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Flashmob

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Szene eines Flashmobs vor dem Musikvereinssaal in Wien

Der Begriff Blitzauflauf, meist jedoch englisch Flashmob (flash – Blitz; mob – Pöbel), auch Smart Mob („intelligenter Menschenauflauf“, lat. mobilis – beweglich) bzw. Smart Mobbing bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf an öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen bei denen sich die Teilnehmer üblicherweise persönlich nicht kennen. Flashmobs werden über Weblogs, Nachrichtengruppen, E-Mail-Kettenbriefe oder per Handy organisiert. Obwohl die Ursprungsidee explizit unpolitisch war, gibt es mittlerweile auch schon Flashmobs mit politischem Hintergrund.

Inhaltsverzeichnis

Ablauf

Einem Aufruf aus dem Internet folgend treffen sich die Teilnehmer an einem Ort, an dem sie weitere Instruktionen über den eigentlichen Aktionsort und Ablauf des Flashmobs bekommen. Typisch für Flashmobs sind die blitzartige Bildung des Mobs aus dem Nichts, das identische Handeln im Mob (z. B. applaudieren, telefonieren mit gleichen inhaltlichen Texten), und die schlagartige Auflösung nach wenigen Minuten.

Das ganze funktioniert im Schneeballsystem und in kürzester Zeit. Die Beteiligten, "Blitzaufläufer", "Smart Mobber" oder "Flash Mobber" genannt, tauchen dann am vereinbarten Ort zur vereinbarten Zeit auf, um dort kurz und für die unwissenden Passanten völlig überraschend einer gänzlich sinn- und inhaltslosen Tätigkeit nachzugehen.

So schnell wie die Menschen zusammengekommen sind, löst sich ihre Gruppe vor den Augen der verdutzten Zuschauer dann auch wieder auf. Dieses merkwürdige Verhalten wird vor allem durch die immer schnelleren zwischenmenschlichen Kommunikationsmöglichkeiten beeinflusst und unterstützt.

Beispiele

Zielgerichtet handelnde Weblogger oder eBay-Nutzer sind Beispiele für Smart Mobs. Sie haben sowohl konstruktives als auch destruktives Potential, das weit über die Handlungsmöglichkeiten der beteiligten Einzelindividuen hinausgeht.

Flashmob: Riesen Kissenschlacht in Oldenburg(Oldb) am 19.4.2007 auf dem Julius-Mosen-Platz.

Geschichte

Diese Aktionskunst hat sich in den USA, vor allem in den Großstädten entwickelt. Ausgehend von einer Aktion in New York im Juni 2003 schwappte die Flashmob-Welle auch schnell nach Europa über, wo es Ende Juli 2003 erste Aktionen in Zürich, Rom und Wien gab.

Anfang Herbst 2003 verlor der Flashmob weltweit an Resonanz. Dennoch fanden am 25. Oktober 2003 sowie am 18. Juni 2004 globale Flashmobs statt. Im Herbst 2005 wurden gewalttätige Aktionen in Paris und anderen französischen Städten teilweise über Smart Mobbing organisiert.

Am 9. Dezember 2005 um 13:06 Uhr (MEZ) veranstaltete der Sportsender Eurosport gemeinsam mit Swatch in mehreren europäischen Großstädten, wie München oder Paris, FlashMobs anlässlich der Fußball-WM-Gruppenauslosung. Dieser FlashMob sollte symbolisch für das größte Fußballtraining aller Zeiten stehen.

Begriff und Abgrenzung

Smartmob und Flashmob unterscheiden sich insofern, dass ein Smartmob auch länger dauern kann und nicht blitzartig geschehen muss, ein Flashmob hingegen nicht smart sein muss. Er ist wertfreier. Der Begriff Blitzauflauf ist ein Synonym für Flashmob.

Der Begriff Smart Mobs geht auf einen Bestseller des amerikanischen Psychologen Howard Rheingold aus dem Jahr 2003 zurück.

Wissenschaft

Soziologen, Zukunftsforscher und Medienwissenschaftler vermuten darin revolutionäres Potenzial und massive soziale Umwälzungen, die von dieser spontanen Organisationsfreude ausgelöst werden können. So haben Smart Mobs im Jahr 2001 in Manila zum Sturz des unter Korruptionsverdacht stehenden Präsidenten Joseph Estrada beigetragen - wo auch immer der unbeliebte Politiker auftauchte, organisierten Smart Mobber blitzschnell Demonstrationen.

Das Erscheinen solcher Interaktions-Phänomene in komplexen, nicht-linearen Systemen bezeichnet man als Emergenz. Hakim Bey bezeichnet diese Aktionsformen als Temporäre Autonome Zone.

Flashmobs sind spezielle Ausprägungsformen der virtuellen Gesellschaft (virtual community, Online-Community), die neue Medien wie Mobiltelefone und Internet benutzen, um kollektive Aktionen zu organisieren.

Europaweite Flashmob-Aktionen

Im Rahmen der europaweiten "European Tour for Global Responsibility" von Eurizons fanden im August und September 2006 auf acht verschiedenen Events in Riga, Kaunas, Krakau, Olomouc, Bratislava, Sopron, München und Straßburg verschiedene Flashmobs statt. Hier wurden die Flashmobs als politische Kampagnenmethode genutzt.

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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