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Filmlichtbestimmer

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Der Filmlichtbestimmer, kurz auch Lichtbestimmer, ist bei der Vervielfältigung von Filmaufnahmen (Positiv-Verfahren) in einem Kopierwerk oder Filmlabor für die Lichtmenge, mit der ein Film kopiert werden soll, zuständig. Diese kann für jede Einstellung festgelegt werden, und ist notwendig, damit Filme weder über- noch unterbelichtet sind und das gewünschte Farbengleichgewicht aufweisen (Farbkorrektur). Bei Digitalfilmen sind die Arbeitsanforderungen anders, weshalb mit dem Coloristen ein anderer Spezialist zuständig ist.

Lichtbestimmer dürfen nicht farbenblind sein. Sie sollen sich für Hell-Dunkel- und für Farbenempfindung öffnen (können). Der Beruf fordert Vorstellungsvermögen und Ausdauer.

Tätigkeit

Die Arbeit des Filmlichtbestimmers ist notwendig, da nie alle Aufnahmen für einen Film auf allen Materialien perfekt belichtet und entwickelt sind, also objektive, das heißt sachliche Abweichungen aufweisen. Viele Bilder fallen über- oder unterbelichtet aus, sodaß die Lichtmenge für das Erstellen einer befriedigenden Kopie angepasst werden muß.

Ebenfalls gefragt ist der Filmlichtbestimmer bei subjektiven Abweichungen, also wenn Absichten von Verantwortlichen wie dem Kamerachef, dem Chefbeleuchter, dem Produzenten oder auch Schnittmeister berücksichtigt werden sollen. Beispiel: Die Szene unter einer Brücke soll doch dunkler sein, als es geplant war. An einer anderen Stelle ist weniger Kontrast erwünscht. Beim Farbfilm muß gleichzeitig das Farbengleichgewicht berücksichtigt werden, da die Szene unter der Brücke vielleicht zu blau geraten könnte.

Technik

Bild:Synthese+.svg
Bei der additiven Farbsynthese entstehen die Farben durch Vermischung der drei Lichtfarben Rot, Grün und Blau.
Bild:Subtraktiv.png
Bei der subtraktiven Farbsynthese entstehen die Farben durch Vermischung der Komplementärfarben der Lichtfarben: Magenta, Cyan und Gelb.

Ein erstes Gerät zur elektronischen Darstellung des beabsichtigten Bildes wurde 1957 vorgestellt. Es stammte von der Firma Hazeltine. Der „Analyzer“ wird allerdings als Simulator mißbraucht. Trotz subjektiver Abstimmung bleibt nämlich die Tatsache bestehen, dass der Lichtbestimmer, nachdem der Kameramann gegangen ist, oft alles um ein, zwei Punkte (Stufen) anders programmieren muss als besprochen. Da ist ein unüberwindbarer Graben zwischen dem additiv erzeugten Bild am elektrischen Monitor und dem später subtraktiven der Kinoprojektion. Der erfahrene Lichtbestimmer weiß das.

Die Licht(er)bestimmung kann so einfach sein, dass der Kopist einen Film am Leuchtpult durchsieht und für das Positiv „Pi-Mal-Handgelenk“ am Lampendimmer dreht. Sie kann im extremsten Falle aber auch so kompliziert werden, daß Tausende von Werten für Rot-Grün-Blau in mehreren Kopiergängen anfallen. Mit dem Anspruch auf unsichtbare Klebestellen bei den Filmformaten CinemaScope, Techniscope oder 16 mm und sehr kurz aufeinander folgenden oder sich überschneidenden Blenden wird das Original in zwei bis sechs Bändern montiert. Sich die Kopierlichter auch nur für ein Band zu merken, grenzte an übermenschliche Leistung. Kodierte Lochstreifen und Computer dienen heute der Datenverwaltung.

Erfüllung finden Filmlichtbestimmer beim Schwarz-Weiß-Film. Mit geeignetem Positivmaterial kann in der Projektion bedeutend mehr Kontrast erzielt werden als mit dem tendenziell Ausgleich heischendem Farbenfilm. Den Bildcharakter mit Kontrasten und Grauwerten auszuzeichnen, kann Kunsthandwerk sein, das der Filmkunst dient.

„Negative werden elektronisch in positive Farbbilder umgewandelt. Der Lichtbestimmer korrigiert mit den Farbwertreglern die zu beobachtenden Farbabweichungen (szenen- und motivgerecht), bis auf dem Bildschirm ein zufriedenstellendes Farbbild entsteht. Die Abstimmung ist folglich rein subjektiv. Die letztlich eingestellten Korrekturwerte werden über die ausgehenden Digitalsignale in einem Lochstreifen gespeichert. Gleichzeitig kann über einen Drucker ein Lichterzettel ausgedruckt werden. Der Lochstreifen dient zur Lichtsteuerung der Kopiermaschine. [...] Heute werden [...] alle Phasenbilder der Rolle elektronisch abgezählt, wobei das Bild, an dem geschaltet werden soll, mit seiner Bildnummer zum Schaltzeitpunkt mit der auf dem Steuerstreifen gespeicherten Nummer übereinstimmt.
In den letzten Jahren des subtraktiven Farbkopierens bestimmten versierte Farblichtbestimmer sowohl die Farbfilterkombination als auch die Blendenlochgröße visuell nach dem Negativ, auch nach den stark orangebraun verhüllten negativen (keineswegs ‚komplementären‘) Farben von maskierten Farbnegativfilmen. Die Treffsicherheit war verblüffend, denn mit jeder Farbfilterwahl ist zugleich eine Veränderung des Kopierlichtstroms und damit eine Korrektur des Blendenlochs verbunden.“[1]

Quellenachweise

  1. Hilmar Mehnert: Das Bild in Film und Fernsehen. VEB Fotokinoverlag, Leipzig, 1986. ISBN 3-7311-0016-9
Wikipedia
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