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Filmvorführer
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Ein Filmvorführer ist ein Filmtechniker, der kinematografische Positive jeglicher Art – in der Regel Filme – pünktlich im Rahmen einer Vorstellung – in der Regel in einem Kino – abspielt. In der Schweiz kennt man auch die Begriffe Operateur und Operatrice, in Frankreich spricht man von opérateur/opératrice-projectionniste im Gegensatz etwa zum opérateur-machiniste.
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Tätigkeit
Der Beruf des Filmvorführens ist geprägt durch die feste Arbeitsstätte Vorführraum, auch: Kabine, die Arbeitszeiten von vielleicht 14.30 Uhr bis etwa Mitternacht von Mittwoch bis Sonntag in einem Kino mit 28 Vorstellungen in der Woche. Das wären zum Beispiel an den erwähnten Wochentagen die Spielzeiten 3, 5, 7, 9 Uhr. Außerhalb des Vorführraumes kümmern sich Filmvorführer auch um die Notstromanlage, ins Besondere deren Akkumulatoren, die Notbeleuchtung, die Heizung und den Filmumschlag.
Filmvorführer, Hauptoperateure und „Ablöser“, sind im Idealfall die besten Filmtechniker, denn ihnen obliegt die Aufgabe, sich auf jede Produktion einzustellen, um passende Vor- und Pausenmusik zu spielen, ganz allmählich abzudunkeln oder eben auch ein Mal zügig, den Gong so anzuschlagen, dass im ausverkauften Hause Besuchern und Platzanweisern genug Zeit bleibt, die Pause zu beenden, und mit allen auftretenden technischen Schwierigkeiten fertig zu werden.
Besondere Kenntnisse
Filmvorführer kennen die Filmformate, die Bildformate, die Tonsysteme, die richtige Bildfrequenz, sie wissen, was zu tun ist, um einen Film scharf auf die Bildwand zu bringen.
Ein neues Verfahren oder neuartiges Material kann die Anforderungen an den Filmvorführer schlagartig verändern. In dieser Beziehung sei bemerkt, dass noch lange nicht alle Möglichkeiten des Polyesterfilms ausgeschöpft sind.
Es gibt wohl das Mainstream-Kino mit einem Solitär, ein einziger Filmprojektor, zusammen mit automatischer Anlage und Fernsteuerung, doch klassisches Kino wird immer wieder laufen. [1]
Kinotechnik, das Handwerk der Filmvorführer
Bis zur Einführung der Xenon-Entladungslampe als Lichtquelle waren die Vorführer mit dem Brennen von Kohlestiften beschäftigt. Wohl gab es Lampen für Kohlen, die über eine Stunde ununterbrochen brennen, doch der klassische Wechselbetrieb mit einem „Pärchen“, zwei Projektoren, liegt näher, wenn man schon Kohlen im Lampenhaus vorwärmt (zur Trocknung), sie einspannt, nachschiebt, die stillstehende Maschine abkühlen lässt, ihre Filmbahn reinigt und den nächsten Akt einspannt.
Nicht zu vergessen ist der Vorteil von zwei Projektoren, dass man ohne Weiteres schlagartig das Bildformat wechseln kann, zum Beispiel vom Vorprogramm mit Normalbild 1:1,88 auf den Hauptfilm in einem breiteren Format, zum Beispiel Cinemascope.
Die Hände der Vorführer sind unverzichtbar für Reparaturen von Film und Apparatur. Mitunter wendet man zwei Stunden auf zur Vorbereitung einer älteren Filmkopie. Ein frisches Positiv ab Kopierwerk kann man dagegen der Dose entnehmen und mit Steckspulen sofort laufen lassen. In der DDR waren bis zuletzt Kerne von 100 mm Durchmesser üblich. Im Gegensatz zur Situation in der BRD mit viel zu kleinen Kernen, ein Überbleibsel aus den 1920er Jahren (!), wurde das Kopienkapital da konsequent gepflegt.
Die meisten Überwachungsfunktionen machen Filmvorführer mit dem Gehör. Schon feine Unstimmigkeiten im Lauf erwecken die Aufmerksamkeit. Zuletzt prüft man natürlich auch den Ton, der in der Vorführkabine im Kopfhörer und am Lautsprecher wiedergegeben wird. Materialien, die zum Alltag gehören, sind Filmkitt, Reinigungsmittel, Klebebänder, Startbänder, Tonlack, u. a. Zu den unverzichtbaren Einrichtungen zählen wir die Messinstrumente Schieblehre, Schrumpfungslehre, Messschraube (Filmdicke), weiter Hobel oder Spalter und Klebepresse, Schweißgerät für Polyesterfilm, Umroller, Spulen und Spulenschränke.
Quellen
Literatur
- Walter Meinel: Handbuch des Filmvorführers. 1932 ff.
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