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Finasterid

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Steckbrief
Name (INN) Finasterid
Wirkungsgruppe Antiandrogen
Handelsnamen Proscar®
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, Propecia®

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Klassifikation
ATC-Code G04CB01
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CAS-Nummer 98319-26-7
Rezeptpflicht: ja

Ähnliche Arzneistoffe suchen

Fachinformation (Finasterid)
Chemische Eigenschaften
Bild:Finasteride.svg
IUPAC-Name: N-(1,1-Dimethylethyl)- 3-oxo-(5α,17β)-4-azaandrost-1- en-17-carboxamid
Summenformel C23H36N2O2
Molmasse 372,544 g/mol
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Finasterid ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung der benignen (gutartigen) Prostatahyperplasie und der androgenetischen Alopezie (durch Androgene bedingter Haarausfall) eingesetzt wird. Finasterid unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht.

Der Wirkstoff wird von der Firma MSD unter den Markennamen Proscar®

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(5 mg Finasterid) gegen benigne Prostatahyperplasie und Propecia®
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(1 mg Finasterid) gegen androgenetischen Haarausfall angeboten.

Inhaltsverzeichnis

Pharmakologie

Wirkungsweise

Finasterid ist ein 5α-Reduktasehemmer und greift in den hormonellen Abbau des Sexualhormons Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) ein. Nach dem aktuellen Kenntnisstand der Forschung reagieren bestimmte Haarfollikel auf DHT mit der Reduzierung der Anagenphase (Wachstumsphase). Diese Empfindlichkeit der Haarfollikel ist erblich. Finasterid hemmt den Abbau des Testosterons in DHT. Die Haarfollikel können dann mit einer Verlängerung der Anagenphase reagieren. Ist das Haarfollikel jedoch kaum noch aktiv, kann meistens nichts mehr erreicht werden. Propecia muss solange genommen werden, wie der Mann seine Haare behalten möchte. Dadurch verschiebt Propecia den Beginn des androgenetischen Haarausfalls (Stirn- und Schläfenhaare) des Mannes in spätere Jahre. Wird die Behandlung unterbrochen, erhöht sich der DHT Spiegel im Blut und auch die nachgewachsenen Haarfollikel können wieder ausfallen. Erste Erfolge können erst ab einer Einnahmedauer von 3-6 Monaten beobachtet werden.

Im Rahmen mehrjähriger internationaler Studien konnte bei 80 - 90 % der Anwender ein Stopp des fortschreitenden Haarausfalls und bei etwa 65 % sogar eine Verdichtung der Kopfbehaarung durch eine Verdickung zuvor geschrumpfter Haare erreicht werden. Bei Männern über 45 Jahren ist keine Wirkung dokumentiert.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Finasterid sind in niedriger Dosierung (1 mg pro Tag) selten, bei gleichzeitig signifikanter erwünschter Wirkung. 1–2 % der Männer berichten über Libido- und Potenzstörungen. Diese verschwinden nach Absetzen der Therapie vollständig.

In Einzelfällen kann es zu einer Vergrößerung der Brust kommen (Gynäkomastie). Die Prostata verkleinert sich und die hormonabhängige Körperbehaarung wird spärlicher.

Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Nicht eingenommen werden darf das Präparat von Frauen und von Personen unter 18 Jahren.</BR> In einer plazebokontrollierten Studie wurde nachgewiesen, daß unter hochdosierter Gabe von Finasterid (5 mg pro Tag) signifikant seltener Prostatakarzinome auftreten. Zur Prophylaxe empfehlen Urologen das Medikament nicht. Die Karzinome, die dennoch auftreten, waren schlechter differenziert, das heißt aggressiver und damit schwerer behandelbar.

Patienten, die Finasterid über einen längeren Zeitraum einnahmen, berichteten vereinzelt über erhöhte Werte des Leberenzyms Gamma-GT.

Im Rahmen narzisstischer Persönlichkeitsstörungen (Dorian-Gray-Syndrom) kann das Verlangen nach Finasterid und die mit der Einnahme verbundenen Hoffnungen übersteigert sein, und ist in diesem Falle lediglich Symptom der zugrundeliegenden Störung.

Doping

Finasterid ist sowohl von der Welt-Antidoping-Agentur WADA, als auch von dem Weltfußball-Verband FIFA als verboten eingestuft. Es ist nicht leistungssteigernd, erschwert aber den Nachweis von leistungssteigernden Mitteln wie Anabolika.

So berichteten Medien im Februar 2006, dass der NHL-Torhüter Jose Theodore von dem Verein Montreal Canadiens positiv auf das Medikament Propecia getestet wurde. Im Bereich des DFB wurde 2005 das Spiel TSV 1860 München gegen Wacker Burghausen annulliert und zur Wiederholung bestimmt, weil der serbische Spieler Nemanja Vucicevic das Haarwuchsmittel Finasterid eingenommen hatte. Der Fußballer wurde für sechs Monate gesperrt. Die Partie Kickers Emden - Fortuna Düsseldorf wurde mit 2:0 und drei Punkten für Düsseldorf gewertet, da der Spieler Falk Schindler das Präparat «Carboxy Finasteride» eingenommen hatte. Er wurde ebenfalls für sechs Monate gesperrt.

Weblinks

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