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FileMaker

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FileMaker Pro
Entwickler: FileMaker Inc.
Aktuelle Version: 8.5 (Mac OS), 8.5 (Windows)
(2007)
Betriebssystem: Mac OS X, Windows XP
Kategorie: Datenbankmanagementsystem
Lizenz: proprietär
Deutschsprachig: ja
Website: FileMaker GmbH

FileMaker, heute FileMaker Pro, ist ein Datenbankprogramm für die Betriebssysteme Apple Mac OS und Microsoft Windows. Eine Datenbank ist eine strukturierte Sammlung von Informationen oder Daten, die je nach Bedarf organisiert, aktualisiert, sortiert, durchsucht und gedruckt werden kann. Eine FileMaker Pro-Datenbank Lösung besteht aus einer oder mehreren Dateien, die jeweils eine oder mehrere Tabellen enthalten. Jede Tabelle besteht aus Datensätzen und Feldern, in denen die Daten gespeichert werden.

Eine FileMaker Pro-Datei enthält sowohl Informationen über die Struktur der Datei als auch die Daten selbst. In der Struktur enthalten sind die Tabellen und ihre Beziehungen zueinander, Felder und Felddefinitionen der einzelnen Tabelle(n), Formeln und Funktionen der Felder, Layouts (Darstellung der Felder auf dem Bildschirm als Formular, Liste, Tabelle, Report) und Scripte (Zusammenfassung mehrerer Funktionsschritte mit automatischem Ablauf) sowie Zugriffskonten mit Passwörtern und Zugriffsrechten. Eine FileMaker Pro-Datenbankdatei enthält auch die Daten, die eingegeben wurden und mit denen gearbeitet wird.

Mit FileMaker ist es möglich, sowohl einfach strukturierte Datenbestände im Einzel- oder Netzwerkzugriff zu verwalten (Adressen, Inventar, Preislisten etc.) als auch komplexe Anwendungen wie Materialwirtschaften oder unternehmensweite Lösungen mit vielen gleichzeitig zugreifenden Anwendern zu erstellen.

Im Gegensatz zu anderen Datenbank-Entwicklungsumgebungen trennt FileMaker nicht zwischen der Entwicklungsumgebung zum Erstellen von Tabellen, Feldern, Fuktionen und Layouts und der Umgebung zum Bearbeiten der Daten (wie z.B. eingeben, suchen, sortieren), sondern vereint dies in der Applikation. Für die gemeinsame Bearbeiteung von Dateien im Netzwerk benötigt jeder Anwender eine je eigene FileMaker-Lizenz.

Auch im Umfeld des Database Publishings z.B. zum Erstellen von datenbankgestützten Katalogen oder anderen strukturierten Druckerzeugnissen wird FileMaker zum Sammeln und Konfektionieren von Daten verwendet. Die Datenübergabe an Layoutprogramme erfolgt via Export CSV / XML oder auch via ODBC und nativen Zugriff seitens Adobe InDesign Plug-ins und Quark XPress XTensions.

Weitere Merkmale des Programms:

  • Mac OS- und Windows-Versionen von FileMaker können in einem Computernetzwerk gemeinsam auf dieselbe Datei zugreifen und alle erlaubten Operationen ausführen.
  • Datenfelder können bis zu 2 GB Daten (FileMaker 8) aufnehmen.
  • FileMaker Pro-Datenbanken speichern bis zu 8 Terabyte Daten (FileMaker 8) .
  • fertige Datenbanken können fast auf Knopfdruck im Internet veröffentlicht werden.
  • prozedurale, nicht objektorientierte Programmierung (Anwender-Skripte sowie AppleScript).
  • mit FileMaker Pro Advanced ist eine Erstellung von Runtime-Versionen möglich, die ohne extra zu kaufende FileMaker-Lizenzen lauffähig sind und legal vertrieben werden können. Diese bieten jedoch keine Netzwerkunterstützung.
  • Speicherung vieler Bild-, Medien- und Dateiformate in sogenannten Medienfeldern möglich.
  • seit Version 8 native Erstellung von Excel-Dokumenten und PDF-Dokumenten (PDF-Erstellung mit Runtime-Versionen nicht möglich).
  • mit Version 8.5 wurde der WebViewer eingeführt, der Webseiten oder HTML-Code als Objekte in einem Datenbankfeld anzeigt.

Weltweit hat sich FileMaker Pro neben Microsoft Access zum Standarddatenbankprogramm für Enzelplatzanwendungen und kleine bis mittlere Arbeitsgruppen entwickelt. Charakteristisch ist seine einfache, schnelle und intuitive Benutzbarkeit. Vor allem die schnelle Anpassung an neue Anforderungen wird von den Anwendern immer wieder hervorgehoben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Wurzeln von FileMaker gehen auf ein unter DOS laufendes Produkt mit Namen Nutshell zurück, das die Firma Nashoba Systems aus Concord, Massachusetts in den Jahren 1982/1983 entwickelt hatte. Distribuiert wurde das Produkt Nutshell von der Firma Leading Edge, die in dieser Zeit begonnen hatte PC-Kompatible Hardware und Software zu vertreiben.

Mit der Einführung des Apple Macintosh 1984 und dessen völlig neuer graphischer Benutzeroberfläche führte Nashoba 1985 das Datenbank-Konzept von Nutshell mit der Menü- und Fenster gesteuerten Oberfläche auf dem Apple Macintosh Betriebsystem zusammen. Im Ergebnis eine wesentlich leichter zu bedienende Datenbank als alle andern bis dahin auf dem Markt befindlichen, wie z.B. dBase.

Da Leading Edge nicht in den damals entstehenden Apple Macintosh Softwaremarkt einsteigen wollte, suchte Nashoba einen neuen Distributor und einen neuen Namen. Als Distributor fand Nashoba in der Firma Forethought, eine Firma, die bereits mit dem eigenen Präsentationsprogramm "Presenter" (später umbenannt in PowerPoint) im Macintosh-Markt aktiv war. Als neuen Namen wählte Nashoba "FileMaker". In Anlehnung an das neue Apple Macintosh Modell, Macintosh Plus folgte 1986 die Version FileMaker Plus. Im August 1987 übernahm Microsoft die Firma Forethought und dessen Produkt PowerPoint. Die mitgekauften Distributionsrechte (inklusive Dokumentation und Verpackung) an FileMaker wollte Microsoft nutzen um FileMaker unter eigenem Namen zu vertreiben. Nashoba als Inhaber am Softwarecode entschied sich aber FileMaker - das zu diesem Zeitpunkt meistverkaufte Datenbankprogramm im Macintosh-Markt - nun unter eigenem Namen zur Version FileMaker 4 weiter zu entwickelten und auch selbst zu vertreiben.

Kurz darauf kaufte Claris (eine Apple-Tochter) Nashoba und brachte das Programm es als Claris FileMaker II auf den Markt.

Mit der Vorstellung von Claris FileMaker Pro im Oktober 1990 sprang die Versionsnummer auf 1.0 zurück. FileMaker war zu dem Zeitpunkt das erste Datenbankprogramm, mit dem es möglich war, im laufenden Betrieb die Datenbankstruktur zu ändern, neue Datenfelder zu definieren und bereits existierende zu löschen. Ab Version FileMaker 2.1, die 1993 erschien, war das Programm auch für Windows in einer identischen Version verfügbar. Seit der Version 3.0 (1996) ist FileMaker ein relationales Datenbanksystem, in dem mehrere FileMaker-Dateien (Tabellen) miteinander realtional verknüpft sein können. Seit der Version 4.0 (1997) verfügt FileMaker über ODBC-Import und rudimentäre SQL-Fähigkeiten sowei über eine eigene Plug-in Architektur.

Seit 1998 wird das Programm von der eigens gegründeten, aus Claris hervorgegangenen Firma FileMaker, Inc. hergestellt und vertrieben. 1999 erschien die Version 5.0, im Mai 2001 die Version 5.5, die erstmals (neben Mac OS 9 und Windows) auch das neue Apple Betriebsystem Mac OS X unterstützte. Im September 2002 folgte die Version 6.0.

Die 2004 erschienene Version 7.0 wurde komplett neu programmiert, das gesamte Datenmodell revidiert und die Funktionalität erheblich erweitert. Version 7 unterstützte erstmals mehrere Tabellen pro Datei und Unicode. An die Stelle von eindimensionalen Beziehungen zwischen Dateien (Version 3.0-6.0) traten nun vielschichtige Relationen zwischen Tabellenauftreten. Stark erweitert wurde die maximale Dateigröße von 2 GigaBytes auf 8 TeraBytes sowie der maximale Dateninhalt einzelner Tabellenfelder von 64 KiloBytes auf 2 GigaBytes. Die bis Version 7 nur tabellarisch darstellbaren Beziehungen (Relationen), konnten nun in einem graphischen Beziehungsdiagramm (nach Art eines Entity-Relationship-Diagramm) dargestellt werden.

Mit Version 8 (2005) kam die Möglichkeit hinzu, eigene Funktionen (custom functions) definieren zu können, die erstmal auch rekursive Aufrufe unterstützen, womit eine deutliche Erweiterung des Leistungsspektums erzielt werden kann. 2006 erschien die Version FileMaker Pro 8.5, die als neuen Datentyp über sogenannte Webviewer-Elemente HTML-Inhalte von Webseiten in FileMaker-Datenbanken direkt einbinden kann. Damit ist es z.B. möglich in einer Adessendatenbank zu einer gespeicherten Adresse den entsprechenden Kartenausschnitt von GoogleMaps oder zu einem Stichwort den entsprechenden Wikipedia-Artikel direkt in dem jeweiligen Datensatz dynamisch und interaktiv steuerbar anzuzeigen.

Versionen

Das Programm ist in mehreren Versionen verfügbar:

  • FileMaker Pro: das eigentliche Datenbankprogramm
  • FileMaker Pro Advanced entspricht FileMaker Pro erweitert um spezielle Entwicklerfunktionen (Database Design Report zur Analyse von Lösungen, Script Debugger, um Scripte Schritt für Schritt ablaufen zu lassen, selbstdefinierte Funktionen (Custom Functions), Erstellung eigener Menüs und Menübefehle und die Möglichkeit der Erstellung von beliebig vielen frei verteilbaren selbstablaufenden FileMaker-Applikationen (FileMaker-Runtime-Versionen, die ohne Installation einer FileMaker Pro Lizenz laufen)
  • FileMaker Server: ermöglicht professionelles Arbeiten im Netzwerk (nötig ab 5 gleichzeitig auf eine FileMaker-Datei zugreifende Benutzer)
  • FileMaker Server Advanced: ermöglicht nebem dem Netzwerkzugriff auch den Zugriff auf FileMaker-Dateien durch Web- und ODBC-Zugriff
  • FileMaker Mobile: für die Arbeit mit Handheld-Computern unter Palm OS oder Pocket PC

Literatur

  • Datenbankmanagement mit FileMaker Pro 8.5, Horst-Dieter Radke, SmartBooks, 2006, ISBN 978-3-908497-40-0, 456 Seiten.

Weblinks

Wikipedia
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