Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Friedrich Ahlers-Hestermann

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Ahlers-Hestermann (* 17. Juli 1883 in Hamburg; † 11. Dezember 1973 in Hamburg) war Maler und Kunstschriftsteller. Mitglied des Hamburgischen Künstlerclubs von 1897 und Schüler der Académie Matisse in Paris. Nach dem 1. Weltkrieg war er Mitbegründer der Hamburgischen Sezession. Er lebte mit seiner Ehefrau, der russisch-deutschen Künstlerin Alexandra Povòrina (1885-1963), in Hamburg, München, Köln und Berlin. Innere Emigration während der Nazi-Diktatur. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er zum Gründungsdirektor der Hamburger Landeskunstschule berufen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Friedrich Ahlers-Hestermann stammte aus einer Hamburger Kaufmannsfamilie, die traditionsgemäß eine andere als eine künstlerische Laufbahn für den Sprössling vorgesehen hatte. Dennoch unterstützte die Familie dessen selbstgewählte beruflichen Ambitionen. Seine künstlerische Basisausbildung erhielt er zwischen 1899 und 1903 bei dem Hamburger Naturmaler Arthur Siebelist, auf Empfehlung des Hamburger Kunsthallendirektors Alfred Lichtwark. Anders als als in den Kunstakademien, die vor allem nach Gipsabgüssen im Atelier arbeiteten, fand der Unterricht bei Siebelist, zumindest im Sommmer, draußen in der Natur statt. Lediglich im Winter traf man sich in einem angemieteten Atelier.

Siebelists Wertschätzung für den Maler Wilhelm Leibl wirkte sich zunächst auch auf die Malweise Ahlers-Hestermanns aus. Um 1900 malte er von Leibl inspirierte heimelige häusliche Familienszenen. Die Gemälde, die auf den sommerlichen Ausflügen auf dem Lande entstanden sind, zeigen bald eine luftige Malweise, die von der Liebe zu Farben und einem leichten Pinselstrich herrührt.

Seine erste Ausstellungsbeteiligung hatte Ahlers-Hestermann 1903 anlässlich der Frühjahrsausstellung der Hamburger Kunsthalle. Im gleichen Jahr beendete er die Ausbildungszeit bei Siebelist und nahm sich zusammen mit Friedrich Nölken ein eigenes Atelier. Obwohl er bald in Hamburg als Maler Anerkennung fand, suchte er nach weiteren Entwicklungsmöglichkeiten, die ihm die Hansestadt, die damals über keine Kunstakademie verfügte, nicht bieten konnte.

Paris

Zwischen 1907 und 1914 hielt er sich immer wieder für einige Monate in Paris auf, dem Zentrum der künstlerischen Avantgarde. Er fand dort Kontakt zum deutschen Künstlerkreis des Café du Dôme. 1909 studierte er in der Académie Matisse. Unter den Eindrücken der modernen Pariser Malerei, vor allem von Matisse und Cézanne, entwickelte Ahlers-Hestermann immer mehr seinen eigenen Stil, der grundsätzlich dem Gegenständlichen verbunden bleiben sollte. In Paris lernt er auch 1912 seine spätere Frau, die aus St. Petersburg stammende Malerin Alexandra Povòrina (eigentlich Alexandra von Povorinskaya) kennen.

1. Weltkrieg

1914 kehrt Ahlers-Hestermann nach Hamburg zurück, Alexandra Povòrina folgte ihm nach Ausbruch des 1. Weltkriegs im Sommer des gleichen Jahres in seine Heimatstadt. Wegen seines Lungenleidens wurde er nicht in den Krieg geschickt. Mit seiner Lebensgefährtin reiste er 1915 nach Limburg an der Lahn, um der nationalistisch angeheizten russenfeindlichen Stimmung zu entfliehen. 1916 kurzer Aufenthalt in München, wo Povòrina einen Sohn gebar, der kurz nach der Geburt verstarb. Trotz der Kriegszeit stellten sich erste künstlerische Erfolge ein: Ankauf dreier Bilder durch die Hamburger Kunsthalle. 1918 wurde er Lehrer an der Kunstschule Gerda Koppel.

Hamburg

Kurz nach Kriegsende, 1919, gründete Ahlers-Hestermann zusammen mit Povòrina, Alma del Banco und Gretchen Wohlwill die Hamburgische Sezession, eine erklärtermaßen Elitegruppe der modernen KünstlerInnen der Hansestadt, die das allgemeine Niveau sowie die kulturelle Atmosphäre der Stadt zu verbessern angetreten war. In den folgenden Jahren stieg Ahlers-Hestermanns Bekanntheitsgrad beachtlich, sodass er aus anderen Städten Angebote für Lehraufträge bekam, etwa von der Akademie in Breslau.

Köln

1928 nahm er den Ruf als Professor an den Kölner Werkschulen an. Die geografische Nähe zu Paris regten seine Auseinandersetzung mit der französischen Kunst erneut an. Außerdem begründete er die Künstlergemeinschaft "Gruppe '32" mit.

Nazi-Diktatur

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete für Ahlers-Hestermann eine beruflich und gesellschaftlich erfüllte Zeit. Im März 1933 wurde ihm gekündigt. Er verlegte sich auf die Kunstschriftstellerei und erteilte für den Lebensunterhalt Privatstunden.

Berlin

1939 flüchtete er mit Frau und Tochter, der Design-Künstlerin Tatjana Ahlers-Hestermann, in die schützende Anonymität der Großstadt Berlin, wo die Familie den 2. Weltkrieg überlebte.

Wiederaufbau der Landeskunstschule Hamburg

Nach dem Ende der Nazi-Diktatur und des Krieges wurde er wiederum nach Hamburg gerufen zum Wiederaufbau der Landeskunstschule. Die eigene künstlerische Arbeit trat deshalb in den Hintergrund.

Wieder Berlin

Erst nach seiner Pensionierung 1949 und seiner Rückkehr nach Berlin, wo Povòrina noch als Dozentin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee tätig war, konnte er seine Energie wieder verstärkt der Malerei widmen. 1956 bis 1973 arbeitete er schließlich als Direktor der Abteilung Bildende Kunst an der Akademie der Künste in Berlin.

Ehrungen

  • Mitglied der Akademie der Künste (Berlin)
  • Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik (1953)
  • Edwin-Scharff-Preis der Hansestadt Hamburg (1968)

Werke (Auswahl)

  • "Flusslandschaft bei Bardowick" (1901), Öl/Pappe, 65 x 72 cm, Nordfriesisches Museum Ludwig-Nissen-Haus, Husum
  • "Bildnis der Malerin Anita Rée (1915), Öl/Leinwand, 90 x 70 cm, Hamburger Sparkasse
  • "Felsen an der Lahn", (1915), Öl/Leinwand, 60 x 73 cm, Hamburger Kunsthalle
  • "Alexandra Povòrina schreibend" (1919), Öl/Leinwand, 60 x 73 cm, M.M. Warburg & Co.
  • "Vorfrühling in Blankenese" (1921), Öl/Leinwand, 70 x 59 cm, Altonaer Museum, Hamburg
  • "Stillleben mit Katze und Blumen" (1931), Öl/Holz, 90 x 75 cm, Hamburger Kunsthalle

Literatur

  • Ahlers-Hestermann, Friedrich: Pause vor dem dritten Akt, Berlin 1949
  • Ders., Bilder und Schriften, Schriftenreihe der Akademie der Bildenden Künste, Bd. 2, Berlin 1968
  • Ewers-Schultz, Ina: Friedrich Ahlers-Hestermann, 1883-1973, Maler, Lehrer, Schriftsteller, Hrsg. Hamburger Sparkasse, Hamburg 2003
  • Manigold, Anke: Der Hamburger Maler Friedrich Ahlers-Hestermann, 1883-1973, Leben und Werk, Hamburg 1986 (Diss.)

Weblink

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Friedrich_Ahlers-Hestermann, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge