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Figuren in Tolkiens Welt

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Die von J. R. R. Tolkien in mehreren Romanen geschaffene Fantasy-Welt Arda ist von einer Vielzahl von Menschen, Elben, Hobbits und anderen fiktiven Wesen bewohnt.

Die folgende Aufzählung bezieht sich ausschließlich auf die Romane Tolkiens. Die dreiteilige, kommerziell sehr erfolgreiche Verfilmung des Romans Der Herr der Ringe (siehe dazu Der Herr der Ringe (Filmtrilogie)) stellt manche Zusammenhänge anders dar.

Inhaltsverzeichnis

Eru Ilúvatar

Eru Ilúvatar (Eru von Quenya „der Eine“, Ilúvatar von Ilúvë – All und Atar – Vater) ist in Tolkiens Romanwelt (genauer: in seinem posthum veröffentlichten Werk Das Silmarillion) der transzendente Schöpfergott, der, wie in der Ainulindale (der „Musik der Heiligen“) beschrieben, aus seinen Gedanken die Ainur schuf, was „die Heiligen“ bedeutet. Er brachte ihnen auch die drei musikalischen Themen bei, aus denen später Ea, die Welt, entstehen sollte.

Das Charakteristische an diesem Gott ist, dass er – bis auf einmal, beim Untergang Númenors – niemals direkt in seine Schöpfung eingreift. Er gestattet einigen der Ainur jedoch, auf der Erde zu verweilen. Damit schafft Tolkien eine Art Symbiose zwischen Mono- und Polytheismus. Denn er verleiht den Ainur schöpferische Kraft, ohne sie jedoch als Götter zu bezeichnen.

Eru Ilúvatar wurde in Mittelerde äußerst selten direkt verehrt. Lediglich auf der untergegangenen Insel Númenor gab es eine Kultstätte für ihn.

Ainur

Singular Ainu. Wesen, geschaffen aus dem Geiste Ilúvatars; irgendwo zwischen christlichen Engeln und heidnischen Göttern einzuordnen. Sie sangen die Große Musik, die der Ursprung Eas, der „Welt, die ist“, war. Die Geschichte dieses Liedes wird in der Ainulindale erzählt. Einige der Ainur stiegen nach Ea hinab. Diese sind die Valar und die Maiar.

Valar

Singular Vala. Die Valar sind Ainur, die sich auf die Welt begeben, um sie zu gestalten. Hierzu nehmen sie auch selber eine Gestalt an. Acht der Valar, die Aratar, sind besonders mächtig: Manwe, Varda, Ulmo, Yavanna, Aulë, Mandos, Nienna und Oromë. Manwe ist der König der Valar.

Melkor ist durch seinen Fall zum Bösen in dieser Liste nicht enthalten, obwohl er der mächtigste der Valar war.

Die Valar gestalteten die Welt nach dem Bild, das sie in der Musik der Ainur vor Ilúvatar erschaffen hatten, doch durch Melkors Anstrengungen erreichten sie nie die Perfektion, sodass die Welt nur ein Kompromiss zwischen der göttlichen Vorstellung und böser Zerstörungswut ist.

Die 8 männlichen Valar:

Die 7 weiblichen Valar (Valier):

  • Varda Elentári (Elbereth), die Königin der Sterne
  • Yavanna Kementári, die Spenderin der Früchte
  • Nienna, die Klagerin
    Nienna, die Schwester von Mandos und Lórien, ist die Herrin des Mitleids und der Trauer, die das weltliche Leid beweint, um es zu überwinden. Oft zieht es sie in die Hallen von Mandos, wo sie den dort Wartenden Mut zuspricht. Ihre Heimat sind die Hallen weit im Westen; durch deren Fenster blickt sie durch die Mauern der Welt.
  • Estë, die Heilerin
    Este ist die Gemahlin von Irmo und lebt mit ihm in den Gärten Lóriens in Valinor. Sie hat die Gabe, Mitleid, Geduld und Weisheit zu lehren. Olorin (Gandalf) gehörte zu ihren „Schülern“. Jenen, die in die Gärten kommen, hilft sie, sich von ihren Wunden und ihrer Müdigkeit zu erholen (wie Míriel nach der Geburt ihres Sohnes Feanor, wenngleich sie keinen Erfolg dabei hatte). Tagsüber jedoch schläft sie am See Lórellin in Lórien. Sie trägt graue Gewänder und schenkt den Leidenden lindernden Schlaf.
  • Vairë, die Weberin
    Vaire webte alle Ereignisse aller Zeiten in Wandteppiche ein. Diese hingen in den Hallen ihres Gatten Mandos.
  • Vána, die ewig Junge
    Vána ist die Herrin über alle Blumen und alle Vögel, die sie zum Blühen und Singen brachte. Sie ist Oromes Gattin und die jüngere Schwester von Yavanna.
  • Nessa, die Tänzerin
    Sie ist die Schwester von Orome und die Gattin von Tulkas, den sie auf der Insel Almaren heiratete. Nessa erfreut sich am Tanz auf den grünen Wiesen Valinors und wird häufig mit Hirschen in Verbindung gebracht, die ihr auf ihren Reisen durch die Wildnis folgen.

Melkor (Morgoth)

Von den Elben wird er Morgoth, der „dunkle Feind der Welt“, oder Bauglir, der „Bedrücker“, genannt. Melkor („der in Macht ersteht“) ist gleichen Ranges mit Manwe, und dennoch der mächtigste der Valar, denn er hat an allen ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen Anteil. Er wendet sich sehr früh gegen das Werk Ilúvatars, aus seinem Wunsch heraus, eigene Schöpfungen hervorzubringen und über sie zu herrschen. Als einer der Ainur bringt er Misstöne in die Große Musik ein und legt damit das Fundament für die dunklen Seiten von Mittelerde.

Er zerstört ständig die Werke der anderen Valar und erschafft die bösen Geschöpfe der Welt. Dennoch kann er, wie alle Valar, kein Leben erschaffen, sondern nur zu seinem Zweck verdrehen und wandeln. Viele Maiar und Menschen werden von ihm verführt oder durch Knechtschaft in seine Dienste gezwungen.

Zum Ende des ersten Zeitalters wird Melkor nach dem Krieg des Zorns von den Valar in die Zeitlose Leere verbannt. In Mittelerde bleiben aber noch viele seiner Diener erhalten, unter anderem auch Sauron, die weiterhin Melkors Willen umsetzen.

Manwë

Manwë Súlimo (elbisch: „der Gute“) war der edelste und höchste der Valar. Weil er die Vorhaben Ilúvatars am besten verstand, wurde er dessen Statthalter. Er war das Gegenstück zu seinem Bruder Melkor, und ist nach dessen Verbannung aus den Reihen der Ainur der mächtigste der Valar.

Manwë regiert in Valinor in seinen Hallen auf Taniquetil, dem höchsten aller Berge, und ist Herr über die Winde von Arda (der Welt). Seine Gemahlin ist Varda, Göttin der Sterne, die von den Elben auch Elbereth genannt wird. Manwë unterstehen auch die mystischen großen Adler aus Mittelerde.

Ulmo

Ulmo wird als zweitmächtigster Vala nach Manwë bezeichnet. Seine Domäne ist das Wasser. Da Ulmo den Elben und Menschen stets wohlgesinnt ist, ordnete ihm Tolkien den Maia Osse als Verwalter der Meere von Mittelerde unter. Dieser verursacht Stürme und Überschwemmungen und erklärt damit den ambivalenten Charakter des Meeres.

Ulmo tritt im Silmarillion relativ häufig auf. Er übernimmt auch die Rolle des Boten der Valar, und ist der einzige Vala, der direkten Kontakt mit den Menschen hat.

Ein besondere Rolle spielt er in der Geschichte von der Ankunft Tuors in Gondolin.

Aulë

Aulë wird zu Beginn des Silmarillions als drittmächtigster Vala nach Manwë, Varda und Ulmo bezeichnet. Er ist der Meister der Künste und des Wissens. Seine größten Werke waren die Zwei Lampen der Valar, die Gefäße für Sonne und Mond, und die Zwerge. Er erschuf die Zwerge schon bevor die „Kinder Ilúvatars“, Elben und Menschen, auf die Erde kamen.

Trotz seiner Kunstfertigkeit ist Aulë bescheiden und Besitz oder Herrschaft kümmern ihn nicht. Seine Gemahlin ist Yavanna, mit der er im Herzen von Valinor wohnt. Sauron und Saruman waren einst seine Diener.

Irmo (Lórien)

Irmo („der Wünscher“ oder „Meister des Wunsches“) ist einer der sieben männlichen Valar. Er lebt in Valinor, in den Gärten, denen man den Namen Lórien gab, so dass auch er gelegentlich mit diesem Namen betitelt wird. Er und sein Bruder Námo (Mandos) werden auch Feanturi, Herren der Geister, genannt, denn in den Gärten Irmos finden müde Geister und Seelen Ruhe und Erholung. Zu seinen Vertrauten zählt auch der Zauberer Gandalf. Verheiratet ist er mit der Valie Este. Irmos Schwester ist Nienna, welche das Leid aller beklagt.

Varda

Varda, von den Elben im Sindar Elbereth genannt, ist die mächtigste der Valier (weiblichen Valar). Sie wird als überirdische Schönheit beschrieben, in deren Antlitz noch das Licht Ilúvatars lebt. Licht ist zugleich auch ihr Machtmittel. Ihr Gemahl ist Manwë. Sie lebt mit ihm auf dem Berg Taniquetil.

Sie ist unter den Valar und Valier diejenige, die am meisten von den Elben verehrt und geliebt wird, denn sie erschuf die Sterne, in deren Schein die Elben am See Cuiviénen erwachten. Ihr elbischer Ehrenname Elbereth bedeutet „Sternenkönigin“. Ein weiterer Name ist Tintalle, die Entfacherin.

Von allen Valar fürchtet Melkor (Morgoth) sie am meisten. Allein das Aussprechens des Namens Elbereth kann die Diener des Bösen verletzen, wie in dem Kampf der Hobbits mit den Nazgûl an der Wetterspitze sichtbar wird.

Yavanna

Yavanna war die Frau von Aulë und die ältere Schwester von Vána, der Ewigjungen. Sie wurde als hochgewachsen wie eine Zypresse beschrieben und soll stets grüne Gewänder getragen haben. Sie pflanzte alle Samen der Pflanzen von Arda. Ihr größtes Werk war wohl, dass sie die zwei Bäume des Lichts entstehen ließ (Telperion und Laurelin), welche zwanzigtausend Jahre die Länder von Valinor erhellten. Da sie sehr bestürzt war, als Aulë willkürlich die Zwerge erschuf, bat sie Eru um Hüter für ihre Schöpfungen, die Pflanzen, die als Olvar bezeichnet wurden. Eru gewährte ihr diesen Wunsch und erschuf die Ents oder Baumhirten, die das willkürliche Verletzen der Natur verhindern sollten.

Mandos

Mandos' eigentlicher Name war Namo, der Richter; doch nannte man ihn nach seinem Wohnsitz, den „Hallen Mandos'“, die sich im Westen Amans an der Grenze zur Nacht befinden. Seine Gemahlin war Vaire, die Weberin. Er und sein jüngerer Bruder Lórien (eigentlich Irmo) waren die Feanturi, die Herren der Geister.

In seinen Hallen versammelten sich die Elben, die Erstgeborenen, wenn sie des Lebens müde wurden und zum Sterben bereit waren. Von dort kehrten sie wieder nach einer langen Ruhepause, wenn die richtige Zeit für sie gekommen war, zurück ins Leben. Als die Valar gegen Melkor in den Krieg zogen und ihn in seiner Festung Utumno überwältigten, steckten sie ihn in das unterirdische Verlies von Mandos' Hallen.

Er war der Schicksalsrichter der Valar, Hüter der Todeshäuser und sprach die Urteile nur auf Manwes Anordnungen, welche den Willen Ilúvatars durch die Große Musik wiedergaben. Mandos hat einen unbeugsamen und leidenschaftslosen Charakter. Er führt zielgerichtet seine Aufgaben aus. So fragte er auch, ob Earendil weiterleben sollte, nachdem er vor den Valar in Valimar um Vergebung für die Noldor und um Hilfe im Kampf gegen Morgoth gebeten hatte. Ein einziges Mal ließ Mandos sich von seinen Gefühlen leiten und Mitleid walten, und zwar als Luthién ihm vorsang.

Orome

Orome war der große Jäger der Valar, Gemahl von Vána, der jüngeren Schwester Yavannas, und der Bruder von Nessa, die die Gattin von Tulkas war. Bis in den fernen Osten Mittelerdes trug ihn sein Ross Nahar, und dort blies er auf seiner Jagd nach Melkors Geschöpfen das Horn Valaróma. Ungerne ging er nach Valinor, dem Sitz der Valar, denn er liebte die Länder von Mittelerde.

Bei einem Ausritt entdeckte er die Elben, die am See Cuiviénen lebten, und führte sie nach Aman.

Tulkas

Er ist der letzte Vala, der nach Arda kam, vor allem, um dort den anderen Valar im Kampf gegen Melkor beizustehen. Er kämpft mit bloßen Fäusten und ist schneller als alle anderen Geschöpfe in Arda. Seine liebste Beschäftigung ist das Ringen, Kämpfen und Kräftemessen. Er hat zudem nichts übrig für Politik und Denkereien (denn „nichts taugt er im Rate“). In der History of Middle-earth X ist außerdem zu lesen, dass er zwar sehr beherzt sei, seine Intelligenz jedoch nicht sehr groß. Auch ist dort zu lesen, dass er einen roten Bart habe.

Verheiratet ist er mit Nessa, Oromes Schwester. Mit Eonwe sei er sehr gut befreundet, und sowohl mit ihm als auch mit Túrin soll er am Ende aller Tage gegen Melkor kämpfen.

Maiar

Die Maiar, Singular Maia, sind von Eru Ilúvatar geschaffene Wesen, von ähnlicher Art wie die Valar, doch minderen Ranges, manchmal auch als deren Diener bezeichnet.

Während die Valar in etwa mit mythologischen Göttern vergleichbar sind, können die Maiar als Engel und Dämonen, auch Feen, Elfen, Kobolde etc. Mittelerdes betrachtet werden. Einige Maiar nahmen im Dienste der Götter Tiergestalt an, wie der König der großen Adler (Thorondor) oder Oromes Ross Nahar, und wurden fortan als Tiere bezeichnet. Denn sie unterwarfen sich hiermit dem irdischen Dasein, gaben nach und nach geistige Kräfte und die Gabe der Gestaltwandlung für irdische Nöte auf (Hunger, Durst, Müdigkeit, Schmerzen, Fortpflanzung und Schwangerschaft). Die großen Adler des Dritten Zeitalters sollen Nachkommen Thorondors sein, während die Mearas (die besten Pferde der Rohirrim) Abkömmlinge von Nahar sein sollen. Bei einigen dieser Tiere kann man nicht sicher sein, ob sie Maiar waren, so z.B. bei Húan, dem Jagdhund aus Valinor oder bei den von Melkor geschaffenen Werwölfen.

Ähnlich auch die Dämonen (Maiar) Melkors. In den Verschollenen Geschichten gab es nach Tolkien verschiedene Arten der Maiar, wie die altgriechischen Nymphen, Dryaden, Naiaden, Okeaniden, Satyrn, Bacchantinnen etc.

Die bekanntesten Maiar aus der Zeit des Ringkrieges sind Sauron, Olórin/Gandalf und Saruman, aber auch der Balrog von Moria.

Die Maiar, die die Menschen kannten:

  • Eonwe, der Herold Manwes
  • Ilmare, Vardas Zofe
  • Osse von den Wogen
  • Uinen von der ruhigen See
  • Salmar, Gefährte Ulmos
  • Arien, die Sonne
  • Tilion, der Mond
  • Melian
  • Sauron, der Herr der Ringe
  • Gothmog, der Herr der Balrogs
  • Thuringwethil, die Fledermaus
  • Ungoliant, die Spinne
  • Draugluin, der Werwolf
  • die Zauberer (Istari):
    • Olórin (Gandalf)
    • Curunír (Saruman)
    • Aiwendil (Radagast)
    • Alatar
    • Pallando

Alatar und Pallando wurden auch als die Blauen Zauberer bezeichnet. Sie gingen nach Osten und wurden seitdem nicht mehr gesehen.

Einige Tolkienfans behaupten, auch Iarwain Ben Adar, der „Älteste und Vaterlose“ (Tom Bombadil) sei ein Maia gewesen, Tolkien selbst stritt das ab und sagte bei der Frage nach Bombadils Herkunft: „Ein paar Rätsel muss es immer geben, sogar in einem mythischen Zeitalter. Tom Bombadil ist eines.“ (Tolkien, Briefe)

Die Arten der Maiar-Dämonen:

  • Balrogs
  • Werwölfe
  • Vampire
  • Kraken
  • Werwürmer
  • Riesenspinnen
  • Kaukareldar, Falsche Feen
  • Große Katzen

Sauron

Sauron war ursprünglich ein Maia Aules. Er wurde aber dann von Morgoth (Melkor), dem gefallenen Vala, verführt. Seine Bewunderung für Melkor war ehrlich, und er baute ihm sogar einen Tempel auf Númenor. Allerdings hatte Sauron weder die Macht noch das Temperament seines großen nihilistischen Vorbilds. Bei Melkors Verbannung in die Äußere Leere entkam Sauron und begann in Mittelerde seine Ränke zu schmieden. Sauron baute sich die mächtige Festung „Barad Dur“ in Mordor. Er tritt nur durch Truggestalten in Erscheinung oder wirkt durch Kreaturen, die von seinem Willen gelenkt werden.

Er verführte Menschen und Zwerge, unterwarf sich aber schließlich den mächtigen Númenórern, einem Menschenvolk. Durch List gelang es ihm, den König von Númenor gegen die Valar aufzuhetzen. Von den Elben wurde ihm der Name „Gorthaur“ gegeben, was übersetzt so viel wie „Der Grausame“ bedeutet. Sauron schmeichelte sich im Zweiten Zeitalter als „Annatar“ (Herr der Geschenke) bei den Elben ein.

Er lehrte die Elben, „Ringe der Macht“ zu schmieden, und ist auch der Schmied des Einen Ringes, des Meisterringes, in den er einen Großteil seiner Macht übertrug. Wachsame Elbenfürsten wie Círdan, Gil-Galad und Galadriel widerstanden und durchschauten ihn jedoch. Sauron baute gegen Ende des 2. Zeitalters ein neues Heer auf, wurde aber durch den „Letzten Bund“ der freien Völker Mittelerdes, angeführt durch Ereinion Gil-galad, dem Hohen König der Elben von Mittelerde, und Elendil, dem König der westlichen Menschen, besiegt. Elendils Sohn Isildur schnitt ihm den Finger ab, an dem Der Eine Ring steckte. Damit war Saurons Macht gebrochen.

Isildur widersetzte sich jedoch dem Rat der Elben und vernichtete den Ring nicht, sondern beanspruchte ihn für sich. Da an den Ring Saurons Lebenskraft gebunden war, konnte Sauron als geschwächtes und körperloses Wesen in langen Jahren von Neuem beginnen, seine Macht aufzubauen. Vorerst hauste er in Dol Guldur im Grünwald (der daraufhin bald Düsterwald genannt wurde). Später kehrte er wieder nach Mordor zurück und baute den Dunklen Turm wieder auf. Er begann bald darauf mit der Suche nach dem Einen Ring. Saurons Ziel war die Alleinherrschaft über Mittelerde.

Nach der Vernichtung des einen Rings in den Feuergluten des Schicksalsberges wurde auch Saurons Schicksal besiegelt. Die aus dem einstürzenden dunklen Turm (Barad Dur) aufsteigende Rauch- und Aschewolke hing noch kurzzeitig wie ein drohender Schatten über Mittelerde, hatte jedoch keine Kraft mehr und verflüchtigte sich nach kurzer Zeit im Nichts.

„Das Böse, das hier erscheint, gehört ganz der schwarzen Seite an. Es ist nicht luziferisch, leuchtet und schimmert nicht, verlockt nicht durch sinnliche Schönheit. Der Garten der Lüste gehört nicht zu ihm.“ [1]

Melian

Melian, eine Maia, verliebte sich in den Elb Elwe, auch bekannt als Elu Thingol ('Graumantel'), König von Doriath, und wählte ein elbisches Leben in fleischlicher Gestalt an Elwes Seite. Sie legte einen Banngürtel um das Reich Doriath, um es so vor bösen Kräften zu schützen. Den konnte nur durchdringen, wer Melians Erlaubnis hatte. Sie war die Mutter von Lúthien Tinúviel. Ihr Name leitet sich von dem Quenya-Wort „melyanna“ ab, was Liebesgeschenk bedeutet. Nach der Ermordung ihres Ehemannes verließ sie Doriath in Trauer, und ihr Banngürtel verlor seine Macht.

Balrogs

Balrogs (Sindarin: „starker Dämon“; in Quenya: Valaraukar = „Mächtige Dämonen“ oder „Feuergeißler“ genannt) waren Maiar oder urzeitliche Geister niedrigeren Ranges, die wie Sauron von Melkor, dem dunklen Vala, verführt worden waren. Zweifelsohne intelligent, beschreibt Tolkien jedoch nie konkret, ob die Balrogs über die Fähigkeit des Sprechens verfügen. Wahrscheinlich äußerten sie sich durch Suggestion, Telepathie und Gebärden. In der Hierarchie Melkors wurde den anfangs zahlreichen Balrogs viel Macht über niedere Geschöpfe wie Orks und Trolle zugesprochen. In der späteren Erzählung vom Herrn der Ringe erscheint der Balrog von Natur aus mächtiger als die im Silmarillion beschriebenen. Im Buch der verschollenen Geschichten, einer Frühfassung des Silmarillion, wird ihre Zahl sogar als sehr groß, der einzelne allerdings als schwach beschrieben.

Als Maiar – an sich ohne spezifische äußere Erscheinung – traten sie, nachdem sie Arda betreten und sich Melkor unterworfen hatten, in der Gestalt großer, humanoider Wesen auf, die von Feuer erfüllt waren und sich in Flammen und Schatten hüllten. Bewaffnet war zumindest der Balrog von Moria mit einer mehrfach begeißelten, feurigen Peitsche. Im ersten Zeitalter gehörten sie zu den gefürchtetsten Dienern Melkors.

Der einzige namentlich erwähnte Balrog ist Gothmog, der Fürst der Balrogs. Er kommt mehrmals im Silmarillion vor und wird schließlich in der Schlacht um Gondolin von dem Elbenhauptmann Ecthelion vernichtet, der in diesem Kampf ebenfalls sein Leben verliert. Wo sich die restlichen Balrogs befinden, ist unbekannt.

Die meisten gingen in der Schlacht, die zum Fall von Angband führte, zugrunde, doch gelang es einer kleinen Schar, zu entkommen, indem sie sich „an den Wurzeln der Erde“ verbargen. Einer von ihnen flüchtete sich in die tiefsten Abgründe des Nebelgebirges. Als die Zwerge in den Minen von Moria immer tiefer gruben, weckten sie diesen Balrog. Er erschlug viele der Zwerge, unter ihnen auch König Durin VI. Sie flohen und nannten den Balrog „Durins Fluch“.

Mit diesem Balrog kämpft Gandalf der Graue, als er mit der Gemeinschaft des Ringes die Minen von Moria durchquert und wird von dem Balrog, den er Flamme von Udun (Udun ist die Sindarin-Bezeichnung für die erste Festung Melkors in Mittelerde, Quenya: Utumno) nennt, in den Abgrund gerissen. Sie kämpfen von tief unter dem Nebelgebirge bis zum Gipfel des Zirak Zigil, wo Gandalf den Balrog letztlich vernichtet, um den Preis seines eigenen sterblichen Körpers.

Die Frage, ob die Balrogs Flügel haben, ist unter Tolkien-Fans der Anlass für eine intensive Diskussion, die bis heute nicht entschieden ist. Im Wesentlichen geht es dabei um zwei Sätze aus dem Herrn der Ringe (Die Gefährten, 2. Buch, Die Brücke von Khazad-Dum, in der Übersetzung von Margaret Carroux):

„[Der Balrog] blieb wieder stehen und schaute ihn [Gandalf] an, und der Schatten um ihn reckte sich wie zwei riesige Flügel.“

und

„Langsam ging er weiter auf der Brücke, und plötzlich richtete er sich zu seiner ganzen Größe auf, und seine Flügel erstreckten sich von Wand zu Wand […].“

Interpretiert man die zweite Passage wörtlich, ist klar, dass der Balrog Flügel hat. Versteht man sie dagegen eher metaphorisch und bezieht die Aussage auf den ersten Satz (zwei Absätze zuvor), sind die „Flügel“ Ausformungen des – vom Balrog beeinflussbaren – Schattens.

Verbunden damit sind Diskussionen über die Größe der Balrogs (die Antworten reichen von „gut mannshoch“ bis „groß wie ein Haus“) oder die Frage, inwieweit die Balrogs als Maiar überhaupt noch in der Lage sind, ihre Gestalt zu verändern.

Istari

Die Istari sind Maiar in der äußeren Erscheinungsform von Menschen, die allerdings kaum oder gar nicht altern. Von den Menschen Mittelerdes werden sie als „Zauberer“ beschrieben.

Sie erschienen um das Jahr 1000 im dritten Zeitalter im Westen Mittelerdes, nachdem Sauron wiedererstarkt war. Sie wurden von den Valar geschickt, damit sie die Völker Mittelerdes im Kampf gegen Sauron beraten und unterstützen können. Es waren fünf: zuerst Saruman der Weiße, dann die zwei blauen Zauberer Pallando und Alatar, von denen überliefert ist, dass sie in den Osten von Mittelerde gingen und nie wiederkehrten, Radagast der Braune und zuletzt Gandalf der Graue. Saruman der Weiße, welcher der Älteste unter ihnen ist und als erster die Gestaden Mittelerdes betreten hat, ist auch ihr Anführer und hat den Vorsitz im Weißen Rat inne. Nachdem Saruman die freien Völker Mittelerdes verraten hat, indem er sich mit Sauron verbündete, verliert er seinen Platz im Weißen Rat. Gandalf wird nun der Anführer des Widerstandes gegen Sauron.

Gandalf

Gandalf ist eine der Hauptfiguren in den Romanen Der Herr der Ringe und Der kleine Hobbit. Er war einer der Istari, ein Maia in der Gestalt eines alten Mannes mit langem Bart und grauen (später weißen) Haaren. Die Völker nahmen ihn meist als „Zauberer“ wahr. Er trug ein legendäres elbisches Schwert namens Glamdring und einen Zauberstab. Er ist bei den Hobbits vor allem bekannt durch sein spektakuläres Feuerwerk.

Bei den Völkern und in den Landstrichen Mittelerdes war er unter verschiedenen Namen bekannt:

  • „Grauer Pilger“, „Graurock“, Mithrandir (bei den Elben und auch teilweise in Gondor), oder einfach nur „Wanderer“,
  • Tharkûn (bei den Zwergen), Incánus (im Süden)
  • Gandalf Sturmkrähe (vom König von Rohan, als dessen Geist vergiftet war),
  • Láthspell („schlechte Botschaft“ in der Sprache von Rohan), so genannt von Gríma Schlangenzunge.
  • Olórin war sein Name in Aman, bevor er als einer der fünf Istari nach Mittelerde geschickt wurde. Er war die persönliche Wahl von Manwë.

Gandalf begleitete Bilbo und die 13 Zwerge auf ihrem Abenteuer. Später erkannte er, dass der Ring, den Frodo von Bilbo erhalten hatte, der Eine Ring von Sauron war, und riet Frodo dazu, nach Mordor zu gehen, um dort den Ring zu zerstören.

'Gandalf der Graue' stürzte gegen Ende des ersten Bandes von Der Herr der Ringe in den Minen von Moria in einen Abgrund, als er mit einem Balrog kämpfte. Letztlich besiegte Gandalf den Balrog, musste dafür aber mit seinem Leben bezahlen. Nach seinem Tod wurde er jedoch im zweiten Band Die zwei Türme von den Valar als 'Gandalf der Weiße' zurückgeschickt.

Als 'Gandalf der Weiße' nahm er die Saruman zugedachte Rolle unter den Istari ein und verstieß Saruman aus dem Orden. Von da an nahm er eine weit aktivere Rolle im Kampf um Mittelerde ein und trat als 'Weißer Reiter' im Kampf um Rohan und Minas Tirith in Erscheinung. Er ist die treibende Kraft im Widerstandskampf gegen Sauron. Am Ende des Ringkriegs krönte er Aragorn zum König von Arnor und Gondor.

Am Ende von Der Herr der Ringe zog er mit vielen Elben und den Trägern des Einen Ringes Bilbo und Frodo zu den 'Grauen Anfurten' der Elben und schiffte sich ein, um mit ihnen nach Valinor zu segeln. Dabei trug er offen Narya, einen der drei Elbenringe. Das ist Gandalfs letzte Erwähnung.

Der Name Gandalf stammt ursprünglich aus der älteren Edda und erscheint im Götterlied Völuspá. Dort ist er ein Zwerg. Die Figur wurde durch das Bild Der Berggeist von Josef Madlener inspriert.

Nach dem Tod Saurons ist Gandalf das mächtigste Wesen Mittelerdes (von Tom Bombadil abgesehen, welcher seinen Machtbereicht jedoch selbsttätig einschränkt).

Saruman

Saruman der Weiße (Quenya: Curumo und von den Elben Curunir, „Mann der schlauen Pläne“; oder 'Scharrer', vom orkischen sharkù = alter Mann genannt), ist ebenfalls ein Istar. Er war ursprünglich der Größte der Zauberer, Anführer des 'Weißen Rates' des Orden der Zauberer. Er war sehr bewandert in der Kunde von den Großen Ringen und erforschte lange ihre Geschichte.

Seine Festung Orthanc in Isengart wird als schlanker Turm aus einem schwarzen Stein beschrieben, der oben in spitzen Zinnen auslief.

Während Saruman zunächst die treibende Kraft im Kampf gegen Sauron war, wurde er später von der Gier nach der Macht des Ringes und von Saurons Beeinflussungen durch den Palantír von Orthanc zum Verrat veranlasst. Er verriet Gandalf und sperrte ihn zunächst auf der Zinne von Orthanc ein. Im Dienste Saurons stellte er eine riesige Armee aus Uruk-hai und Orks auf, die er gegen Rohan in den Krieg schickte.

Seine Festung Isengart wurde im Ringkrieg von den Ents belagert. Nach Saurons Niederlage und dem Ende des Ringes wurde er freigelassen, blieb aber dem Bösen treu und brachte das Auenland unter seine Herrschaft, was ihm nicht allzu schwer fiel, da er schon seit geraumer Zeit Handelsbeziehungen mit den dortigen Hobbits und Menschen pflegte. Er ließ sich im Auenland gemeinhin Scharrer nennen, offenbar eine Abwandlung des Orknamens sharkù. Dort kam er durch die Hand seines Dieners Gríma Schlangenzunge ums Leben. Die Umstände seines Todes (sein Leichnam „verweht im Wind“) zeigen seine Abstammung als Maia.

Adler

Im Hobbit und im Herrn der Ringe tauchen an mehreren Stellen Große Adler auf, die in den Büchern manchmal auch nur Adler genannt wurden. Diese Riesenadler sind mythische, intelligente Kreaturen. Sie sind die edelsten und größten aller Vögel, geschaffen von Manwë vor dem Erwachen der Kinder Ilúvatars und sehen sich gleichwertig mit den Elbenfürsten. Im ersten Zeitalter schützten sie Gondolin vor den Spähern Morgoths, und wachten später über Tuor, Idril und die Überlebenden Gondolins, als sie aus der Stadt flohen. Im Krieg des Zorns zogen sie mit Earendil gegen die geflügelten Drachen in die Schlacht.

Im dritten Zeitalter halfen die Adler des Nebelgebirges Gandalf, Thorin, Bilbo und den Zwergen und spielten eine Schlüsselrolle in der Schlacht der fünf Heere im Jahre 2941 DZ. Gwaihir rettet Gandalf von seiner Gefangenschaft in Isengart und trägt ihn von den Zinnen des Orthanc. Im Ringkrieg retteten Gwaihir, Landroval und Meneldor Frodo und Sam von den brennenden Hängen des Oroduin. Zuvor haben sie zusammen mit den anderen Adlern die Nazgûl auf ihren Geflügelten Schatten angegriffen.

Die bekanntesten Adler in den Romanen sind Thorondor (König der Adler), Gwaihir (der Windfürst), Landroval und Meneldor.

Carcharoth

Carcharoth, „Feuerrachen“, stärkster der Wölfe Morgoths, Wächter vor Thangorodrim. Als Beren und Luthien einen Silmaril aus der Krone von Morgoth stehlen und sie aus Thangorodrim flüchten, erwacht Carcharoth zu früh aus dem Schlaf, in den ihn Luthien durch ihren Zaubergesang gewiegt hatte, und beißt Beren im Kampf die Hand, in der er den gestohlenen Silmaril hält, ab. Von den Schmerzen des sich nun in seinem Magen befindlichen Silmaril, dem Gefäß des reinen ursprünglichen Lichts, das alles Dunkle und Böse versengt, in den Wahnsinn getrieben, rennt er los und tötet willkürlich alle Geschöpfe, die ihm über den Weg laufen, seien dies Elben, Menschen oder Orks. Er findet sein Ende durch den Hund Huan, den Begleiter Beren und Luthiens, den er ebenfalls tödlich verwundet.

Huan

Der Hund von Valinor. Er wurde Celegorm, dem Noldorpinz, von Orome geschenkt. Huan half Luthien und Beren, in die Feste Thangorodrim einzudringen, um Morgoth die Silmaril zu entwenden. Er durfte während dieses Abenteuers sogar dreimal sprechen, obwohl es ihm eigentlich nicht erlaubt, wenngleich möglich war. Er starb an seinen schweren Verletzungen, die er sich im siegreichen Kampf gegen Carcharoth zugezogen hatte.

Ungolianth

Ungolianth ist ein Wesen (vermutlich eine Maia), welches im Ersten Zeitalter aus der äußeren Leere nach Arda herabsteigt. Sie nimmt dort die Gestalt einer gewaltigen, weiblichen Spinne an und schließt einen Pakt mit Morgoth, welcher ihr verspricht, als Gegenleistung für ihre Dienste ihren schier unendlichen Hunger zu stillen. Morgoth nutzt die Fähigkeit von Ungolianth, Licht zu verschlingen und einen Schleier der Dunkelheit um sich zu weben, um unbemerkt die zwei magischen Bäume (Telperion und Laurelin) der Valar zu zerstören und die Silmaril zu erlangen. Als Ungolianth jedoch versucht, Morgoth die Silmaril zu entwenden unterliegt sie im Kampf und flüchtet ins Tal 'Nan Dungortheb'. Dort paart sie sich mit anderen spinnenartigen Wesen und bringt zahlreiche Abkömmlinge hervor, insbesondere Kankra. Zwar ist das genaue Schicksal Ungolianths ungewiss, jedoch wird angedeutet, dass sie sich schließlich in ihrem unendlichen Hunger selbst verschlungen hat.

Kankra (Shelob)

Kankra, Große Spinne, ist eine Tochter Ungolianths, vermutlich aus der Brut der Spinnen von Nan Dungortheb. Kankra entkam dem Untergang von Beleriand, und ihre Brut breitete sich in Ephel Dúath und dem Düsterwald aus. Kankra hatte ein großes Nest in Cirith Ungol, und viele Jahre lebte sie von Menschen, Orks und Elben und diente als sichere Wache, um jeden daran zu hindern, Mordor auf jenem Wege zu betreten.

Um das Jahr 3000 fing sie Gollum, ließ ihn aber wieder frei unter der Bedingung, dass er ihr Nahrung beschaffte. Im Jahre 3019 im dritten Zeitalter, auf dem Weg zum Schicksalsberg, führte Gollum Frodo und Samweis zu Kankras Lauer, in der Hoffnung, sie würde Frodo töten, so dass er den Einen Ring erbeuten könne. Kankra lähmte Frodo, wurde aber von Sam mit der Phiole Galadriels geblendet und mit dem Schwert Stich schwer verwundet. Über Kankras weiteres Schicksal schreibt Tolkien nichts.

Tolkien setzte den Namen Shelob aus den Wörtern She und Lob zusammen, was wörtlich übersetzt soviel wie „SieSpinne“, also „weibliche Spinne“ bedeutet. [1] Für die deutsche Übersetzung wurde das deutsche Wort Kanker (Spinnentier, Weberknecht) benutzt und mit der Endung auf A abgerundet, um der femininen Vorlage des Originals gerecht zu werden.

Weitere Maiar

  • Am See vor Moria gibt es ein krakenartiges Unwesen, welches das Tor bewacht.
  • Die „Schwarzen Unholde“ waren die fliegenden Reittiere der Nazgûl. Sie werden von Tolkien als „pterodaktylisch“, flugsaurierartig, beschrieben.
  • Thuringwethil war eine mächtige Vampirbotin und erledigte Botenaufträge für Morgoth.

Elben

Die Elben bei Tolkien, auch die „Erstgeborenen“ genannt (ursprünglicher Name Quendi, „die mit Stimme reden“), wurden von Ilúvatar geschaffen. Sie kamen vor den Menschen in die Welt und haben das Vorrecht der Unsterblichkeit. Es ist ihnen bestimmt, in Aman, den „Unsterblichen Landen“ zu leben und viele verließen Mittelerde von den „Grauen Anfurten“ um dorthin zu segeln. Außerdem erliegen Elben keinen Krankheiten und ihre Seelen wandern, sofern sie sterben, in Mandos Hallen, in denen sie, laut Tolkien, auf das Ende der Zeit und das Kommen Ilùvatars warten.

Einst gefürchtete Krieger und begabte Künstler, bestimmen sie über viele Jahrhunderte das Schicksal von Mittelerde, sind aber gegen Ende des Dritten Zeitalters weniger mächtig, in ihre Reiche zurückgezogen und des Lebens in Mittelerde überdrüssig. Zu Beginn des Vierten Zeitalters, nach dem Ende des Ringkrieges, verlassen die meisten von ihnen Mittelerde, unter ihnen auch die Träger der Elbenringe.

Eine wichtige Untergruppe der Elben sind die Eldar, das "Volk der Sterne", diejenigen Elben, die sich der Großen Wanderung nach Westen in die Unsterblichen Lande anschlossen. Die Gruppe der Eldar umfasste drei Stämme, die Vanyar, die Noldor und die Teleri. Von den Teleri trennten sich unterwegs zwei Gruppen ab: die Nandor östlich des Nebelgebirges und die Sindar in Beleriand. Die meisten Noldor kehrten später unter der Führung von Feanor nach Mittelerde zurück.

Obwohl Tolkien bei der Erschaffung seiner Elben einige Anleihen bei bereits existierenden mythologische Bezügen nahm, sind seine Elben doch als eigenständiges Konzept zu erkennen. Sie sind mächtiger und vor allem älter als in der vorher existierenden Mythologie (siehe Elfen), stellen gewissermaßen die bevorzugte Rasse des Schöpfergottes von Mittelerde dar und erscheinen in vielerlei Hinsicht als überlegene Rasse, geradezu als Überwesen. Dieses Konzept wurde später in vielen Fantasy-Romanen und Rollenspielen aufgegriffen, als die Bezeichnung Elb oder Elfe später zur Bezeichnung ähnlicher Wesen auch in verschiedene Fantasy-Welten außerhalb des Tolkien'schen Universums übernommen wurde.

Stämme der Elben

Noldor

Die Noldor waren jener Teil der Eldar, die aus Aman nach Mittelerde zurückkehrten, um die Silmaril von Morgoth zurückzuerobern.

Der dabei geleistete Blutschwur verhinderte ihre Rückkehr. Erst zum Ende des Dritten Zeitalters wurde ihnen diese erlaubt.

Teleri

Die Teleri waren neben den Vanyar und den Noldor die dritte und größte Schar der Eldar auf der Wanderung von Cuiviénen nach Westen zu den Valar nach Valinor. Sie wurden von Elwe und Olwe angeführt.

Auf der langen Wanderung verirrten sich viele der Teleri und waren sich uneinig. So zerbrach diese große Schar. Einige gingen in die Wälder von Mittelerde oder verweilten an den Küsten. Andere blieben lange an dem Fluss Anduin. Doch viele fürchteten sich vor diesem dunklen Ort, und Lenwe, ein Untertan von Olwe, führte diese, die Nandor, nach Süden. Schließlich erreichte Elwe mit seinen Teleri über die Ered Luin die östlichen Gebiete von Beleriand, und sie verweilten für eine Zeit an dem Fluss Gelion. Olwe, der mit ihnen kam, wurde nach Elwes Verschwinden König dieser Schar und setzte die Wanderung fort.

An den Küsten Beleriands, nahe den Mündungen des Sirions, warteten sie lange auf Ulmo, dessen Aufruf, sie nach Aman zu bringen, die Teleri verpasst hatten. Während dieser Zeit freundeten sie sich mit Osse und Uinen an, und Osse lehrte sie viel über die Meere und die Musik. Durch ihn lernten sie die Meere lieben.

Als Ulmo kam, um die Teleri nach Aman zu bringen, war Osse traurig, und er überredete einige zu bleiben. Die Falathrim, die Elben von den Falas, dessen Fürst Círdan war, und die engsten Verwandten und Freunde Elwes entsprachen seiner Bitte.

Als die restlichen Teleri von Ulmo auf einer Insel an die Bucht von Eldamar gebracht wurden, erhörten die Teleri die Stimme von Osse, der ihnen folgte, und baten Ulmo, ihre Reise zu beenden. Dort wurden sie sesshaft, und ihre Insel wurde Tol Eressea genannt.

Vanyar

die 'Blond-Elben'; so genannt aufgrund ihrer goldenen Haarpracht.

Sie waren die erste Schar der Elben, die von Beleriand aus nach Aman aufbrachen und wurden von Ingwe angeführt.

Die Vanyar waren diejenigen der Elben, die als erste das Licht erblickten und am meisten der drei Elbenstämme daran hingen. Deshalb konnte Feanor sie auch nicht vom Auszug aus Valinor überzeugen. Sie waren die Lieblinge von Manwe und blieben im Westen.

Ein einziges Mal nur zogen sie in den Krieg, als sie am Ende des 1. Zeitalters unter Eonwe zum Krieg des Zorns gegen Morgoth auszogen und diesen besiegten.

Calaquendi

Die Calaquendi („Lichtelben“) waren diejenigen Elben, die zur Zeit der zwei Bäume nach Valinor gekommen waren und deren Licht noch mit eigenen Augen gesehen hatten. Dazu gehörten alle Noldor, alle Vanyar und große Teile der Teleri.

Feanor

Feanor (geboren im „Zeitalter der Bäume“) war der älteste Sohn Finwes und das einzige Kind von Finwe und Míriel Serinde; er war Halbbruder Fingolfins und Finarfins, Gemahl von Nerdanel, Vater von Maedhros, Maglor, Celegorm, Caranthir, Curufin, Amrod und Amras. Er galt als der Größte der Noldor, war Schüler des Vala Aule und der Erfinder der feanorischen Schrift. Seine Kunst zeigt sich insbesondere bei der Schaffung der Silmarilli und der Palantíri. Allerdings war seine zunehmende Besessenheit von den Silmaril, zusammen mit den Einflüsterungen Melkors, auch der Grund für die Rebellion der Noldor gegen die Valar, die letztlich in die Verbannung führte und vielen Noldor den Tod brachte. Er selbst fiel in Mithrim in der Schlacht Dagor-nuin-Giliath, niedergestreckt von dem Herrn der Balrogs.

Sein Name war auch Curufinwe (von curu, Geschicklichkeit). Diesen Namen gab er selbst seinem fünften Sohn, Curufin; doch wurde er stets mit dem ihm von seiner Mutter gegebenen Namen Feanáro, Feuergeist, gerufen, der im Sindarin die Form Feanor erhielt.

Finwe

Finwe war ein Fürst der Noldor im „Zeitalter der Bäume“. Mit seiner ersten Gemahlin Míriel Serinde zeugte er seinen Sohn Feanor, den Feuergeist. Nach dem Tode Míriels heiratete er Indis von den Vanyar, die ihm zwei Söhne namens Fingolfin und Finarfin schenkte. Fingolfin ist der Vater der hohen Könige der Noldor Fingon und Turgon und von Aredhel-ar-Feiniel, der weißen Dame der Noldor. Der jüngere Finarfin heiratete Earwen von Alqualonde, eine der Teleri und Verwandte von Elu Thingol. Deren Kinder waren Finrod Felagund, Herr von Nargothrond, Orodreth, dessen Tochter Nimloth, die Großmutter Elronds war, Angrod, Aegnor, und die jüngste und einzige Tochter Galadriel. Finwe wurde von Melkor erschlagen, als dieser in sein Haus eindrang und Feanors Silmaril stahl.

Fingolfin

Fingolfin war ein Fürst der Noldor, der im „Zeitalter der Bäume“ in Valinor geboren wurde. Als Sohn von Finwe und Indis (einer Vanya) war er Halbbruder von Feanor und der ältere Bruder Finarfins. Er wurde „Hoher König der Noldor“, nachdem sein Sohn Fingon einen Sohn Feanors aus der Gefangenschaft des Dunklen Herrschers Morgoth befreite. Neben Fingon waren Turgon und Aredhel-ar-Feiniel, die weiße Dame der Noldor, Fingolfins Kinder. Außerdem entspringen Gil-Galad, Elrond und Elros seiner Linie.

Nach der Dagor Bragollach (vierte Schlacht des Ersten Zeitalters) forderte er in seiner Verzweiflung Morgoth zu einem Zweikampf heraus. Er verwundete den Herrscher der Finsternis schwer, wurde schließlich aber doch niedergeworfen und getötet. Der große Adler Thorondor trug seinen Leichnam weg, bevor er geschändet werden konnte. Fingolfin wurde in den Bergen von Gondolin begraben.

Galadriel und Celeborn

Galadriel und Celeborn tauchen hauptsächlich im Herrn der Ringe auf, Galadriel ist jedoch auch für die Handlung im Silmarillion wichtig. Die beiden sind ein Elbenpaar, das seit dem ersten Zeitalter von Mittelerde gemeinsam lebt. Im Herrn der Ringe sind die beiden schließlich Herrscher von Lórien, einem wundersamen Waldelbenreich.

Die mächtige Galadriel stammt aus dem höchsten Fürstenhaus der Elben: Sie ist die Tochter des Noldor-Fürsten Finarfin und damit ein Enkelkind Finwes, einem der ersten Hochkönige der Elben. Sie wurde noch im Zeitalter der Bäume geboren und ist daher im Herrn der Ringe eine der ältesten noch lebenden Elbinnen überhaupt. Ihr Name Galadriel (Quenya: Alátariel) bedeutet etwa „Strahlenbekränzte Maid“ und bezieht sich auf ihr goldfarbenes Haar, sie erhielt ihn von Celeborn als Zeichen seiner Liebe. Von ihrem Vater wurde sie Artanis („Edle Maid“) und von ihrer Mutter Nerwen („Mann-Mädchen“) genannt, wohl aufgrund ihrer sowohl physischen als auch psychischen Größe und Stärke.

Galadriel wird als eine Art „Seherin“ geschildert. Ihre Macht besteht darin, anderen „ins Herz zu blicken“ und dabei sogar solche Absichten zu entdecken, über die ihr Gegenüber sich selbst noch nicht im Klaren ist. Auch zeichnet sie sich stets durch große Weisheit und vor allem Voraussicht aus – so misstraut sie Feanor, der später großes Leid über alle Elben bringt, von Anfang an und warnt die Elben vor ihm. Sie erkennt auch Sauron trotz seiner Verkleidung und versucht, die anderen Elben vor ihm zu warnen, als dieser sich in Eregion einschleicht, wo schließlich die Ringe nach seiner Anleitung geschmiedet werden. Mit Saruman, Gandalf und Elrond gründet sie im dritten Zeitalter den Weißen Rat und beteiligt sich als eine der Hauptakteure am Kampf gegen Sauron.

Im dritten Zeitalter ist sie die Trägerin des Elbenringes Nenya, dem weißen Ring des Wassers. Im Ringkrieg kämpfen Galadriel und Celeborn gegen die Feinde in Dol Guldur, Saurons Rückzugsfestung im südlichen Düsterwald, und besiegen sie schließlich. Nach der Vernichtung des Einen Ringes nimmt ihre Kraft daher ab und letztlich gehen Galadriel und Celeborn zu den Grauen Anfurten, um Mittelerde zu verlassen und in den Westen zu segeln, zurück dorthin, wo Galadriel geboren wurde.

Celeborn tritt als weniger mächtig und weniger weise als seine Frau auf und wirkt daher schwach.[1] Seine Herkunft ist innerhalb von Tolkiens Werk nicht klar eingeordnet. Innerhalb des Silmarillion ist er ein Edler aus Doriath und ein Verwandter von König Thingol, tatsächlich scheint Tolkien sich damit aber nicht sicher gewesen zu sein: Nach einer „anderen Überlieferung“ bzw. einer früheren Konzeption war Celeborn ein Waldelb, Galadriel traf ihn erst im Zweiten Zeitalter, nicht im Ersten, wie nach der anderen Konzeption. Eine dritte „Überlieferung“ besagt, dass Celeborn ein Teleri war und Galadriel schon in Aman kennengelernt habe. Christopher Tolkien schreibt zum Galadriel-Celeborn-Problem:

Kein Abschnitt in der Geschichte Mittelerdes ist reicher an Problemen als die Geschichte von Galadriel und Celeborn, und es muß zugegeben werden, daß es in ihr schwerwiegende Widersprüche, 'begründet in den Überlieferungen', gibt; oder, um die Sache von einem anderen Gesichtspunkt zu betrachten, daß die Rolle und die Bedeutung Galadriels nur langsam zu Tage treten und ihre Geschichte fortlaufenden Umformungen unterworfen war.[1]

Glorfindel

In Tolkiens Welt gibt es zwei Gestalten des Namens Glorfindel (der Goldhaarige): Der erste war ein Noldoli, der beim Fall von Gondolin von einem Balrog erschlagen wurde. Der andere unterstützte als Heerführer Elronds die Menschen von Arthedain, indem er den Obersten der Nazgûl, den Hexenkönig von Angmar, vertrieb. Im 'Herrn der Ringe' wurde Glorfindel durch Elrond entsandt, um nach Aragorn und den Hobbits zu suchen und fand sie vor der Furt der Bruinen. Anders als im Film (Arwen reitet mit Frodo nach Bruchtal) trug sein Pferd Asfaloth Frodo, der von den Nazgûl verfolgt wird, über die Furt nach Bruchtal.

Das Auftreten zweier Noldor mit dem selben Namen scheint ein Widerspruch im Werk Tolkiens zu sein: Sie können keine verschiedenen Personen gewesen sein, da Elbennamen nie doppelt vergeben werden. Eine Wiedergeburt bzw. Rückkehr aus Mandos' Hallen scheidet auch aus, da dies explizit nur ein einziges Mal bei Luthien Tinuviel gestattet war. Es gibt jedoch auch die These, dass die beiden Glorfindel identisch waren.

Thingol

Elwe 'Singollo' (Quenya: Graumantel; auch 'Elu Thingol', Sindarin ebenfalls Graumantel) war einer der ersten Elben, die am See von Cuiviénen erwachten. Bei dem Zug der Elben in den Westen traf er auf die Maia Melian und verliebte sich in sie. Mit ihr blieb er in Mittelerde zurück und gründete das Reich Doriath, welches Melian zum Schutz mit einem Zauberbann, bekannt als Melians Gürtel, umgab. Sie gebar ihm eine Tochter namens Lúthien. Thingol wurde gegen Ende des Ersten Zeitalters von Zwergen getötet, die von ihm das Nauglamír und damit einen Silmaril stahlen.

Thingol wird zu den Calaquendi gezählt, obwohl er der Anführer der Sindar (ein Stamm der Moriquendi) war, da er als der Bote der Teleri zur Zeit der zwei Bäume nach Valinor gebracht wurde.

Arwen

Arwen (Sindarin: königliche Maid bzw. Edelfrau) war die Tochter Elronds und Celebríans und die Enkelin von Galadriel. Man nannte sie auch Undomiel=Abendstern (Quenya: dunkle Schönheit bzw. Tochter der Abenddämmerung).

Als Halbelbin musste sie sich zwischen dem (unsterblichen) Leben als Elbin und einem menschlichen Schicksal entscheiden. Als sie sich in Aragorn, den Thronerben von Arnor und Gondor, einen Menschen, verliebte, trat sie in die Fußstapfen ihrer Vorfahrin Lúthien Tinúviel und wählte ein sterbliches Leben, sehr zur Trauer ihres Vaters.

Am Ende des Ringkrieges heiratete sie Aragorn und schenkte ihm einen Sohn namens Eldarion und mehrere Töchter. Nach seinem Tod in hohem Alter ging sie nach Lórien, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Ihr Grab liegt auf dem Cerin Amroth.

Celebrimbor

Celebrimbor war der Sohn von Curufin, einem von Feanors Söhnen. Nach etlichen Untaten seines Vaters trennte er sich von diesem und weilte in Nargothrond. Er überlebte dessen Untergang und schmiedete später in Eregion die Ringe der Macht. Nachdem die Elben aber herausgefunden hatten, dass Sauron sie betrogen hatten, begann dieser einen Krieg gegen die freien Völker. Eregion wurde verwüstet und Celebrimbor getötet.

Gil-galad

Gil-galad (Strahlenstern) wird im Silmarillion als Sohn Fingons und Enkel Fingolfins beschrieben. Wie Christopher Tolkien später zugab war diese Abstammung nur eine flüchtige Idee Tolkiens und andere Varianten waren weiter entwickelt. Sein richtiger Name war Ereinion (Sprössling der Könige). Den Namen Gil-galad erhielt er wegen seiner strahlenden Rüstung.

Nach dem Tode Turgons wurde er der Hohe König der in Mittelerde zurückgebliebenen Noldor. Gil-galad erkannte frühzeitig das Erstarken Saurons, konnte aber die Eroberung Eregions im Jahr 1697 des Zweiten Zeitalters nicht verhindern. Nur dank der Hilfe der Númenórer gelang es Gil-galad die Grauen Anfurten zu verteidigen. Von ihm erhielten später Cirdan und Elrond die Ringe Narya und Vilya. Nachdem Elendil in Mittelerde gelandet war, schlossen beide das sogenannte Letzte Bündnis von Elben und Menschen, um Sauron zu besiegen. Gil-galad fiel schließlich bei der Belagerung von Barad-dûr. Er hinterließ keine Erben.

Gil-galads berühmter Speer hieß Aeglos.

Moriquendi

Die Moriquendi („Dunkelelben“) waren diejenigen Elben, die nicht zur Zeit der zwei Bäume nach Valinor gekommen waren, sondern auf der großen Wanderung umgekehrt waren oder gar nicht erst mitgekommen waren. Der stärkste Stamm der Moriquendi war der Sindar, der von Thingol angeführt wurde.

Beleg

Beleg (Sindarin 'der Mächtige'), genannt Cúthalion (Sindarin 'Langbogen') war Hauptmann der Grenzwache von Doriath, dem Reich König Thingols. Er half Halandin um 459 E. Z., eine Armee Orks in Brethil zu vernichten und war neben Mablung der einzige Elb von Doriath, der in der Nirnaeth Arnoediad kämpfte. Er war ein guter Freund Túrin Turambars und begleitete diesen auf vielen Abenteuern. Auch während der Zeit, da Túrin geächtet war, blieb Beleg stets sein Freund und Beschützer. Túrin war jedoch auch sein Verhängnis, da er Beleg – nachdem dieser ihn aus der Gefangenschaft der Orks befreite – aus Versehen mit seinem eigenen Schwert Gurthang erstach. Belegs Bogen Belthroding wurde mit ihm begraben.

Cirdan

Cirdan, der Schiffsbauer. Ein Dunkelelb aus dem Volk der Teleri. Wahrscheinlich der älteste in Mittelerde lebende Elb, der in Tolkins Werken erwähnt wird. Er kam im ersten Zeitalter zusammen mit den Teleri-Fürsten Elwe und Olwe nach Beleriand. Dort brach der die große Wanderung nach Valinor ab und ließ sich stattdessen mit seinem Volk in der Küstenregion (der Falas) nord-westlich der Sirionmündung nieder. Nach dem Untergang Beleriands wanderte er nach Osten und gründete am Golf von Luhn, im äußersten Westen von Mittelerde, die Grauen Anfurten. Von dort aus machten sich die verbliebenen Hochelben auf die Reise über das trennende Meer nach Valinor. Die Anfurten waren im Dritten Zeitalter neben Bruchtal und Lothlorien die letzten Zufluchtstätten, in denen noch Hochelben lebten. Cirdan war viele Jahre lang der Hüter des großen Elbenringes Narya, dem Ring des Feuers. Er übergab den Ring Gandalf, als dieser im dritten Zeitalter nach Mittelerde kam. Cirdan ist der einzige Elb, der als bärtig beschrieben wird.

Legolas

Legolas (Sindarin: Grünblatt, wortwörtl. grünes Laub) war einer der neun Gefährten, die den Einen Ring nach Mordor bringen sollen. Er war der Sohn von Thranduil, dem Elbenkönig des Düsterwaldes und Enkel von Oropher. Im Verlauf des Ringkrieges wurde er zu einem engen Freund von Gimli und verließ Mittelerde gemeinsam mit ihm, als sich beide zusammen – viele Jahre nach dem Ende des Ringkrieges – in einem Boot zu den Westlichen Landen begaben. Legolas war ein Sindar-Elb und sprach dementsprechend Sindarin.

Lúthien Tinúviel

Lúthien, Tochter des Elbenkönigs Thingol und der Maia Melian, lebte im Ersten Zeitalter Mittelerdes. Sie war als Tochter einer Maia von großer Schönheit und für ihre schöne Stimme bekannt. Größere Bedeutung innerhalb Tolkiens Mythologie erfuhr sie durch ihre Beteiligung an der Wiederbeschaffung eines Silmarils aus der Krone des dunklen Vala Morgoth. Wegen ihrer Liebe zu dem Menschen Beren, von dem sie den Beinamen 'Tinúviel' (Nachtigall) erhielt, nahm sie die Sterblichkeit an. Ihr einziger Sohn Dior, der erste Halbelb, heiratete Nimloth, und sie bekamen eine Tochter namens Elwing, die die Mutter von Elrond und Elros wurde.

Einigen Tolkien-Kennern zufolge habe J. R. R.Tolkien in der Figur der Lúthien seine Frau und ihre gemeinsame Liebe beschrieben. Auf ihrem Grabstein steht unter ihrem Namen auch Luthien, während unter seinem Namen Beren zu lesen ist.

Thranduil

Thranduil ist im „Kleinen Hobbit“, wo er großes Geschick im Umgang mit den Zwergen von Thorins Reisegruppe zeigt, und im „Herrn der Ringe“, in dem er nicht als Figur erscheint, König der Waldelben des Düsterwaldes. Er war Sohn des Oropher, der 3434 des zweiten Zeiltalters in der Schlacht von Dagorlad fiel, und Vater von Legolas. Obwohl er über ein Volk von Waldelben herrschte, war Thranduil ein Sindar-Elb, der schon vor der Errichtung von Saurons Festung Barad-dûr aus Lindon gekommen war. Ungewöhnlich für einen Sindar-Elben war Thranduils blondes Haar.

Halbelben

Halbelben (Sindarin: Peredhil) waren frei, zu wählen, ob sie dem Volke der Menschen oder der Elben angehören wollten.

Earendil

Der legendäre Halbelb Earendil der Seefahrer (auch der Strahlende, und der Gesegnete genannt), war der Sohn von Tuor und Idril und der Ehemann von Elwing. Mit sieben Jahren entkam Earendil mit seinen Eltern dem Fall Gondolins, er wuchs an den Mündungen des Sirion auf. Später fuhr Earendil mit seiner Frau und einem der Silmarilli, von Beren und Lúthien zurückgewonnen, auf dem Schiff Vingilot nach Aman und bat dort die Valar, den Bewohnern Mittelerdes im aussichtslosen Kampf gegen Melkor (Morgoth) zu helfen.

Earendil war aufgrund seiner Abstammung sowohl ein Fürsprecher der Elben als auch der Menschen. Auf seine Bitte hin zogen die Valar gegen Morgoth in den Krieg des Zorns, bei dem Beleriand in den Fluten des Meeres versank. So endete das Erste Zeitalter.

Earendil war wie seine Frau Elwing Halbelb. Elwing traf für sich und für ihn die Entscheindung, ob er fortan zu den Elben oder Menschen gehören sollte. Sie entschied sich für die Unsterblichkeit, was bedeutete, dass Earendil nicht mehr nach Mittelerde zu den Sterblichen zurückkehren konnte.

Mit seinem Schiff Vingilot und dem Silmaril an der Stirn erhob man ihn, den einzigen Sterblichen, der jemals ungestraft Valinor betrat, als Stern an den Himmel, wo er abends und morgens erscheint, weshalb man annimmt, dass er in unserer aktuellen Bedeutung als Venus charakterisiert werden kann.

Earendil und sein Schiff tauchten in der letzten Schlacht der Valar gegen Morgoth am Himmel als gleißend heller Stern auf.

Die Anrufung Earendils (Aiya Earendil, Elenion Ancalima [Heil Earendil, hellster aller Sterne]) ruft bei Feinden der Freien Völker Angst und Schrecken hervor und die Herzen der Elben und Menschen werden gestärkt.

Sein Name bedeutet in Quenya Meeresfreund. Tatsächlich stammt er, so J. R. R. Tolkien vom Angelsächsischen éarendel ab und wurde von ihm in das Urelbische umgewandelt.

Elrond

Der Halbelb Elrond (*525 im Ersten Zeitalter als Sohn von Earendil und Elwing in den Häfen von Sirion) war einer der ältesten Figuren in der Zeit des Herrn der Ringe. Wie sein Zwillingsbruder Elros (und alle Halbelben) wurde er vor die Wahl gestellt, ob er Elb oder Mensch sein soll. Er entschied sich für ersteres, anders als sein Bruder, der mit den Menschen auf die Insel Numenor zog und der erste König der Numenorer wurde.

In den Unruhen um Eregion im zweiten Zeitalter zog sich Elrond in ein Tal im Nebelgebirge zurück und gründete dort im Jahr 1697 Bruchtal (Imladris). Im dritten Zeitalter heiratete er Galadriels Tochter Celebrían und wurde Vater von Elladan, Elrohir und Arwen.

Er beriet mit Menschen, Zwergen, Elben und Frodo, wer den Ring der Macht vernichten sollte. In seinem Haus in Bruchtal heilte er Frodo von seiner Stichwunde, die er vom Hexenkönig auf der Wetterspitze zugefügt bekam. Er leitete den „Rat von Elrond“ und sorgte für Entsendung der Dúnedain zur Unterstützung Gondors. Nach dem Ende des Ringkrieges verließ er zusammen mit Galadriel, mehreren anderen Elben, Gandalf, Bilbo und Frodo Mittelerde in Richtung Valinor.

Menschen

Die Menschen traten mit dem Aufgehen der Sonne in die Welt. Sie waren im Gegensatz zu den Elben sterblich und selbst aus der Sicht der Zwerge kurzlebig. Diese Sterblichkeit, das Schicksal, die Welt verlassen zu können, wurde jedoch von Iluvatar als Gabe verliehen, obwohl dies von den Menschen nicht erkannt wurde. Ihr größter Vorteil war, dass sie sich schnell vermehrten, jedoch nicht so schnell wie Orks. Bald bevölkerten sie den Osten (Rhûnrim oder schwarze Menschen). Dort wurden sie jedoch von bösen Mächten unterjocht, und einige flohen in den Norden und Westen, wo sie die Reiche Beleriands und Anors erreichten. Sie wurden „Edain“ (= das zweite Volk, die Nachkommer) genannt.

Edain

Beren

Beren (443–552 E. Z.), „Beren der Einhänder“, auch Camlost („der Leerhändige“ oder „Der mit der leeren Hand“) war ein berühmter Held des Ersten Zeitalters, Sohn des menschlichen Helden Barahir und seiner Frau Emeldir. Er war der erste Mensch, der mit Lúthien Tinúviel eine Elbe zur Frau gewann. Dazu musste er auf Geheiß des Brautvaters, des Elbenkönigs Thingol, eine zunächst unlösbar scheinende Aufgabe erfüllen: die Beschaffung eines Silmarils aus der Krone des dunklen Vala Morgoth. Beren versammelte einige Gefährten um sich (darunter Finrod) und zog los, wurde aber von Sauron gefangengenommen. Erst Lúthien schaffte es mit der Hilfe von Huan, einem Jagdhund aus Valinor, ihren Geliebten zu befreien. Beren und Lúthien zogen mit Huan nach Angband und überwanden den Wolf Carcharoth und den finsteren Herrscher Morgoth. Mit dem Messer Angrist schnitt Beren dem Dunklen Herrscher einen Silmaril aus der Krone. Bei der anschließenden Flucht wurde Beren von Carcharoth die Hand abgebissen, in der er den Silmaril hielt. Beren und Lúthien kehrten nach Doriath zurück, wo Thingol trotz der nicht erfüllten Aufgabe in eine Heirat einwilligte. Beren wurde wenig später auf der Jagd nach Carcharoth tödlich verletzt. Im Sterben übergab er den Stein an Thingol und erfüllte so seine Aufgabe. Lúthien trauerte so sehr um ihn, dass sie kurze Zeit später starb. Ein trauriges Ende der Geschichte, wäre nicht Mandos gewesen, der beiden eine zweite Chance gab. Er schenkte ihnen ein zweites Leben in Mittelerde, und so kehrten sie zurück und lebten glücklich auf Tol Galen, jedoch waren beide sterblich in ihrem zweiten Leben.

Beren ist Sindarin und bedeutet „Der Wagemutige“, der Titel Erchamion bedeutet „der Einhändige“. Auf dem Grabstein von J. R. R. Tolkien und seiner Frau Edith befindet sich die Inschrift Beren und Lúthien. In der Filmtrilogie trägt Aragorn als Berens Nachfahre Barahirs Ring, und er singt in der Extended Edition des ersten Teils das Lied von Beren und Lúthien.

Tuor

Tuor wurde während des 1. Zeitalters in Hithlum im Norden von Beleriand als Sohn von Huor und Rían geboren. Beim Gefecht Nirnaeth Arnoediad starb sein Vater. Er wuchs daher bei seinem Ziehvater Annael unter den Grauelben (Sindarin) auf. Die Geschichte Der Fall von Gondolin erzählt, wie er in Vinyamar Ulmo traf, der ihn hieß, zu Turgon ins verborgene Königreich Gondolin zu gehen. Mit Hilfe von Voronwe gelangte er dorthin und warnte die dortigen Noldor vor dem Ende des Königreichs.

Er heiratete später Turgons Tochter Idril Celebrindal. Beim Angriff auf Gondolin, welches vollständig zerstört wurde, flohen sie mit den wenigen Überlebenden zu den Sirionmündungen. Beide hatten einen Sohn, Earendil den Seefahrer, der seinerseits der Vater von Elros dem ersten König von Númenor und Elrond von Bruchtal war.

Als er das Alter spürte, kam die Sehnsucht nach den Weiten des Meeres wieder auf und er erbaute Earráme („Meeresschwinge“), ein großes Schiff, das ihn und Idril Celebrindal nach Valinor trug.

Túrin

Túrin Turambar (geb. im Ersten Zeitalter) war der Sohn von Húrin und Morwen. Er wuchs in Thingols Hallen auf. Seine Familie wurde nach der Schlacht der Ungezählten Tränen (Nirnaeth Arnoediad) von Morgoth verflucht, weil sein Vater, Húrin Thalion, dem Willen Morgoths trotzte.

Túrin lebte eine Zeit in Doriath, floh aber nach Streitigkeiten, die den Tod eines Elben zur Folge hatten, aus Angst vor Thingols Strafe. Er wurde der Anführer von Gesetzlosen, und nahm mit Neithan („Der Gekränkte“) den ersten von vielen Decknamen an. Thingol sandte Beleg aus, um Túrin zurückzuholen, aber dieser weigerte sich. Er und seine Männer nahmen den Zwerg Mîm gefangen und säuberten in den nächsten Jahren zusammen mit Beleg die Gegend von Orks. Túrin benannte sich neu in Gorthol („Schreckenshelm“) nach dem Drachenhelm von Dor-lómin, den er trug. Später wurde er von Mîm verraten und von Orks gefangen genommen. Er wurde von Beleg und Gwindor gerettet, doch unwissentlich erschlug er Beleg.

Mit Gwindor ging Túrin nach Nargothrond, wo er sich Agarwaen, Umarths Sohn („der Blutbefleckte, Sohn des Unglücks“) nannte und später als großer Krieger Nargothronds und ein Vertrauter von König Orodreth bekannt wurde. Von den Elben in Nargothrond wurde Túrin Mormegil („Schwarzes Schwert“) genannt, da er das Schwert Gurthang (das neu geschmiedete Anglachel Belegs) trug.

Túrin kämpfte tapfer in der Schlacht von Tumhalad, doch als er nach Nargothrond zurückkehrte, fiel er unter den Bann Glaurungs, des Drachen. Daher ging er nach Dor-lómin, um seine Mutter und seine Schwester zu suchen. Als er sie nicht fand und erkannte, dass er getäuscht worden war, tötete er im Zorn viele Ostlinge.

Mehrere Jahre lebte Túrin verborgen bei den Menschen in den Wäldern Brethils. Er nannte sich mit bitterer Ironie Turambar („Meister des Schicksals“). Im Jahre 500 heiratete er das Mädchen Níniel, das er in den Wäldern gefunden hatte, ohne zu wissen, dass es sich dabei in Wirklichkeit um seine Schwester Nienor handelte, die er noch nie gesehen hatte, und welche durch Glaurung das Gedächtnis verloren hatte.

Im folgenden Jahr bedrohte Glaurung Brethil, und Túrin tötete ihn, doch die Tücke des sterbenden Drachen brachte Túrin dazu, Brandir zu erschlagen. Nach dem Tod des Drachens erkannte Nienor ihren Mann als ihren Bruder und ertränkte sich im Fluss Teiglin. Túrin stürzt sich daraufhin in sein eigenes Schwert. Über seinem Grab wurde der Stein der Unglücklichen errichtet. Damit hatte sich Morgoths Fluch erfüllt.

Túrin war in Tolkiens Erzählungen ein tatsächlich „tragischer Held“ nachdem er mehrere Male tragisch verstrickt eigene Freunde erschlug und seine eigene Schwester heiratete. Seine Geschichte zeigt Ähnlichkeiten mit der des griechischen Ödipus, aber auch mit Kullervo aus der Kalevala, aus der Tolkien viele Inspirationen bezog, und mit Sigurd (Mythologie).

Dúnedain

Aragorn

Aragorn, Arathorns Sohn, (* 1. März 2931 D. Z.; † 1. März 120 V. Z.) war ein Dúnedain-Fürst und Nachfahre von Isildur. Er war der Erbe der Königswürde von Gondor und Arnor.

Als Aragorn zwei Jahre alt war, wurde sein Vater Arathorn im Kampf gegen Orks durch einen Pfeil getötet. Aragorn und seine Mutter Gilraen kamen nach Bruchtal, wo Elrond die Rolle eines Vaters für Aragorn übernahm. Um ihn vor dem Feind zu schützen, der nach dem Erben Isildurs suchte, wurde seine wahre Identität verschleiert und er wurde nur noch Estel, „Hoffnung“, genannt. Erst als Aragorn 20 Jahre alt wurde nannte Elrond ihm seinen richtigen Namen und eröffnete ihm seine Bestimmung.

In Bruchtal begegnete Aragorn Arwen Undómiel, Elronds Tochter, und verliebte sich in sie. Elrond sah dies und sagte Aragorn, dass er sich an keine Frau binden solle, bis er seinen Wert bewiesen habe. Aragorn verließ daraufhin Imladris, ging in die Wildnis und schloss sich den Dúnedain an. In dieser Zeit seines „Exils“ wurde er ein Freund Gandalfs. Auf seinen gefährlichen Reisen bewachte er mit den anderen Dúnedain auch das Auenland.

Aragorn diente unter anderem Ecthelion, dem Statthalter Gondors und Vater Denethors, als Kriegsherr. Durch strategisches Geschick vernichtete er unter anderem nahezu die gesamte Flotte der Korsaren von Umbar und verdiente sich dadurch großen Ruhm in Gondor. Er verließ den Hof von Gondor, als Denethor an die Macht kam, der zu ahnen schien, wer der mysteriöse Feldherr Thorongil wirklich war.

Nachdem er von Gandalf erfuhr, dass der Eine Ring gefunden worden war, spürte er Gollum auf, als dieser aus Mordor zurückkehrte. Während Gandalf von Saruman aufgehalten wurde, traf die Gemeinschaft der Hobbits um Frodo in Bree auf Aragorn. Er offenbarte sich ihnen unter dem Namen „Streicher“ und führte sie durch die Sümpfe und über die Berge nach Bruchtal, wo er an Elronds Rat teilnahm. Nach Gandalfs Sturz in Moria übernahm er die Führung der Gemeinschaft des Ringes sowie später im Ringkrieg den Oberbefehl der Armeen des Westens im Kampf gegen Sauron.

Nach Ende des Ringkrieges wurde er unter dem Namen 'Elessar' (Sindarin: Elbenstein) König des wiedervereinten Königreiches von Gondor und Arnor. Er heiratete Arwen, die für ihn ihre Unsterblichkeit aufgab; sie gebar ihm einen Sohn, Eldarion, und mehrere Töchter, deren Namen unbekannt sind.

Sein Schwert Andúril ist aus den Bruchstücken des legendären Narsil geschmiedet, Isildurs Schwert, das am Ende des Zweiten Zeitalters den Ring vom Finger Saurons schnitt.

Weitere Namen:

  • 'Dúnadan', Einzahl von Dúnedain (Quenya: Mensch des Westens); nach seiner Herkunft
  • Seinem Haus gibt er den Namen 'Telcontar' (Quenya: Streicher).
  • 'Thorongil' (Sindarin: 'Sternenadler'): Deckname, unter dem er im frühen dritten Zeitalter Ecthelion, dem Statthalter Gondors und Vater Denethors, als Kriegsherr diente.
  • Envinyatar (der Erneuerer): Name, den er in den Häusern der Heilung erhält, weil er es vermag, Menschen die verletzt sind oder unter dem schwarzen Anhauch leiden, nur mit Hilfe seiner Hände und Athelas zu heilen.

Isildur

Isildur war Elendils Sohn und floh zusammen mit seinem Vater und Anárion, seinem Bruder, im Jahre 3319 des zweiten Zeitalters aus dem untergehenden Númenor. Die Brüder wurden Könige Gondors und Isildur regierte in Minas Ithil, bis dieses im Jahre 3429 von Sauron eingenommen wurde. In der Schlacht von Dagorlad 3434 gelang es Isildur, den Einen Ring vom Finger Saurons zu schneiden und ihn damit zu besiegen. Er verfiel aber der Macht des Ringes und weigerte sich, ihn zu zerstören. Wenige Jahre später geriet er in einen Hinterhalt und wurde von Orks erschossen, als der Ring bei seinem Fluchtversuch über den Fluss vom Finger rutschte und ihn sichtbar werden ließ.

Anárion

Anárion (wahrscheinlich „Sohn der Sonne“, * 3219 Z. Z.; † 3440 Z. Z.) war Sohn Elendils des Langen und Bruder Isildurs.

Er hatte einen Sohn namens Meneldil, der ihm auf den Thron Gondors folgte. Nach dem Untergang Númenors landete Anárion mit Isildur im Süden von Mittelerde, wo sie das Königreich Gondor gründeten, welches sie zusammen in Osgiliath regierten. Anárion weilte in Minas Anor (später Minas Tirith).

Schon bald wurde Gondor von Sauron attackiert, und als Minas Ithil von Saurons Schergen eingenommen wurde floh Isildur nach Arnor. Anárion aber blieb in seinem Königreich und verteidigte es erfolgreich gegen Saurons Angriffe, bis Isildur, Elendil und Gil-galad samt der Truppen des Letzten Bündnisses Gondor erreichten. Anárion schloss sich dem Bündnis an und wurde während der Belagerung Barad-Dûrs von einem herabfallenden Stein erschlagen.

Menschen aus Gondor

Boromir

Boromir wurde 2978 (Drittes Zeitalter) als ältester Sohn Denethors II (Truchsess von Gondor) geboren. Nach einem prophetischen Traum, den auch sein jüngerer Bruder Faramir träumte, zog er nach Bruchtal, um ihn sich deuten zu lassen. Er wird als stolzer und hochgewachsener Mensch geschildert, der sich vor allem im Kampf durch Mut, Kraft und Geschicklichkeit auszeichnete.

Als ältester Sohn und Erbe des Truchsessen trug er das Horn von Gondor. Er begleitete die Gemeinschaft des Ringes bis zu den Rauros-Fällen, wo es bei einem Streit zwischen ihm und Frodo Beutlin zum Bruch der Gemeinschaft kam, als Boromir versuchte, Frodo den Ring gewaltsam abzunehmen. Er war mehr und mehr vom Ring eingenommen, den er nicht als Gefahr, sondern vielmehr als mächtige Waffe sah, die man nicht vernichten dürfe. Seine Tat hatte zur Folge, dass Frodo sich von der Gemeinschaft trennte, indem er sich mit dem Ring unsichtbar machte und floh. Boromir versuchte, dies wiedergutzumachen, und verlor sein Leben im tapferen Kampf gegen Orks und Uruk-hai. Bei der Verteidigung von Merry und Pippin wurde er von Bogenschützen getötet.

Boromir wurde in einem Boot bestattet, zusammen mit seinen Waffen und dem in zwei Teile zerborstenen Horn von Gondor. Sein jüngerer Bruder Faramir sah ihn später auf dem Anduin gen Süden treibend.

Denethor

Denethor der Zweite, Ecthelions Sohn, war der 26. Truchsess (Statthalter) von Gondor. Er lebte von 2930 (drittes Zeitalter) bis zum 15. März 3019 (drittes Zeitalter). Seine beiden Söhne Boromir und Faramir spielten beide im Verlauf des Herrn der Ringe eine tragende Rolle.

Denethor wird als kühn und tapfer, aber auch weitsichtig und klug geschildert. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2984 (3. Zeitalter) suchte er vor allem das Wohlergehen Gondors. Zur Zeit des Ringkrieges war er ein harter und teilweise verzweifelter Mann, der weder für sich, seine Söhne oder für Gondor noch eine Hoffnung sah. Dies wurde zumindest teilweise dadurch ausgelöst, dass er den Palantír von Gondor nutzte und dabei von Sauron getäuscht und beeinflusst wurde.

Er wollte lieber sterben, als Gondors Niederlage mit anzusehen, und versuchte, sich und seinen tödlich verwundeten Sohn Faramir auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen. Während Faramir gerettet wurde, starb der wahnsinnig gewordene Denethor.

Faramir

Faramir war der zweite Sohn von Denethor dem II., Truchsess (Statthalter) von Gondor und lebte vom Jahre 2983 des 3. Zeitalters bis zum Jahre 83 des 4. Zeitalters.

Im Ringkrieg war Faramir zunächst Hauptmann der Waldläufer von Ithilien und galt als einer der besten menschlichen Bogenschützen seiner Zeit. Nach dem Tod seines älteren Bruders Boromir, um den er sehr trauerte, wurde er Heerführer von Gondor. Als sein Vater, Denethor II. erfuhr, dass Boromir gestorben war, wünschte er sich, Faramir wäre tot und sein älterer Bruder Boromir am Leben. Denethor trieb Faramir ohne Hoffnung in die Schlacht um die äußere Mauer von Gondor und um Osgiliath, in der dieser von einem vergifteten Pfeil der Südländer (Haradrim) schwer verletzt wurde.

Sein Vater war über diese scheinbar tödliche Verwundung so erschüttert, dass er beschloss, sich selbst und Faramir zu verbrennen. Während Faramir von Beregond und Pippin gerettet wurde, starb Denethor auf seinem eigenen Scheiterhaufen.

Während seiner Genesung begegnete Faramir Éowyn und verliebte sich in sie. Sie heirateten nach Ende des Ringkrieges, wie im dritten Band des Herrn der Ringe beschrieben. Als Aragorn König von Arnor und Gondor wurde, ernannte er Faramir zum Statthalter Gondors und Fürst von Ithilien.

Haradrim

Die Haradrim (Westron: Südländer) waren wilde und als primitiv beschriebene Menschen aus Harad, einem großen Bereich im südlichen Mittelerde. Im Z. Z. leisten einige der Haradrim Númenor Tribut, doch im Dritten Zeitalter standen sie unter dem Einfluss Saurons und waren eine ständige Bedrohung für Gondors südliche Grenzen. Einige der Haradrim wurden von schwarzen Númenórern regiert.

Die Haradrim waren im Allgemeinen groß und dunkelhäutig, mit schwarzem Haar und dunklen Augen. Die Bewohner von Fern-Harad wurden als schwarzhäutig beschrieben, mit weißen Augen und roten Zungen, wie Halbtrolle. Sie trugen scharlachrote Kleidung und Goldschmuck, und einige Stämme der Haradrim bemalten ihre Körper. (Tolkien ließ sich wohl von den „Wilden“ in Afrika inspirieren.)

In der Schlacht führten sie Krummschwerter und alle möglichen andere Waffen und waren gefürchtet wegen ihrer Kriegs-Olifanten. Von den Hobbits wurden sie als 'Schwärzlinge' bezeichnet, wobei die Erzählungen von den Olifanten als Legende angesehen werden.

Die schwersten Angriffe der Haradrim auf Gondor fanden in den Jahren 1014-50 D.Z. über Umbar statt. Besonders erwähnt werden:

  • 1944, als die Menschen von Nah-Harad sich mit den Wagenfahrern (Balchot) und den Bewohnern von Khand (Variags) verbünden;
  • 2885, als sie in der Schlacht am Poros-Übergang geschlagen wurden,
  • und während des Ringkriegs, als die Haradrim in der Schlacht auf dem Pelennor und in Ithilien kämpften.

Numenórer

Ar-Pharazôn

Letzter, mächtigster und stolzester König des untergegangenen Inselreichs. Im Jahr 3255 nahm er nach dem Tod Tar-Palantirs dessen Tochter gegen ihren Willen und das Gesetz Númenors zur Frau und erlangte so die Macht. Als Sauron für sich den Titel des Königs der Menschen beanspruchte, sammelte Ar-Pharazôn das Heer Númenors und segelte mit seiner Flotte nach Mittelerde, um Sauron zu unterwerfen. So groß war die Macht der Númenorer in jenen Tagen, dass Sauron sich auch auf seine stärksten Diener nicht mehr verlassen konnte. Da er das mächtige Heer der Númenorer nicht im Kampf besiegen konnte, unterwarf er sich und willigte ein, als „Gefangener“ nach Númenor zu gehen, wo er jedoch schon bald das Vertrauen des Königs und seiner Räte erlangte. Unter Saurons Einfluss und von diesem korrumpiert wurde Ar-Pharazôn zum mächtigsten Tyrannen, den die Welt seit Morgoth gesehen hatte. In seinem Wahn und seiner Angst vor dem Tod stellte er sich letztlich sogar gegen die Valar und versuchte, ihnen das Geheimnis der Unsterblichkeit zu entreißen. Er führte eine gewaltige Armee nach Aman, um die Valar zu bekriegen, als er jedoch seinen Fuß auf Aman setzte, führte er damit den Untergang Númenors herbei. Ar-Pharazôn und seine Soldaten wurden unter den zusammenstürzenden Bergen begraben und vernichtet. Númenor wurde vom Meer verschlungen, und nur wenige entkamen, darunter Elendil und seine Söhne Isildur und Anárion.

Elendil

Elendil (Quenya: Elbenfreund) war ein Númenorer, der – nach dem Untergang Númenors – nach Mittelerde kam und das Nördliche Königreich Arnor gründete. Seine Macht beruhte auf dem Wissen und den Schätzen die er aus Númenor retten konnte, seiner Freundschaft zu Gil-galad, dem letzten Hohen König der Noldor von Lindon, und seinen Gefolgsleuten, den Dúnedain (Sindarin: Westmensch) oder Elendeli (Quenya: Elbenfreunde), die schon in Mittlerde lebten oder auch von Númenor geflohen waren. Seine Hauptstadt war Annúminas (Sindarin: Turm des Westens), die er am Ufer des Nenuial-See erbaute.

Et Earello Endorenna utúlien. Sinome maruvan ar Hildinyar tenn' Ambar-metta!

(Quenya: „Aus dem Großen Meer bin ich nach Mittelerde gekommen. An diesem Ort wollen ich und meine Erben bleiben bis zum Ende der Welt.“) Dies sagte Elendil, der Überlieferung nach, als er nach der Zerstörung Númenors durch die Valar mit seinen vier Schiffen in Lindon ankam. Mit seinen Söhnen Isildur und Anárion war er dem Untergang Númenors entkommen. Sein Vatar war Amandil (Quenya: Freund Amans), der letzte Herr von Andúnië und Führer der Getreuen.

Elendil wurde auch „der Lange“ genannt, weil er selbst unter den hochgewachsenen Númenórern erstaunlich groß war (angeblich maß er zwei Meter vierzig). Trotz dieser Hünengestalt war er eher ein Gelehrter als ein Krieger. Die Akallabeth (Die Versunkene), die Geschichte über Númenor, soll zu großen Teilen sein Werk sein. Den Untergang Númenors bedauerte er zeitlebens, und mit Hilfe seiner Palantíri schaute er oft über das Meer nach Westen.

Erst in seinen letzten Jahren gewann er auch kriegerischen Ruhm. Sauron griff Gondor, das Reich von Elendils Söhnen, an und eroberte Minas Ithil (das später zu Minas Morgul wurde). Elendil und Gil-galad schlossen das Letzte Bündnis zwischen Elben und Menschen und führten ein mächtiges Heer nach Süden, um Gondor beizustehen. Auf der Dagorlad trugen sie den Sieg davon und zogen so gegen Barad-dur, Saurons dunkle Festung. Nach siebenjähriger Belagerung kam es zum Kampf zwischen Sauron und dem Letzten Bündnis. Dabei wurden Elendil und Gil-galad zwar getötet, aber auch Sauron wurde niedergeworfen. Elendils Sohn Isildur schnitt ihm mit dem abgebrochenen Heftstück von Narsil den Einen Ring von der Hand.

Elros

Elros (* 525 im Ersten Zeitalter) war der Sohn Earendils und Elwings und der Zwillingsbruder Elronds. So war er eigentlich auch einer der Halbelben. Er wurde wie Elrond in Arvernien geboren und von Feanors Söhnen beim Überfall auf die Sirion-Mündungen gefangen genommen worden. Diese Tat bereute Maglor aber und gab ihnen wieder die Freiheit.

Wie Elrond war es ihm frei, zu wählen, ob er zu dem Volk der Menschen oder der Elben gehören mochte. Am Ende des ersten Zeitalter entschied er sich dafür, zu d