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Filmschauspiel
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Der Begriff Filmschauspiel entspricht dem englischen und ebenfalls im deutschsprachigen Raum üblichen Begriff "Camera Acting".
Inhaltsverzeichnis |
Unterschiede zum Theaterschauspiel
„Größe“ der Darstellung
Filmschauspiel bezeichnet eine Arbeitsweise von Schauspielern, die sich von den traditionellen Schauspielmethoden für die Bühne unterscheidet.
Der Theaterschauspieler muss auf einer Theaterbühne mit seiner Darstellung den Weg zum Publikum suchen und dazu teilweise beträchtliche Distanzen zwischen Bühne und Zuschauer überbrücken. Dies erfordert eine besondere Spielweise. Voraussetzung dafür sind eine ausgebildetete Stimme, eine gute Sprechtechnik sowie ein großes körperliches Ausdrucksvermögen.
Der Filmschauspieler hingegen muss in der Lage sein, bei sich zu bleiben, kleinste innere Vorgänge für eine Kamera sichtbar zu machen, die mittels Großaufnahmen extreme Intimität erzeugen kann. Zu deutliche, große und laute Darstellung wäre hier fehl am Platz.
Produktionsbedingungen
Dem Theaterschauspieler stehen in der Regel Proben von 4 bis 12 Wochen zur Verfügung, bevor er seine Arbeit dem Publikum zeigt. Der Filmschauspieler kommt in der Regel perfekt vorbereitet ans Filmset, um nach sehr kurzer Probenzeit noch am selben Tag zu einem drehfertigen Ergebnis zu kommen.
Theaterschauspieler spielen ein Stück und eine Figur in der Chronologie der Geschichte. Filmschauspieler müssen damit leben, dass oft Drehorte "abgedreht" werden. Das heißt, dass alle Szenen, die an einem Drehort spielen, hintereinander "weggedreht" werden. Das führt dazu, dass die Chronologie der Geschichte aufgehoben wird und der Schauspieler unter Umständen die letzte Szene der Geschichte an seinem ersten Drehtag spielen muss. Dies wird unchronologisches Drehen genannt.
Weitere Besonderheiten, wie Continuity, die Fähigkeit zu präziser Wiederholbarkeit, das Einhalten von Markierungen, der Umgang mit Ton und Licht am Set, lange Wartezeiten zwischen den Einstellungen und vieles mehr, fordern von einem Schauspieler eine kameraspezifische Arbeitsweise, zumindest aber ein besonderes Bewusstsein für die Arbeit vor der Kamera.
Entwicklung und Ausbildung
Noch immer bilden traditionelle Schauspielschulen für eine Karriere auf der Bühne aus. Nach wie vor gilt für viele Theatermacher die Arbeit vor der Kamera als minderwertig, zumindest aber als weniger anspruchsvoll.
Seit der Wiedervereinigung musste sich die Theaterlandschaft in Deutschland mit Einsparungen und schwindenden Arbeitsmöglichkeiten auseinandersetzen. Parallel dazu ist der deutsche Film- und Fernsehmarkt mit dem Engagement der Privatsender zum zweitgrössten der Welt gewachsen. Als wichtiger Arbeitsmarkt für Schauspieler stellt er nun auch neue Anforderungen an die Ausbildung von Schauspielern. Dies schlägt sich noch immer nicht angemessen in den Lehrplänen der Schauspielschulen nieder.
Ein Vielzahl von Kameraworkshops versucht diese Lücke zu schließen. Dies geschieht meistens außerhalb der Schauspielschulen, oder mit einzelnen Angeboten auch innerhalb der Schauspielschulen. Eine konzeptionelle und grundlegende Struktur ist jedoch nirgendwo zu erkennen. So wird an den staatlichen, wie privaten Schauspielschulen Filmschauspiel zumeist nebenbei unterrichtet.
Doch seit 2004 ist die Welle von den USA nach Deutschland übergeschwappt, nunmehr gibt es reine Filmschauspielschulen (z.B. in Köln und Berlin), die den Schauspieler konkret auf das Leben am Filmset vorbereiten.
Siehe auch
Schauspieler, Method Acting, Script/Continuity
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