherheit und Vergänglichkeit empfunden) und fordert Notwendigkeit
  • Hysterische Persönlichkeit tritt bei der Angst vor Minderwertigkeit auf: Angst vor der Notwendigkeit (weil als Unfreiheit und Endgültigkeit empfunden) und fordert Veränderung

Riemann betont, dass ein Mensch nicht nur eine dieser Charaktereigenschaften hat, sondern individuell und wandlungsfähig ist und einen Bereich stärken kann, der bisher nur schwach ausgeprägt war.

Fritz Riemann wandte sich auch der Astrologie zu und veröffentlichte 1976 das Buch Lebenshilfe Astrologie - Gedanken und Erfahrungen, das er als Beitrag zu deren »Rehabilitierung« ansah; er plädiert darin für einen vorurteilsfreien Zugang zur Denkweise und Symbolsprache der Astrologie. Die Einbeziehung des individuellen Geburtshoroskops sah er als fruchtbar für alle menschlichen Beziehungen an, wobei er die Eigenverantwortung bei der Persönlichkeitsentwicklung betonte. Die Astrologie hatte nach seinen Aussagen auch Einfluss auf seine psychotherapeutische Tätigkeit.

Publikationen

Psychologie

Astrologie

  • Lebenshilfe Astrologie. Gedanken und Erfahrungen, München: J. Pfeiffer 1976, aktuell: München, Deutscher Taschenbuch Verlag 2005, 20. Aufl., ISBN 3-423-34262-5
  • mit Ernst von Xylander: Das fröhliche Horoskop. Astrologische Verse, Zürich: Origo 1955, aktuell: Bern, Origo, 4. rev. A. 1993, ISBN 978-3-282-00022-7

Weblinks

Persönliche Werkzeuge