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Filmrestaurierung
Aus Kefk.
Die Filmrestaurierung umfasst die redaktionelle und technische Wiederherstellung eines kompletten Films oder Teilen davon.
Unabdingbare Vorarbeiten für die Restaurierung eines Filmes wie aller historischen Materialien ist die Dokumentation des vorgefundenen Zustands.
Ein nächster Schritt sind Recherchen über den originalen Zustand sowie Vergleichsstudien mit möglicherweise erhalten gebliebenen Kopien oder Teilen davon, um die Vollständigkeit sowie den möglichst ursprünglichen Zustande des Filmes in Bild und Ton zu gewährleisten.
Nun kann ein Konzept zur Wiederherstellung des angestrebten Zustands erstellt und mit der technischen Wiederherstellung der ursprünglichen Informationen, der eigentlichen Restaurierung, begonnen werden. In der Regel besteht der zu erhaltende Gegenstand, das Negativ, aus Nitrozellulose, bei Filmen neueren Datums aus Triacetat oder Polyester. Diese Materialien sind unterschiedlich empfindlich und oft mechanisch beschädigt und chemisch angegriffen. Um die auf der Filmschicht wie auf dem Träger vorhandenen Beschädigungen nicht in ein Duplikat zu übernehmen, werden die Ausgangsmaterialien zunächst mechanisch bearbeitet und im Anschluss gescannt. Da es sich um Filmrollen handelt, kommen Filmabtaster (Telecine oder spezielle Filmscanner) zum Einsatz. Die digital gewonnenen Bilder werden mit Restaurierungs-Programmen – wie zum Beispiel dem Programm Diamant, einem Produkt des Instituts für Informationssysteme und Informationsmanagement der Firma Joanneum Research in Graz in Österreich oder auch dem Programm PFClean der britischen Firma The Pixel Farm – bearbeitet. Die Störungen werden dabei entfernt und die nun digital restaurierten Bilder über einen Negativ-Ausbelichter erneut auf Film aufgezeichnet.
Traditionell fotografische Reproduktion gewinnt wieder Boden zurück, weil wiederbelebte alte Praxis sehr wertvoll ist. Aus Dateien geklonte Bilder haben keine Verbindung mehr mit der einst geleisteten Filmarbeit. Moderne Kopiermaterialien bieten verblüffende Möglichkeiten zur Weitergabe "weicher" Bilder und von schwingendem Ton. Digital-"Film" ist hart, gerechnet.
Literatur
- Paul Read und Mark-Paul Meyer (Hrsg.:): Restoration of motion picture film. Oxford 2000. ISBN 0-7506-2793-X
- Paul Read: A Short History of Cinema Film Post-Production (1896 - 2006). In: Joachim Polzer (Hrsg.): Zur Geschichte des Filmkopierwerks. (On Film Lab History). Weltwunder der Kinematographie. Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik. Volume 8, 2006. April 2006. ISBN 3-934535-26-7
- Joachim Polzer (Hrsg.): Weltwunder der Kinematographie – Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik (7. Ausgabe 2003) – Eberhard Nuffer: Filmschnitt und Schneidetisch. Potsdam 2003. ISBN 3-934535-24-0
- Joachim Polzer (Hrsg.): Weltwunder der Kinematographie - Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik. (6. Ausgabe 2002) – Aufstieg und Untergang des Tonfilms. Potsdam 2002. ISBN 3-934535-20-8
