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Feuersturm

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Als Feuersturm bezeichnet man einen Effekt bei großen Feuersbrünsten, bei denen durch enorme Hitzeentwicklung heiße Luft über dem Brandherd emporsteigt und die nachziehende Frischluft das Feuer anfacht. Bei diesem so genannten Kamineffekt entsteht somit eine positive Rückkopplung - die Zufuhr frischer Luft facht das Feuer an. Begünstigt werden Feuerstürme durch eine talförmige Geländeformation sowie durch eine fächerförmige Anlage der Initialbrände, wobei die Spitze des Fächers in die Richtung zeigt, aus der der Wind kommt.

Entscheidend für die Entstehung eines Feuersturms ist die Herausbildung eines großflächigen, zusammenhängenden Brandherdes, der z. B. aus einzelnen kleinen Bränden zusammenwachsen kann. Feuerstürme können bei großen Waldbränden und bei Bränden ganzer Stadtviertel oder Städte entstehen. Auch Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg führten zu Feuerstürmen; sie wurden aber auch nach atomaren Explosionen beobachtet. Entscheidend für die Entstehung ist auch das meteorologische Umfeld und die zielgerichtete Kombination von Spreng- und Brandbomben, das den Kamineffekt unterstützen muss, wie es bei den großen Angriffen 1943 auf Hamburg und 1945 auf Tokio der Fall war.

Der Rückkoppelungseffekt zwischen aufsteigender und nachströmender Luft führt zu sturmähnlichen Windstärken, die sogar das normale Gehen oder Laufen unmöglich machen können und den Opfern die Flucht aus dem Feuerkessel erschweren. Durch die Intensität des Feuers kann sich die Luft im Brandkessel auf Temperaturen von über 2000 Grad Celsius aufheizen. Bei diesen Temperaturen kann der Straßenbelag (Teer, Asphalt bzw. Bitumen) schmelzen und zu brennen beginnen.

Ein Feuersturm wird gelegentlich mit Großbränden verwechselt, bei denen dieser Rückkoppelungseffekt nicht auftritt.


Beispiele

Bekannte historische Feuerstürme sind der

Im Zweiten Weltkrieg gab es eine Vielzahl gezielt durch Flächenbombardements mit Spreng- und Brandbomben herbeigeführte Feuerstürme als Teil des Luftkriegs, z. B.:

  • in Wuppertal nach dem Luftangriff auf Wuppertal 29./30. Mai 1943,
  • in Remscheid nach dem Luftangriff auf Remscheid am 30./31. Juli 1943,
  • in Kaiserslautern nach dem Luftangriff auf Kaiserslautern am 14. Juli 1944,
  • in Saarbrücken nach dem Luftangriff auf Saarbrücken am 5. August 1944,
  • in Stuttgart nach dem Luftangriff auf Stuttgart am 12./13. September 1944,
  • in Ulm nach dem Luftangriff am 17./18. Dezember 1944,
  • in Mainz nach dem Luftangriff auf Mainz am 27. Februar 1945,
  • in Tokio nach dem US-amerikanischen Luftangriff auf Tokio am 9. März 1945, bei dem aufgrund der aufsteigenden Hitze US-amerikanische Bomber ihre Angriffshöhe erhöhen mussten (Dieser Angriff gilt als der schwerste konventionelle Luftangriff der Kriegsgeschichte, bei diesem starben zwischen 100.000 und 120.000 japanische Zivilisten.),
  • in Hanau nach dem Luftangriff am frühen Morgen des 19. März 1945.
  • in Hildesheim nach dem Luftangriff auf Hildesheim am 22./23. März 1945.


Dass schwere, konzentrierte Bombardements von Städten nicht notwendigerweise einen Feuersturm erzeugen, zeigen die Beispiele von Berlin und München. Auf längere Zeit verteilte Angriffe konnten keinen Rückkoppelungseffekt erzeugen, wenn noch Löschkapazitäten vor Ort vorhanden waren.

Fußnoten

  1. Sixty Seconds that Will Change the World. Peter Hadfield. Erste kapitel und Fußnoten
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