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Finsterwalde

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Finsterwalde Wappen.png
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Koordinaten: Koordinaten: 51° 38′ N, 13° 43′ O51° 38′ N, 13° 43′ O
Höhe: 108 m ü. NN
Fläche: 76,91 km²
Einwohner: 18.675 (29. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 243 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03238 (alt: 7980)
Vorwahl: 03531
Kfz-Kennzeichen: EE (alt: FI)
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 140
Stadtgliederung: 3 Stadtteile / 2 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßstraße 7 / 8
03238 Finsterwalde
Webpräsenz:
Bürgermeister: Johannes Wohmann (FDP)

Finsterwalde (niedersorbisch: Grabin) ist eine Stadt im südlichen Brandenburg und ist die bevölkerungsmäßig größte Gemeinde des Landkreises Elbe-Elster.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Stadt liegt in der Niederlausitz, einer Landschaft die zum größten Teil im Süden von Brandenburg liegt. „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“, ein Schlager des frühen 20. Jahrhunderts, trug wesentlich zur Bekanntheit der Stadt bei. Ein kompaktes Innenstadtbild mit Marktplatz, Rathaus, Kirche und Schloss, gemütlichen Gaststätten und vielerlei Geschäften lädt zum Verweilen ein. Die Stadt bietet vielseitige Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Sehr beliebt ist das Sängerfest, das in geraden Jahren am letzten Augustwochenende in der ganzen Stadt gefeiert wird. Außerdem ist die Stadt Marktzentrum des agrarischen Umlands mit Möbel- und Glasindustrie. 1282 erstmals erwähnt, erhielt Finsterwalde noch im 13. Jahrhundert Stadtrecht. Im alten Stadtkern ist der historische Markt mit Rathaus (18. Jahrhundert) und Stadthäusern (16. Jahrhundert) erhalten geblieben. Mit dem Bau der spätgotischen Dreifaltigkeitskirche wurde 1578 begonnen, die Kurtsburg stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Die Stadt ist 112km südlich von Berlin, 78km nördlich von Dresden, 53km südwestlich von Cottbus sowie 109km nordöstlich von Leipzig gelegen.

Nachbargemeinden

Die Stadt Finsterwalde grenzt an folgende Gemeinden und Städte:

Gliederung Name Grenze Landkreis
Gemeinde Massen-Niederlausitz N/O EE
Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf O EE
Stadt Lauchhammer O/S OSL
Gemeinde Grünewalde O/S OSL
Gemeinde Gorden-Staupitz S EE
Gemeinde Rückersdorf S EE
Gemeinde Heideland W EE
Stadt Doberlug-Kirchhain W EE
Stadt Sonnewalde NW EE

Stadtgliederung

Stadtteile

  • Heinrichsruh
  • Nehesdorf
  • Süd

Ortsteile

  • Pechhütte (niedersorb. Smólnica)
  • Sorno (niedersorb. Žarnow)

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1282 unter dem Namen Vynsterwalde. Im Jahre 1301 wird erstmals durch eine Urkunde von einer Stadt oder wenigstens einer Ansiedlung in der unmittelbaren Umgebung der befestigten Anlage gesprochen (oppidum et castrum). Oppidum bedeutet aber hier wahrscheinlich nur Marktflecken. Die eindeutige Bezeichnung Finsterwaldes als Stadt bietet erst ein historisches Dokument aus dem Jahre 1336.

Finsterwalde stellt in seiner ursprünglichen Struktur eine typische ostelbische Kolonistenstadt dar. Rechtwinklig aufeinandertreffende Straßen bilden viereckige Quartiere, die sich um den relativ großen Marktplatz gruppieren. Das Siedlungsgelände (ca. 11 ha) besaß keine Stadtmauer, aber einen Stadtgraben und zwei (oder drei) Stadttore, deren Aussehen nicht überliefert ist.

Die Bewohner der Stadt waren ursprünglich in erster Linie Ackerbürger. Die Lage der Stadt an bedeutenden Handelswegen von Leipzig über Torgau und Spremberg nach Breslau (Niedere Straße) und dem Abzweig der Salzstraße nach Jüterbog, Niemegk ließ gewiss auch die Beteiligung einiger Bürger an Handelsgeschäften zu.

Eine vermutlich durch Slawen erbaute Holzfestung wurde im Laufe der Zeit zu einer befestigten Burg ausgebaut, die bis Mitte des 15. Jahrhunderts von Raubrittern bewohnt und ab 1437 von den neuen Besitzern in eine Schlossanlage, das Finsterwalder Schloss, umgebaut wurde.

Seit dem Spätmittelalter entwickelten sich verschiedene Gewerbe in der Stadt. Die gewerbliche Tuchherstellung wurde zum wichtigsten Wirtschaftszweig. 1555 war Finsterwalder Tuch erstmals auf der Leipziger Messe vertreten. Im Jahre 1599 forderte die Pest 400 Tote. 1625 gelangte Finsterwalde in den unmittelbaren Besitz des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. Das Schloss diente lediglich als Amtssitz für die kurfürstlichen und von 1652 bis 1738 sächsisch-merseburgischen Behörden. 1642 plünderten marodierende Truppen in der Spätphase des Dreißigjährigen Krieges Stadt und Schloss. Das städtische Gewerbe und Gemeinwesen lag nun für Jahrzehnte danieder.

Das Rathaus wurde 1675 bei einem großen Stadtbrand vernichtet. Erst 1739 war die Bürgerschaft in der Lage, ein neues Gebäude zu errichten. Der schlichte Barockbau dominiert noch heute den Marktplatz. 1815 gelangte Finsterwalde im Ergebnis des Wiener Kongresses zum Königreich Preußen.

Der allgemeine industrielle Aufschwung im 19. Jahrhundert lässt sich in Finsterwalde nahezu exemplarisch nachvollziehen. Es war wiederum die Tuchproduktion, die die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt nachhaltig beeinflusste. Aus den kleinen zünftlerischen Handwerksbetrieben entwickelten sich einige wenige, aber leistungsfähige Tuchfabriken. Das bedeutendste Unternehmen der Branche war F. F. Koswigs Tuchfabrik, die sich in der Beschäftigtenzahl von 3 Arbeitern 1838 auf 760 Arbeiter und Angestellte im Jahre 1913 steigerte. Neben der Tuchfabrikation entwickelten sich Betriebe der Metall-, Holz-, Glas-, Tabak-, Chemie- und später der Elektromaschinenbranche. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz wurde 1871 mit dem Bau der Bahnlinie Halle-Sorau vollzogen.

Die Einwohnerzahl Finsterwaldes stieg von 1.600 im Jahre 1800 auf 10.726 im Jahre 1900. Die Stadt dehnte sich nun über die mittelalterliche Siedlungsfläche hinaus aus. Neu entstandene Wohn- und Gewerbegebiete ziehen sich wie ein Gürtel um den ursprünglichen Kern der Stadt. Gebäude des wirtschaftlichen und kommunalen Lebens, die noch heute das Stadtbild mitprägen, wurden bis zum Ersten Weltkrieg errichtet: Die Mädchenschule (1868), das Amtsgericht (1885), die Realschule (1905), die Katholische Kirche (1906), das Krankenhaus (1908), der Wasserturm (1909/1910), die Knabenschule (1913), die Post (1915).

Zu DDR-Zeiten war Finsterwalde als Fahrradfahrer-Stadt bekannt. Heute ist Finsterwalde ein bedeutender Wirtschaftsstandort in der westlichen Niederlausitz. Aber das Symbol von der Fabrikstadt, das noch sehr an das Bild rußiger Schornsteine erinnert, ist durch den Ruf Finsterwaldes als Sängerstadt ersetzt. Die Ursache dafür liegt nicht in erster Linie in der langen Tradition der hiesigen Sangespflege, sondern hauptsächlich darin, dass ein Lied, ein Gassenhauer, die Finsterwalder als besonders sangesfreudig benennt.

1899 ersuchte der Direktor der Herrensängergesellschaft „Hamburger Sänger“ Wilhelm Wolff bei der Politischen Polizei Berlin um die Aufführungsgenehmigung seines kleinen Theaterstückes „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“. In den Germania-Prachtsälen Berlins führte die Wolffsche Gesellschaft die ganz dem Geschmack des Vergnügungsbetriebes der Jahrhundertwende entsprechenden Burleske auf. Hier traten nun die Sänger, drei auffällig gekleidete Herren mit den charakterisierenden Namen Pampel, Knarrig und Strippe, mit ihrem Entreeliedchen „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“ erstmals an das Licht der Welt. Am Beginn der Sängermanie waren die Bürger der Stadt gar nicht erfreut, mit den zumeist komischen oder gar weinseligen Figuren in Frack und Zylinder verglichen zu werden. Aber schließlich siegte der Humor, denn sonst liefen die echten Finsterwalder erst recht Gefahr, der Lächerlichkeit anheimzufallen. Das Lied von den Sängern aus Finsterwalde wurde zum Ohrwurm und war allerorten zu vernehmen. Natürlich singen die Finsterwalder ihr Lied und die darauf beruhenden Liedvarianten, die bis in die heutige Zeit neu entstehen, immer noch gern. Übrigens treten die Finsterwalder Sänger heute im Gegensatz zur ursprünglichen Besetzung zu viert auf. „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“ ist bis heute das Eröffnungslied des alle zwei Jahre stattfindenden Sängerfestes.

Bevölkerungsentwicklung

Datum Einwohner
31. Dezember 1998 20.908
31. Dezember 1999 20.482
31. Dezember 2000 20.103
31. Dezember 2001 19.704
31. Dezember 2002 19.378
31. Dezember 2003 19.152
31. Dezember 2004 18.985
31. Dezember 2005 18.693

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Finsterwalder Stadtverordnetenversammlung besteht aus 28 Stadtverordneten und dem Bürgermeister. Zur Zeit gibt es 4 Parteien, 5 Fraktionen und 5 Ausschüsse (Hauptausschuss; Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Bauen; Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur; Rechnungsprüfungsausschuss und Werksausschuss für Entwässerungsbetrieb).

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt Finsterwalde ist zurzeit Johannes Wohmann (FDP).

Städtepartnerschaften

Finsterwalde unterhält Städtepartnerschaften mit:

Infrastruktur und Verkehr

Autobahnen und Bundesstraßen

Durch Finsterwalde führt die B 96 Zittau - Sassnitz auf Rügen. Die Anschlussstelle der A 13 Berlin - Dresden, Bronkow liegt 17 km und die nächste Anschlussstelle in Großräschen 18 km entfernt.

Bahnverkehr

Der Bahnhof Finsterwalde ist an die elektrifizierte Bahnstrecke Leipzig-Cottbus-Breslau (PL) angeschlossen.

Flugverkehr

Am südlichen Stadtrand von Finsterwalde befindet sich der Sonderlandeplatz „Lausitz-Flugplatz“ (ICAO Code: EDUS; GPS-Koordinaten: 51°36'45" N / 13°44'28" E). Er besitzt zwei Start- und Landebahnen (eine Betonbahn, 1470 m Länge, 30 m Breite, zugelassen bis 14.000 kg MTOM und eine Grasbahn, 885 m Länge, 40 m Breite, zugelassen bis 2.000 kg MTOM). Im Finsterwalder Volksmund "Russenflugplatz" genannt. Zu DDR-Zeiten unterstand das Gelände dem sowjetischen Militär und es starteten täglich MiGs zu Kontroll- und Überwachungsflügen. Seit 6 Jahren findet immer Ende des Sommers auf der Start- und Landebahn eines der größten Hot-Rod Rennen Deutschlands statt.

Am westlichen Stadtrand von Finsterwalde befindet sich der Sonderlandeplatz Finsterwalde-Heinrichsruh – im Finsterwalder Volksmund Segelflugplatz genannt – (ICAO Code: EDAS) mit einer Start- und Landebahn 27/09 (Grasbahn, 980 m).

Öffentlicher Nahverkehr

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Busse der ELSTER-Nahverkehrsgesellschaft mbh aus Finsterwalde (Grabin).

Bildung

Finsterwalde hat ein Gymnasium (Sängerstadt Gymnasium), eine Oberschule, eine allgemeine Förderschule und drei Grundschulen, sowie ein Oberstufenzentrum, eine Kreisvolkshochschule und eine Musikschule.

Bis Mitte 2006 hatte Finsterwalde zwei Gymnasien. Neben dem Sängerstadt Gymnasium wurde das Janusz-Korczak-Gymnasium unterhalten. Dessen Gebäude gehört seit den Sommerferien 2006 zum Sängerstadt Gymnasium. Ebenfalls wurden die Gesamtschule und die Realschule zu einer Oberschule zusammengefasst.

Wirtschaft

Wachstumskern Metall- und Elektroindustrie

In und um Finsterwalde konzentrieren sich vorrangig Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie. Seit 1922 fertigt die Firma Kjellberg Schweißautomaten, Elektroden und mit wachsendem Erfolg Plasmaschneidtechnik (2004: Marktführer in Europa auf dem Gebiet der Plasmaschneidetechnik). Weitere große Unternehmen in dieser Region sind das Drahtwerk, das Schraubenwerk, die Finsterwalder Maschinen- und Anlagenbau GmbH (FIMAG) und die Industriegalvanik GmbH (GALFA Industriegalvanik).

Insgesamt umfassen die Unternehmen der Branche rund 1.500 Beschäftigte. Finsterwalde ist damit in Südbrandenburg das Zentrum der Metall- und Elektroindustrie.

Die meisten der Unternehmen sind heute in einem stabilen Netzwerk verankert, das sich in Südbrandenburg, Nordsachsen und Ost-Sachsen-Anhalt etabliert hat und als ARGE Metall- und Elektroindustrie Südbrandenburg einen dezentralen Cluster-Ansatz darstellt.

Arbeitsmarktsituation

Im Monat Februar ist die Zahl der Arbeitslosen in und um Finsterwalde noch einmal gestiegen. Mit einer Arbeitslosenquote von 26,7 % hat der Altkreis damit Senftenberg erstmals überholt und ist zum unrühmlichen Spitzenreiter im Süden Brandenburgs geworden. Lübben hat mit 18,8 % die geringste Quote. Die weiter zunehmende Zahl von Arbeitslosen hänge auch mit der Beendigung der betrieblichen Ausbildung von Jugendlichen und mit weiteren Entlassungen auf dem Bau und in baunahen Gewerken zusammen.

Keine neuen Nachrichten gibt es von dem neu angesiedelten Automobilzulieferer Intier in Massen. Der im März in der neuen Riesenhalle im Gewerbegebiet von Massen mit der Produktion begonnen hat und dort mal 200 Mitarbeiter beschäftigen möchte, habe bisher 48 Leute eingestellt, die in Niederlassungen auf ihren Job vorbereitet wurden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Die Stadt beherbergt das Kreismuseum Finsterwalde. Kernstück dessen ist ein originaler Kolonialwarenladen, der im November 1850 eröffnet wurde. Das Museum bietet hiermit einen Einblick in einen authentisch eingerichteten „Tante-Emma-Laden“ des 19. Jahrhunderts. Gegründet wurde es 1981. Einige Verkaufsmöbel stammen noch aus der Gründerzeit, das Interieur, die Warenverpackungen und die Werbung vermitteln einen anschaulichen Eindruck in die Verkaufskultur der Zeit um den Ersten Weltkrieg.

In den anliegenden Gebäudeteilen befinden sich darüber hinaus eine nachgebildete DDR-Drogerie und eine Abteilung mit Verkaufsutensilien, die die Präsentation zum Einzelhandel ergänzt. Dauerausstellungen thematisieren die „Finsterwalder Sänger“, die „Tuchfabrikation in Finsterwalde“ und lokale Heimatkunde der Umgebung (inklusive einer umfangreichen Bibliothek). Im Museumshof und dem angrenzenden „Speicher“ gibt es ständig wechselnde Sonderausstellungen sowie Kultur- und Musikveranstaltungen unterschiedlichster Art.

Seit dem Jahr 2002 bietet die Niederlausitzer Museumseisenbahn eine weitere Attraktion für die Stadt und ihre Gäste: Auf dem vor vielen Jahren stillgelegten Normalspur-Gleisabschnitt zwischen Finsterwalde und Crinitz ermöglicht der gemeinnützige Verein Niederlausitzer Museumseisenbahn e. V. Finsterwalde-Crinitz (NLME e.V.) mit den meist schon über 100 Jahre alten, liebevoll restaurierten Loks und Waggons in eine andere Zeit einzutauchen.

Sehenswürdigkeiten der Stadt

Trinitatiskirche

Als dreischiffige Emporenkirche wurde die Trinitaskirche Ende des 16. Jh. an der Stelle eines Vorgängerbaus unter der Leitung von Martin Piger erbaut. An der Nordseite erhielt sie einen prächtigen Renaissancegiebel. Die Innenausstattung ist sehenswert, vor allem wegen des schönen Netzrippengewölbes und der Sandsteinkanzel, die Melchior Kunze zwischen 1613 und 1615 schuf. Es sind hier Moses als Tragefigur des Kanzelkorbes und szenische Reliefs zu sehen.

Tierpark

Naturerlebnis und Naturbildung möchten die Betreiber dieses 5 ha großen Tierparks verbinden. Rund 220 Tiere aus 45 Arten, von Uhus über Zwergziegen, Lamas und Luchse bis hin zu Kängurus, werden hier naturnah gehalten. Die Zucht heimischer Tierarten dient der Arterhaltung. Die kleinen und großen Besucher können im Streichelzoo einen ersten hautnahen Kontakt mit den Tieren bekommen.

Sehenswürdigkeiten nahe der Stadt

Klosterkirche Doberlug-Kirchhain (Stadtteil Doberlug) – 14 km westlich

Der gotische Grundbau mit seinem Kreuzgratgewölbe harmoniert in St. Marien wunderbar mit der barocken Ausstattung. Die nach der Gründung des Kloster Dobrilugk 1165 entstandene Zisterzienserkirche wurde 1673-1676 von den Herzögen von Sachsen-Merseburg als Hofkirche umgestaltet und beherbergt noch heute einen wertvollen Hochaltar.

Weißgerbermuseum Doberlug-Kirchhain (Stadtteil Kirchhain)

Im einzigen Weißgerbermuseum Europas werden in einer originalen Weißgerberwerkstatt alle für die Lederherstellung erforderlichen Arbeitsschritte vorgestellt. Darüber hinaus erhält man einen Überblick über die Geschichte des Gerberhandwerks, kann eine Sammlung exotischer Leder und Felle aus aller Welt, kostbares Zunftgeschirr, eine Schuster- und Gesellenstube sowie wechselnde Sonderausstellungen.

Besucherbergwerk F60 – 7 km südöstlich

Das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld ist ein Highlight der Region. Die ehemalige Abraumförderbrücke kann als „liegender Eifelturm“ bestiegen werden. Sie wird in den Abendstunden in ein Licht-Klang-Kunstwerk verwandelt.

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Bauernmuseum in Schönborn–Lindena – 17 km westlich
  • Paltrockwindmühle Oppelhain – 15 km südwestlich
  • Kräutergarten Oppelhain
  • Badesee Rückersdorf – 17 km südwestlich

Bauwerke

  • Finsterwalder Schloss, Renaissancebau
  • Curtsburg (vor 1572), vermutlich ältestes Wohngebäude der Stadt
  • Trinitatiskirche (1585), evangelische Kirche der Reformationszeit
  • Rathaus (1739), Barockbau auf dem Markt
  • Gaswerk (1863), eines der wenigen erhaltenen Fachwerkhäuser
  • Ad. Bauers Wwe (1903), gehört zu den schönsten Jugendstilbauten in Finsterwalde
  • Realschule (1905), Backsteinbau mit Glasmalereien an den Aulafenstern
  • Kirche Sankt Maria Mater Dolorosa (1906), katholische Kirche
  • Krankenhaus (1908), Ziegelbau
  • Wasserturm (1910), mit 54 m Höhe Wahrzeichen der Stadt
  • Gutenberghaus (1910?), ehem. Verlagshaus des „Niederlausitzer Anzeigers“
  • Janusz-Korczak-Gymnasium (1913), ehem. Knabenschule (vom Architekten Max Taut entworfen)
  • Märchenhaus (1928), mit 27 kunstvollen Klinkerformstein-Reliefs, die Szenen aus bekannten Märchen der Gebrüder Grimm darstellen, ausgestaltet
  • Doppelturnhalle (1928), Bau mit zwei übereinander gebauten Turnhallen
  • Tower auf dem Flugplatzgelände (um 1930), deutschlandweit einzigartige Kombination aus Tower und Verwaltungsgebäude (denkmalgeschützt)
  • St. Katharinenkirche Nehesdorf

Landschaft & Bauarchitektur

Die Bürgerheide, im Westen der Stadt, ist ein Waldgebiet, welches nicht nur zum Erholen und Wandern einlädt, sondern auch bei Sportlern als Jogging-Gebiet sehr beliebt ist. Der Überlieferung zufolge soll der ehemalige Bürgermeister von Finsterwalde, Abraham Koswig, im Jahre 1661 durch eine Bier-Wette das heutige Naherholungsgebiet in Finsterwalder „Besitz“ gebracht haben. Er soll es tatsächlich fertig gebracht haben, ein Glas Bier mit darin schwimmender Maus zu leeren.

Der Tierpark ist als Teil der Bürgerheide ein Anziehungspunkt vor allem für Familien mit Kindern. Auf einer Größe von 5 ha können etwa 220 Tiere aus 45 Arten bestaunt werden. Damit leben im Finsterwalder Tierpark neben einheimischen Tieren auch solche aus fernen Ländern.

Naturdenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen

Finsterwalder Sängerfest

Die Finsterwalder sind ein sehr sangesfreudiges Völkchen. Dies beweisen sie besonders beim alle zwei Jahre stattfindenden Sängerfest. Auf unzähligen Bühnen in der Innenstadt wird drei Tage lang (immer am letzten vollständigen Augustwochenende) ausgelassen gesungen, musiziert und gefeiert. Dafür reisen Kapellen, Bands und Musikkünstler aus ganz Deutschland, Europa und Amerika an.

Im April 1992 wurde der „Finsterwalder-Sänger-Fest e.V.“ gegründet, der seitdem die Planung und Umsetzung der Sängerfest-Idee betreut.

Das Sängerfest, mit Gästen aus dem In- und Ausland, zählt zu den größten Volksfesten Brandenburgs. Es ist aber auch Anlass für viele ehemalige Finsterwalder, mal wieder die Heimat zu besuchen.

Seinen krönenden Abschluss findet das Sängerfest in einem Festumzug durch die Stadt.

Headbanging Oldstyle 1/8 Mile Racing

Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende findet am alten Militärflughafen Finsterwalde ein 1/8 Meilenrennen statt. Einlass ist für Fahrzeuge bis Baujahr 1958. Gefahren wird mit Motorrädern und Autos. Veranstalter sind die Hot Heads East, ein Hot Rod Club aus Finsterwalde.

Söhne und Töchter der Stadt

Sport

  • BSV Grün-Weiß Finsterwalde e.V. (Handball, Bogenschützen, Gymnastik, Cheerleader)
  • SV ESKA Finsterwalde e.V. (Fußball, Handball, Volleyball, Gymnastik, Laufgruppe)
  • Flugsportvereinigung Otto Lilienthal e.V.
  • VSG Fortuna Taifuns Finsterwalde e.V. (Volleyball)
  • SV Hertha Finsterwalde e.V. (Fußball, Radball)
  • DJK Finsterwalde (Fußball, Volleyball, Gymnastik)
  • SV Neptun Finsterwalde 08 e.V. (Basketball, Triathlon, Wasserball, Schwimmen, Volleyball, Fußball, Kraftsport, Kombatan, Laufgruppe, Gymnastik, Jazz-Dance, Wasserwacht)
  • SV Finsterwalde e.V. (Radsport)
  • SpVgg Finsterwalde e.V. (Fußball)
  • TC-Sängerstadt Finsterwalde e.V. (Tennis)
  • SV Turbine Finsterwalde (Classic-Kegeln)
  • TTC Finsterwalde (Tischtennis)
  • ASC Grün-Weiß Finsterwalde (Leichtathletik)

Literatur

  • Gericke, Wilhelm u. Gottfried Mai: Geschichte der Stadt Finsterwalde und ihrer Sänger. Augsburg 1979, 432 S.
  • Ernst, Rainer u. Weber, Olaf: Finsterwalde. Ein Lesebuch zur Geschichte der Stadt. Finsterwalde, 1994.

Weblinks


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