Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Feuerwehrfahrzeuge in der Schweiz

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Feuerwehr zuerich.jpg
Feuerwehrfahrzeug aus Zürich

Aufgrund der Organisation der Feuerwehr in der Schweiz sind die Fahrzeugtypen der Feuerwehren zumindest im Grundsatz fest definiert.

Gemeinde-(Freiwillige)Feuerwehren besitzen im Normalfall ein Tanklöschfahrzeug (TLF), ein Pionierfahrzeug (PIF) zur Technischen Hilfeleistung, ein Sanitätsfahrzeug (SAN) sowie eine Autodrehleiter (ADL).

Inhaltsverzeichnis

Farben

Die Feuerwehrfahrzeuge in der Schweiz sind in der Regel rot lackiert. Eine Ausnahme bildet der Kanton Zürich, wo neue Feuerwehrfahrzeuge seit den Neunziger Jahren nicht mehr in Rot ausgeliefert werden. Aufgrund einer Studie der Gebäudeversicherung des Kantons haben die Feuerwehrfahrzeuge die Farbe Lemon (eine Mischung aus gelb und grün), da diese Farbe im Straßenverkehr auffälliger ist als das bisherige Rot. Bereits können aber auch in anderen Landesteilen, wie zum Beispiel dem Tessin oder in der französischsprachigen Westschweiz, Feuerwehrfahrzeuge in Lemon-Farbe angetroffen werden. Fahrzeuge der Öl- und Chemiewehr sind gelb mit einem pinken Streifen bemalt.

Benennung

Die Feuerwehrfahrzeuge werden in der Schweiz in der Regel so benannt, dass der Typ des Fahrzeugs abgekürzt vorangestellt wird, gefolgt von der zweistelligen Jahreszahl der Inbetriebssetzung. TLF 89 bedeutet demnach, dass es sich um ein Tanklöschfahrzeug handelt, welches im Jahr 1989 in Betrieb genommen wurde. Besitzt eine Feuerwehr mehrere Fahrzeuge des selben Typs aus demselben Jahr, werden die Fahrzeuge zudem fortlaufend nummeriert. ADL 93/2 bedeutet demnach, dass es sich um eine Autodrehleiter aus dem Jahr 1993 handelt, wo mindestens zwei (meist baugleiche) Geräte aus diesem Jahr im Einsatz stehen.

Löschfahrzeuge (LF)

Löschfahrzeuge bringen umfangreiches Material zur Brandbekämpfung mit, sind aber in der Regel nicht, oder allfällig mit einem sehr kleinen Wassertank ausgerüstet. Zur Ausrüstung gehören Pulverlöscher, Schaumlöscher. Weiter sind Schläuche, Strahlrohre und Hydrantensets sowie Sicherungs- und Beleuchtungsmaterial auf solchen Fahrzeugen untergebracht. Es kann eine kleinere Pumpe eingebaut, oder eine Pumpe auf einem Anhänger (häufig Typ 2, mit VW-Käfer-Motor vom Typ Zivilschutz) mitgeführt werden.

Tanklöschfahrzeuge (TLF)

Tanklöschfahrzeuge bringen eine eigene Pumpe, in der Regel vom Typ 3, mit einer Minutenleistung von um die 2500 Liter und einen Wassertank mit einem Volumen von häufig um die 2300 Liter mit. Weiter sind auf einem solchen Fahrzeuge Schläuche, Strahlrohre, Hydrantensets sowie Material zur Verkehrsregelung und Absicherung, für die Technische Hilfeleistung und einige Atemschutzgeräte untergebracht. Auf dem Dach des TLF sind in der Regel Leitern zu finden.

Hilfeleistungsfahrzeug (HLF)

Ein Hilfeleistungsfahrzeug bringt zusätzlich zur Ausrüstung eines Tanklöschfahrzeuges eine erweiterte Ausrüstung (Rettungssatz) für die technische Rettung von Personen. Durch die universelle Einsetzbarkeit dieses Fahrzeugtypes reduziert sich zudem der Personalaufwand bei einem Ersteinsatz.

Bild:Feuerwehr-pratteln hlf im einsatz.jpg
Das HLF der Feuerwehr Pratteln im Autobahneinsatz

Motorspritzen (MS)

Die von den Feuerwehren in der Schweiz verwendeten Motorspritzen stammen noch heute häufig aus ehemaligen Armee- und Zivilschutzbeständen. Diese Motorspritzen sind auf Anhängern untergebracht, und werden mit Benzin betrieben. Insbesondere zum Ansaugen aus Gewässern werden diese Spritzen noch heute häufig verwendet, da sie relativ klein und mobil sind, und auf diese Weise ohne grössere Probleme nahe an Gewässern stationiert werden können.

Autodrehleitern (ADL)

Eine Autodrehleiter besteht im wesentlichen aus einem Fahrzeug, auf dem eine Leiter mit einer Steighöhe von meist um die 30 Metern angebracht ist. Häufig hängt am Ende dieser Leiter ein Korb, von dem aus mittels Wasserwerfern eine Brandbekämpfung von oben möglich ist. Sie werden auch zur Rettung von Personen aus höherliegenden Stockwerken eingesetzt.

Hubretter

Hubretter erweitern häufig den Fahrzeugpark, und sind mit einer Steighöhe von bis zu 86 Metern sehr gut für Personenrettungen aus Hochhäusern geeignet. Ebenfalls haben sie Hubarm eine Wasser-Zubringer-Leitung fest eingebaut, und ermöglichen so die Brandbekämpfung von oben auch bei sehr grossen Bränden und bei Bränden in grosser Höhe.

Sanitätsfahrzeuge (SAN)

Ein Sanitätsfahrzeug dient zur Erstversorgung von verletzten Brandopfern und Feuerwehrangehörigen. Es beinhaltet wichtiges Gerät für die Nothilfe, und hält diverese Gerätschaften für die Erste Hilfe bereit. Auch Wolldecken und Getränke sind in der Regel auf einem Sanitätsfahrzeug zu finden.

Pionierfahrzeuge zur Technischen Hilfeleistung (PIF)

Pionierfahrzeuge werden für die Technische Hilfeleistung eingesetzt. Insbesondere finden sich darauf Gerätschaften wie Motorsägen, Hebekissen, hydraulische Scheren und Spreizer aber in der Regel auch Löschmaterial sowie Absperrmaterial.

Personentransportfahrzeuge (PTF)

Personentransportfahrzeuge werden genutzt, um Feuerwehrangehörige zum Schadenplatz (Einsatzort) zu bringen. Auf diesen Fahrzeuge sind zudem häufig noch einige Atemschutzgeräte untergebracht.

Verkehrsgruppenfahrzeuge

Verkehrsgruppenfahrzeuge bringen Material zur Verkehrssicherung und -regelung sowie Absperrmaterial mit. Sie können im Bedarfsfall auch unkompliziert als Transportfahrzeuge genutzt werden.

Materialtransportfahrzeuge (MTF)

Bei den Feuerwehren besteht häufig ein grosser Bedarf, Material an verschiedene Einsatzorte zu bringen. Dies wird durch Materialtransportfahrzeuge sichergestellt. Materialtransportfahrzeuge gibt es in verschiedensten Grössen, vom kleinen Zubringerfahrzeug bis zum grossen Transport-LKW, mit dem schwere Ausrüstung herangeschafft werden kann.

Einsatzleitfahrzeuge (ELF)

Einsatzleitfahrzeuge werden von der Einsatzleitung genutzt. Sie sind mit Kommunikations- und Führungsinfrastruktur ausgerüstet. Ebenfalls vorhanden sind in der Regel Unterlagen zu Gefahrgut, damit die Einsatzleitung eine Gefährdung jederzeit optimal beurteilen und entsprechend reagieren kann.

Universallöschfahrzeuge (ULF)

Bei Stützpunktfeuerwehren ist zusätzlich ein Universallöschfahrzeug (ULF) im Fahrzeugpark, welches im Grundsatz dieselben Löschmittel bereitstellt wie ein TLF. Ein ULF ist bloss eine "Schuhnummer grösser". Solche Fahrzeuge erreichen häufig Längen von bis zu 10 Metern und Gewichte von gegen 30 Tonnen. Eine Wasserpumpe des Typs 4 mit einer Minutenleistung von bis zu 4200 Litern kann ebenso zum Umfang gehören wie ein 5000 Liter Wasser- und ein 1500 Liter Schaumextrakttank. Im Kanton Zürich gehört zur Ausrüstung eines ULF zusätzlich noch eine Pulverlöschanlage mit 1500 Kilogramm Pulver. Natürlich können solche Fahrzeuge auch kleiner dimensioniert werden, sind es aber häufig nicht, und werden demnach nur bei Grossereignissen eingesetzt.

Weblinks

Persönliche Werkzeuge