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Flurane

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Flurane sind neben Halothan und Distickstoffoxid (Lachgas, N2O) die wichtigsten Inhalations-Narkotika. Flurane zeichnen sich durch Niedermolekularität, hohen Dampfdruck, niedrigen Siedepunkt aus. Als funktionelle Gruppe enthalten sie eine Ether-Brücke. Flurane sind mehrfach halogeniert. Daher werden sie auch "Haloether" genannt.

Flurane besitzen sehr gute hypnotische und gering ausgeprägte analgetische, sowie in unterschiedlichem Maße geringe muskelrelaxierende Eigenschaften. Von einer Mononarkose für schmerzhafte Eingriffe wird beim Menschen daher abgeraten; die Flurane sind dann mit Analgetika zu kombinieren (sog. balancierte Anästhesie). Alle volatilen Anästhetika führen dosisabhängig zu Bewusstseinsverlust, Atemdepression und Abnahme und/oder Sistieren der Reflextätigkeit.

Flurane sind farblos und nicht brennbar. Ihr Geruch ist stechend und sie wirken reizend auf die oberen Atemwege, lediglich Sevofluran hat einen milden angenehmen Geruch und eignet sich daher als einziges auch für eine Narkoseeinleitung mit einer Maske. Sie sind reaktionsträge und relativ stabil gegen Licht. Sie interagieren nicht mit Metallen oder Kunststoffen, können aber vereinzelt Kunststoffe oder deren Additive teilweise lösen.

Zu den Fluranen zählen Enfluran, Isofluran, Sevofluran und Desfluran. Sie sind im Handel als Flüssigkeiten erhältlich. Die größten Lieferanten von Fluranen sind Abbott Laboratories und Baxter Healthcare. Um eine leichte Identifikation zu ermöglichen, sind Fluran-Gebinde mit einem Farbencode versehen, Enflurane orange, Isofluran violett, Sevofluran gelb und Desfluran blau.

Inhaltsverzeichnis

Pharmakokinetik

Inhalationsnarkotika haben den großen Vorteil der genauen Steuerbarkeit, da sie schnell an- und abfluten können.

Sie werden dem inspiratorischen Gasgemisch (Sauerstoff/Druckluft oder Sauerstoff/Lachgas) beigemischt und vom Patienten eingeatmet. Von den Alveolen der Lunge aus treten sie ins Blut über. Die Geschwindigkeit, mit der dieser Übertritt stattfindet, hängt zum einen von der inspiratorischen Konzentration ab (je höher die Konzentration in der Alveolarluft, desto höher das Konzentrationsgefälle zwischen Luft und Blut und daher desto schneller der Übertritt ins Blut), zum anderen von der Löslichkeit des Anästhetikums im Blut (je besser löslich, desto schneller die Anreicherung im Blut). Diese Löslichkeit ist eine physikalische Kenngröße und wird als Blut/Gas-Koeffizient bezeichnet. Je höher dieser Koeffizient, desto besser löslich ist das Anästhetikum im Blut. Desfluran besitzt den geringsten Blut/Gas-Koeffizienten von allen derzeit verwendeten volatilen Anästhetika und flutet deshalb am schnellsten an und ab.

Bei der Wirkdauer spielt jedoch auch die Dauer der vorangegangenen Narkose eine Rolle, da mit zunehmender Expositionsdauer eine Anreicherung im Körper, hauptsächlich im Fettgewebe, stattfindet.

Mit dem Blut verteilt sich das volatile Anästhetikum im Körper des Patienten und wird dabei an unterschiedliche Gewebe abgegeben, da auch hier ein Konzentrationsgefälle vorliegt. Interessant für die Wirkung der Anästetika ist dabei die Anreicherung in lipophilen, also fetthaltigen Strukturen. Der primäre Wirkort, das zentrale Nervensystem/Gehirn, besteht zum großen Teil aus fetthaltigen Strukturen. Daher bedingt eine gute Fettlöslichkeit eines volatilen Anästhetikums eine schnelle Anreicherung im Gehirn und damit einen raschen Wirkungseintritt. Als Maß für die Fettlöslichkeit dient der Öl/Gas-Koeffizient. Ein volatiles Anästhetikum ist umso potenter, je höher der Öl/Gas-Koeffizient.

Pharmakodynamik

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Inhalationsanästhetika (engl. volative anaesthetics) beeinflussen vermutlich zahlreiche Zielstrukturen. Da die molekulare Struktur der Verbindungen sehr einfach und klein ist, verneinte man lange Zeit spezifische Interaktionen mit Rezeptoren und sprach von einer generellen Beeinflussung der Membraneigenschaften und der Ionenflüsse über Membranen als alleinigem Wirkungsmechanismus. Heute weiß man, dass mehrere Mechanismen einen Rolle spielen:

Neben der gerade erwähnten Membranmodulation gibt es auch Interaktionen mit Rezeptoren wie dem GABA-A-Rezeptor, 5-HT3-Rezeptor, NMDA-Rezeptor, mACh-Rezeptor.

Einzelsubstanzen

moderne Substanzen

Siehe Artikel Isofluran, Enfluran, Sevofluran, Desfluran

Methoxyfluran

physikalische Daten:

Beim Abbau von Methoxyfluran fällt eine hohe Konzentration von Fluoridionen an. Die dadurch resultierende hohe Nephrotoxizität führte dazu, dass es heute nicht mehr verwendet wird.

Literatur

Wikipedia
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