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Frauenverein

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Ein Frauenverein ist ein Verein, in dem sich vornehmlich Frauen zusammenschließen. Ziele von Frauenvereinen sind häufig soziale Anliegen im Allgemeinen oder Frauenthemen und Frauenfragen im Besonderen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Frauenvereine in Deutschland

Chronologie

Die ersten Frauenvereine entstanden ab 1810 nach dem Vorbild der französischen Wöchnerinnengesellschaften. Sie wurden in den unter französischer Verwaltung stehenden Städten Preußens eingeführt. Während der Befreiungskriege wurden zahlreiche Frauenhilfsvereine gegründet, um die Freiwilligen zu unterstützen. Fast alle dieser Frauenvereine lösten sich nach 1815 schon bald wieder auf. Seit Ende der 1820er Jahre wurden verschiedene wohltätige Frauenvereine gegründet, die vor allem fürsorgerisch tätig waren. Seit den 40er Jahren kamen viele kirchliche Frauenvereine hinzu.

Politisch-orientierte Frauenvereine traten erstmals während der Revolution von 1848 auf. 1850 wurde in einigen Bundesstaaten (unter anderem in Preußen und Bayern) die Mitgliedschaft von Frauen in politischen Vereinen verboten. Die Ziele der Frauenvereine, die in der Folge gegründet wurden, sind deshalb - zumindest vordergründig - unpolitisch und pragmatisch. Die 1866 von der späteren deutschen Kaiserin Augusta ins Leben gerufenen Vaterländischen Frauenvereine hatten ihren Tätigkeitsschwerpunkt - als weiblicher Teil des Roten Kreuzes in Preußen - zunächst in der militärischen Krankenpflege. In den Kriegen 1870/71 und 1914-1918 versorgten sie Verwundete, sammelten sog. Liebensgaben (Spenden) für die Soldaten, strickten Strümpfe bzw. ließen diese von bedüftigen Frauen gegen Lohn anfertigen. Bereits seit den 1870er Jahren engagierten sich die lokal agierenden Vereine in vielerlei sozialen Bereiche wie z.B. Suppenküchen, Säuglingspflege, Tuberkulosefürsorge oder ländliche Krankenfürsorge. Die Mehrheit der Mitglieder des konservativ-monarchistischen Frauenverein stammte aus dem Adel und Bürgertum. Der Vaterländische Frauenverein exstierte bis ca. 1937 und war die größte Frauenorganisation im Kasierreich. Die jeweilige Kaiserin fungierte als Protektorin und nahm eine wichtige Vorbildfunktion ein. Auch in den anderen Landesteilen des Reiches gründeten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts - oft durch die jeweilige Landesfürstin - Frauenvereine vom Roten Kreuz, deren Ausrichtung und Tätigkeitsprofil ähnlich dem preußischen Verein waren. Emazipatorische Ziele vertraten die Frauenvereine vom Roten Kreuz nicht. Auch der 1865 gegründete Lette-Verein, der sich um eine bessere Mädchenbildung und Berufsbildung von Frauen kümmerte, strebte dies nicht an. Zu den progressivereren Frauenvereinen zählten zahlreiche Vereine, die sich dem 1894 gegründeten Bund Deutscher Frauenvereine (BDF) anschlossen. Dazu gehörte der 1865 gegründete Allgemeine Deutsche Frauenverein ebenso wie Sittlichkeitsvereine, Berufsorganisationen (z.B. Allgemeine deutsche Lehrerinnenverein)oder soziale Vereine. Auch eher politisch agierde Gruppen wie Stimmrechtsvereine zählten dazu, doch war die erste bürgerliche Frauenbewegung im Großen und Ganzen sehr gemäßigt. Die Andersartigkeit des weiblichen Geschlechtes und die damit verbundene andere Rolle in allen gesellschaftlichen Bereichen wurde nicht in Frage gestellt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es zum eigentlichen Gründungsboom von Frauenvereinen. Neben zahlreichen kirchlichen Vereinigungen, wie z.B. der Deutsch-Evangelische Frauenbund, den Jüdischen Frauenbund oder den Katholischen Deutschen Frauenverband, entstanden Bildungs- und Berufsvereine in den verschiedensten Ausprägungen. Doch es existierte nicht nur eine bürgerliche Frauenbewegung mit ihren unterschiedlichsten Vereinen. Daneben entstand eine proletarische Frauenbewegung, die eng mit dem Namen Clara Zetkin verbunden ist. Obwohl beide Bewegungen für die Rechte und Freiheiten der Frauen stritten, blieben sie getrennte Organisationen, schließlich vertraten sie auch verschiedene Weltbilder und Frauen aus unterschiedlichen Schichten.

Historische Bedeutung der Frauenvereine

Im 19. Jahrhundert hatten die Frauen kein politisches Mitspracherecht. Die Mitgliedschaft in einem Verein ermöglichte es den Mitgliedern, ihren Einflussbereich über die Familie auszudehnen, an einer sozialen Bewegung teilzunehmen und dadurch bis zu einem gewissen Grad Einfluss auf die öffentliche Meinung und Wertvorstellungen auszuüben.

Literatur

Rita Huber-Sperl. Bürgerliche Frauenvereine in Deutschland im "langen" 19. Jahrhundert - eine Überblicksskizze (1780-1910). In: Rita Huber-Sperl (Hg.). Organisiert und engagiert. Vereinskultur bürgerlicher Frauen im 19. Jahrhundert in Westeuropa und den USA. Königstein 2002. S. 41-74.

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