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Frankfurt-Hausen
Aus Kefk.
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| Wappen | Karte | |||
| Bild:Mk Frankfurt Karte Hausen.png | |||
| Basisdaten | ||||
| Fläche: | 1,255 km² | |||
| Einwohner: | 6.930 | |||
| Bevölkerungsdichte: | 5.522 Einwohner/km² | |||
| Postleitzahlen: | 60488 | |||
| Vorwahlen: | 069 | |||
| Gliederung | ||||
| Ortsbezirk: | 7 – Mitte-West | |||
| Stadtbezirke: |
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| Website | ||||
Hausen ist ein nordwestlicher Stadtteil von Frankfurt am Main mit etwa 6.900 Einwohnern. Das ehemalige Mühlendorf wurde 1910 zusammen mit dem benachbarten Stadtteilen Ginnheim, Praunheim, Rödelheim und einigen weiteren nördlichen Stadtteilen nach Frankfurt eingemeindet.
Inhaltsverzeichnis |
Lage
Hausen grenzt im Nordwesten an Praunheim und im Südosten an den Industriehof in Bockenheim an und bildet mit diesen Stadtteilen eine bauliche Einheit. Im Nordosten trennt der Volkspark Niddatal Hausen von Ginnheim. Im Südwesten liegt jenseits der Nidda der Stadtteil Rödelheim.
Siedlungen
Hausen ist hauptsächlich Wohngebiet und verfügt neben dem alten Ortskern über neuere Siedlungen. Nördlich der A66 gibt es eine ehemalige Erwerbslosensiedlung aus den 20er Jahren, die in den 70er Jahren durch Neubauten (u. a. vier Hochhäuser) verdichtet wurde und heute nach dem ehemaligen Oberbürgermeister Willi Brundert benannt ist. Das Gebiet östlich der Straße Am Hohen Weg wurde seit den 60er Jahren neu bebaut. Westlich von Hausen gelegen und durch die Ludwig-Landmann-Straße getrennt wurde in den 30er Jahren die Siedlung Westhausen gebaut. Trotz der irreleitenden Namensgebung gehört Westhausen offiziell nicht zu Hausen, sondern zur Gemarkung Praunheims. Ein ebenfalls geläufiger Irrtum ist, dass das in Bockenheim gelegene Gewerbegebiet Industriehof zu Hausen gehört.
Verkehr
Im Westen verläuft die Ludwig-Landmann-Straße, ein Teil der Bundesstraße 44 und eine wichtige Ausfallstraße in Frankfurt am Main. Dort befindet sich eine Anschlussstelle der Bundesautobahn 66.
Seit 1986 hat Hausen Anschluss an das U-Bahn-Netz. Die Linie U6 (Praunheim Heerstraße - Hauptwache - Ostbahnhof) umfährt den Ortskern westlich über die Ludwig-Landmann-Straße und die Linie U7 (Hausen - Hauptwache - Enkheim) östlich über die Straße Am Hohen Weg und endet in der Willi-Brundert-Siedlung. Zuvor wurde die oberirdisch verlaufende Trasse von der Straßenbahn befahren, mit der der 1910 eingemeindete Stadtteil bereits 1913 Anschluss an das Straßenbahnnetz erhielt.
Des Weiteren führen die Omnibuslinien 34, 72 und 73 durch Hausen und stellen Verbindungen zu den umliegenden Stadtteilen Bockenheim, Rödelheim und Praunheim sowie zum Nordwestzentrum her. Der nächstgelegene Regionalbahnhof ist der Westbahnhof und mit der Buslinie 73 direkt erreichbar. Am Wochenende ist Hausen durch die Nachtbuslinien n1, n2 und n11 an die Innenstadt angebunden.
Bildung und Forschung
Im alten Hausener Ortskern befindet sich die Kerschensteinerschule – benannt nach dem Reformpädagogen Georg Michael Kerschensteiner. Die Grund- und Hauptschule wurde 1954 eröffnet und besteht heute aus drei Schulgebäuden und einer Turnhalle. Weitere öffentliche Schulen gibt es in Hausen nicht. Das nächste Gymnasium liegt in der Siedlung Westhausen. Die Ernst-Reuter-Schulen – eine integrierte Gesamtschule sowie ein Oberstufengymnasium – liegen in der Nordweststadt. Als Alternative wird durch die gute Anbindung Hausens an das U-Bahn-Netz auch die weiter entfernte Bettinaschule im Westend genutzt.
In der Langweidenstraße – an der Grenze zu Bockenheim – wurde im April 1985 die Japanische Internationale Schule eröffnet. Sie hat etwa 230 Schüler und befindet sich in privater Trägerschaft.
In einem Gebäudekomplex auf dem Gelände der früheren Mühle an der Hausener Niddabrücke sind die Fachbereiche Theologie und Kunstgeschichte der Johann Wolfgang Goethe-Universität sowie das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte untergebracht.
Chronik
- 1132 wurde der Ort Husun erstmals in einer Urkunde erwähnt.
- 1235 streitet sich der Ritter Walter von Vilbel mit dem Barholomäus-Stift in Frankfurt um die Zehntrechte in Hausen
- um 1300 untersteht Hausen der Königsgrafschaft Bornheimer Berg
- vor 1300 die Ritterfamilie der Brendel von Homburg trägt von der Reichsabtei Fulda Dorf und Gericht Hausen zu Lehen
- 1318 Das Patronatsrecht der Pfarrei Praunheim, zu der auch Hausen gehört, wird dem neu gegründeten Sankt Leonhardsstift geschenkt.
- 1359 Erste Erwähnung der Hausener Mühle in den Urkunden der Deutschordenskommende
- 1368 Johann Brendel von Homburg verkauft das Gericht von Hausen mit Zustimmung des Abtes von Fulda an den Ritter Damme von Praunheim
- 1399 Damme von Praunheim, Sohn des Vorgenannten, wird von dem Abt zu Fulda mit dem Dorf Hausen belehnt
- 1428 Damme von Praunheim verkauft sein Eigentum in Hausen an die Stadt Frankfurt. Die Bürger von Hausen werden somit größten Teils Leibeigene der Stadt Frankfurt.
- 1481 In einem Vergleich einigen sich die Stadt Frankfurt und der Graf von Hanau, dass u.a. Hausen aus dem Gericht Bornheimer Berg ausscheidet.
- 1497 werden in einer Erhebungsliste für eine direkte Reichssteuer 14 Ehepaare und 15 weitere Personen verzeichnet. Die Einwohnerzahl Hausens dürfte danach etwa 70 Personen betragen haben.
- 1648 Den Dreißigjährigen Krieg überlebten etwa 70-80 Hausener, also rund die Hälfte der Zahl vor dem Krieg.
- 1664 Hausen erhält eine eigene Schule
- 1765 Bau eines Rathauses
- 1772 Hausen, bisher Filiale von Praunheim, wird eigenständige Pfarrei
- 1812 Bau der ersten evangelischen Kirche
- 1816 Bau eines eigenen Schulhauses
- 1818 Aufhebung der Leibeigenschaft der Hausener
- 1836 Gründung einer Sparkasse in Hausen
- 1840 die Volkszählung ergibt 542 Menschen in 101 Familien, davon 151 Kinder
- 1852 Bau der heutigen evangelischen Kirche
- 1866 Hausen wird preußisch
- 1901 Gründung der katholischen Kirchengemeinde. 1903 wird die Kirche St. Anna eingeweiht.
- 1910 wird Hausen Stadtteil von Frankfurt. Die Einwohnerzahl ist auf 2050 Personen gestiegen.
Politik
Liste ehemaliger Schultheißen und Bürgermeister:
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1910 wurde Hausen eingemeindet und unterliegt somit der Stadt Frankfurt am Main. Für Hausen ist der Ortsbeirat 7 zuständig.
Kirchen
Evangelische Kirche
Die evangelische Pfarrkirche wurde 1851 - 1852 gebaut und befindet sich an der Ecke Hausener Obergasse / Alt-Hausen. Sie bildet das Zentrum von Hausen. Gegenüber des klassizistischen Kirchengebäudes steht das Pfarrhaus. Das barocke Wohnhaus von 1775 - 1776 steht unter Denkmalschutz.
Katholische Kirche
Die Kirche der katholischen Gemeinde St. Anna befindet sich am Hohen Weg und wurde 1968 im Stil des Brutalismus errichtet. In unmittelbarer Umgebung der Gemeinde befinden außerdem ein vom Caritas betriebenes Altenwohnheim und das vom Bauverein Katholische Studentenwohnheime betriebene Friedrich Dessauer Haus.
Russisch-orthodoxe Kirche
Die russisch-orthodoxe Kirche St. Nikolaus wurde durch die Russisch-Orthodoxe Gemeinde Frankfurt, die 1945 aus russischen Kriegsgefangenen und so genannten Ostarbeitern entstanden war, nach zweijähriger Bauzeit an Ostern 1967 am verkehrsreichen Fischsteinkreisel eingeweiht. Entworfen und gebaut wurde es im altrussischen Stil durch den Frankfurter Architekten W. Drevermann nach dem Vorbild einer Kirche in Pskow aus dem 15. Jahrhundert. Der Innenraum wurde im strengen Nowgorod-Stil mit Ikonen des in Frankfurt lebenden Ikonenmalers Adam Russak mit christlichen Motiven gestaltet. Er malte daran nahezu 12 Jahre. Vor dem offenen Glockenturm wurde nun (2004/2005) ein Portal geschaffen und auch der Altarraum wird zur Zeit erweitert, sowie ein neues Gemeindehaus errichtet.
Moschee
Die islamische Gemeinde Abu Bakr baute im Jahr 2003 in der Praunheimer Landstraße unmittelbar neben der Bundesautobahn 66 eine Moschee, deren Fassade sich noch in unverputztem Zustand befindet.
Kultur
Alle zwei Jahre gibt es in Hausen ein großes Stadtteilfest auf dem Schulhof der Kerschensteinerschule. Im Dezember – jeweils versetzt auch alle zwei Jahre – findet ein Weihnachtsmarkt statt. Beides wird vom Arbeitskreis Hausen organisiert. Der Arbeitskreis ist ein Zusammenschluss aller Hausener Vereine, Gemeinden und sonstigen Einrichtungen und erhielt im Jahr 2005 einen vom Ortsbeirat verliehenen Stadtteilpreis für herausragende ehrenamtliche Tätigkeit. Neben diesen beiden Veranstaltungen richten die Gemeinden und Vereine jährlich auch eigene Sommerfeste aus.
Hausener Brotfabrik
Hauptartikel: Brotfabrik (Frankfurt)
Ein bekanntes kulturelles Zentrum von Hausen ist die Brotfabrik. Die ehemalige Großbäckerei wurde 1888 gegründet und bis 1972 betrieben. Seit 1981 wird das Gebäude für Theater, Konzerte und Gastronomie genutzt.
Als Trägervereine wurden die Vereine Brotfabrik Hausen e.V. und Kulturprojekt 21 e.V. gegründet.
Sport und Freizeit
Hausener Freibad
Im Jahr 1961 wurde das Hausener Strandbad an der Nidda zum Freibad ausgebaut. Am östlichen Niddaufer befinden sich je ein beheiztes Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sowie eine große Liegewiese. Über eine Brücke ist eine Spiel- und Sportfläche am gegenüberliegenden Ufer angebunden. Das Hausener Schwimmbad öffnet jährlich als erstes öffentliches Freibad in Deutschland bereits im April.
Brentanobad
Am Brentanobad, das gegenüber des Hausener Freibads an der Ludwig-Landmann-Straße liegt, gibt es ein Open-Air-Kino. Dort befindet sich auch die Station der DLRG-Ortsgruppe Mitte. Das Brentanobad selbst gehört zu Rödelheim und ist das größte Freibad Europas.
Vereine
Zwischen dem alten Ortskern und der Willy-Brundert-Siedlung – abgegrenzt durch die A 66 – liegen die Sportplätze des Fußballvereins sowie des Turn- und Sportvereins. Das Fußballfeld ist mit Kunstrasen ausgestattet. Neben einer großen Turnhalle befinden sich dort auch drei Tennisplätze.
Der 1933 gegründete Sportanglerklub „Anker“ Frankfurt-Hausen e.V. ist in einem Vereinsheim am Niddaufer westlich der Ludwig-Landmann-Straße beheimatet und geht neben dem Angelsport auch der Förderung des Naturschutzes nach. So wird jährlich gemeinsam mit anderen Vereinen und Organisationen im Rahmen eines Umwelttages das Niddaufer gereinigt. Das sogenannte Anglerheim ist bewirtschaftet und im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Es liegt jedoch eigentlich bereits auf Rödelheimer Gemarkung.
Quellen, Weiterführendes
Literatur
- Helmut Lenz, Franz Lerner: Hausen: Vom Mühlendorf zu einem modernen Stadtteil im Grünen. Frankfurter Sparkasse, Frankfurt am Main 1998.
- 850 Jahre Hausen, 100 Jahre Freiw. Feuerwehr Hausen. Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Hausen, Frankfurt am Main 1982, S. 15-35.
Weblinks
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Koordinaten: 50° 7' 56" N, 8° 37' 27" O
