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Friesdorf (Bonn)

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Bild:Bonn-Friesdorf.png
Lage von Friesdorf in Bonn

Friesdorf ist ein Stadtteil von Bonn am nördlichen Rand des Stadtbezirks Bad Godesberg. Nach Norden ist Friesdorf durch die unbebaute Trasse für eine mögliche Verlängerung der A 562 begrenzt, nach Osten durch die B 9.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits zur Römerzeit gab es eine Villa in Friesdorf, deren Reste 1954 entdeckt wurden. Der Fund eines Altarsteines des römischen Kaisers Gordian III. stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Außerdem fand man 1969 ein fränkisches Gräberfeld aus dem 9. Jahrhundert.

Eine Kapelle wird 1274 urkundlich erwähnt, wenig später auch die erste Pfarrkirche.

Entstehung des Ortsnamens

Die Entstehung des Ortsnamens „Friesdorf“ ist umstritten. Er findet sich in der karolingischen Zeit in der Form von „Fritigestorp“ (Dorf des Fritigiso). 1174 heißt es „Fritisdorf“. Im Liber valoris um 1200 „Vryetsdorp“, „Frederisdorp“. Heinrich Merck, Pfarrer in Friesdorf von 1836 bis 1853, nach dem heute eine Straße in Friesdorf benannt ist, berichtete in seinen Schriften: „Der Name des Dorfes Friesdorf stammt höchstwahrscheinlich von einem ehemaligen römischen Kriegsobersten Frisius.“

Der Godesberger Heimatforscher und Professor für Ägyptologie an der Universität Bonn, Alfred Wiedemann, führt dagegen in seiner Geschichte Godesbergs und seiner Umgebung (1920) den Namen Friesdorf auf einen fränkischen Personennamen zurück, wobei er sich auf Urkunden des Münsterkapitels zu Bonn zwischen 819 und 842 beruft, in denen der Ortsnamen „Fritigiso villa“ erscheint. Fritigiso ist ebenso wie Rinnigiso, nach dem Rüngsdorf seinen Namen erhielt, ein fränkischer Personennamen.

In Die Bonner Urkunden des frühen Mittelalters schreibt Wilhelm Levison über Friesdorf: „In pago Bonnensis in villa quae dicitur Fritigesdorp“ (Urkunden aus den Jahren 722/23, 794/95 und 873).

Eine Urkunde des Bonner Cassiusstifts, dem der Zehnte in Friesdorf gehörte, aus den Jahren 819 bis 841 lautet: „Ego in Dei nomine Alvard (et)c. dono ad ecclesiam sive ad reliquias santi Remidii, quae est constructa in villa Basilica et ubi praeesse Hathabaldus primae sedis Agrippinensium civatis episcopus, vineam in pago Bonnensis in marca, cognominatur Fristorp.“ (Im Namen Gottes schenke ich Alvard, an die Kirche und Reliquien des heiligen Remigius, die in der villa Basilika liegt und in der der Kölner Bischof Hathabaldus Vorsteher ist, in der Gemarkung Friesdorf einen Weinberg).

Neuzeit

Der barocke Kirchenbau mit romanischem Turm wurde Ende des 19.Jahrhunderts durch eine neugotische Kirche ersetzt. Diese wurde 1944 bei einem Luftangriff zerstört, 1949 wieder aufgebaut und erweitert. Die Pfarrgemeinde St. Servatius wird seit 1981 durch indische Patres geleitet. Die Patres gehören dem Orden Carmelites of Mary Immaculate an.

Um 1900 war Friesdorf ein armer Ort mit unterentwickelter Infrastruktur zwischen Bonn und Godesberg. Als beide Städte wuchsen, sollte Friesdorf einer der beiden Städte eingemeindet werden, allerdings wehrten sich beide wegen der damit verbundenen Kosten dagegen. Am 1. Juli 1904 wurde Friesdorf schließlich nach Bad Godesberg eingemeindet und 1969 durch die Eingemeindung von Bad Godesberg zum Stadtteil von Bonn.

Heute leben etwa 7900 Einwohner in Friesdorf. Der Ortskern verfügt über zahlreiche Geschäfte und es gibt ein Freibad.

Siehe auch: Klufterhof

Verkehrsanbindung

Friesdorf ist durch die folgenden Verkehrsanbindungen sehr gut zu erreichen. Diese sind:

Die Buslininie 612, welche vom Hindenburgplatz bis nach Mehlem fährt, die Buslinie 623 und die U-Bahn-Linien 63 und 16.

Literatur

  • Renate Klingenburg et. al.: Friesdorf und seine Kirchen. Die Ortsgeschichte von der Römerzeit bis zur Gegenwart. Bonn 1991.
  • Andreas Giersberg: Friesdorfer Geschichte, Bonn 1985.

Weblinks

Koordinaten: 50° 41' 52" N, 7° 7' 42" O

Wikipedia
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