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Franz Dominicus Brentano

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Francesco Domenico Maria Josef Brentano di Tremezzo, genannt Franz Brentano (* 17. November 1765 in Frankfurt am Main; † 28. Juni 1844 ebenda) war ein Frankfurter Großkaufmann und der zweite Sohn von Peter Anton Brentano aus erster Ehe mit Paula Brentano-Gnosso. Er wurde nach dem Tod seines Vaters am 9. März 1797 Chef der Familie Brentano und damit auch des Frankfurter Handels- und Bankhauses Brentano. Er übernahm von seinem Vater auch dessen Würde eines kurtrierischen Geheimen Rates und Residenten, deren Machtumfang und Bedeutung aber bald durch die linksrheinische Annexion Napoleons abnahm.

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Franz Dominicus Brentano, Porträt von Joseph Stieler, 1808

Sein Haus war stets ein Mittelpunkt im geistigen und gesellschaftlichen Leben der Stadt. im Laufe der Zeit gehörten zu seinen Gästen u.a. der Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg, Goethe, Beethoven, Benjamin Franklin, die Brüder Boisserée, die Brüder Grimm und der Freiherr vom Stein.

Als 32-jähriger heiratete Franz am 23. Juli 1798 in Wien die 18-jährige Johanna Antonia Josepha von Birkenstock (Antonie Brentano, 1780-1869), einzige Tochter des kaiserlichen Hofrats und begüterten Kunstsammler Johann Melchior Birkenstock und seiner 1788 bereits verstorbenen Ehefrau Caroline Josepha von Hay (1755-1788).

Das Ehepaar hatte zusammen fünf Kinder:

  1. Georg (1801–1852)
  2. Maximiliane Euphrosine Kunigunde (1802–1861), verheiratet mit Friedrich Landolin Karl Freiherr von Blittersdorf (1792–1861)
  3. Josepha Ludovica (1804–1879), verheiratet mit Anton Theodor Brentano-Toccia (1809–1895)
  4. Franziska 1806–1837, genannt Fanny
  5. Karl Joseph 1813–1850

Seit Herbst 1806 bewohnte er u.a. im Sommer mit seiner Familie das sog. Brentanohaus in Winkel im Rheingau. Zu den vielen Gästen aus Politik und Kultur, die in das Haus einkehrten, zählten Johann Wolfgang von Goethe, die Gebrüder Grimm und Freiherr vom Stein. Es befindet sich heute noch in direkter Linie in Familienbesitz.

1809 bis 1814 lebte er mit seiner Familie überwiegend in Wien. 1816 wurde er Senator der Freien Stadt Frankfurt, als zweiter Katholik nach seinem Schwager Georg Friedrich von Guaita. Seit 1827 war er Schöffe in Frankfurt.

Er ließ 1820 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel ein großzügiges klassizistisches Palais an der Neuen Mainzer Straße erbauen, das die Stadt Frankfurt 1869 kaufte und für einen Straßendurchbruch abbrechen ließ.

Brentano war ein großzügiger Mäzen und Stifter, der unter anderem das katholische Schulwesen Frankfurts förderte. Seine umfangreiche Sammlung von Zeichnungen vermachten seine Nachfahren 1895 an das Städel.

Literatur

  • Wolfgang Klötzer (Hrsg.), Frankfurter Biographie. Erster Band A-L, Frankfurt am Main, Verlag Waldemar Kramer, 1994, ISBN 3-7829-0444-3
  • Klaus Günzel, Die Brentanos. Eine deutsche Familiengeschichte, 3. Aufl., Düsseldorf/Zürich, Artemis & Winkler, 1998, ISBN 3-7608-1089-6

Weblinks

Weingut Brentano in Oestrich-Winkel/Rheingau

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