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Fermatsche Pseudoprimzahl
Aus Kefk.
Die fermatsche Pseudoprimzahl
ist eine zusammengesetzte Zahl, die sich auf bestimmte Basen
mit
und
, wie eine Primzahl verhält.
Vorbemerkung zur Kongruenz und zum Modulo
Einleitung
Die fermatschen Pseudoprimzahlen lassen sich in zwei Mengen aufteilen: Einmal in die, die zugleich auch eulersche Pseudoprimzahlen sind, und solche die keine eulerschen Primzahlen sind. Zu den ersteren gehören die fermatschen Pseudoprimzahlen zur Basis 2, die Carmichael-Zahlen und absoluten eulerschen Pseudoprimzahlen. Die zweite Menge hat keine Relevanz.
- { absolute eulersche Primzahlen }
{ Carmichael-Zahlen }
{ eulersche Pseudoprimzahlen }
{ fermatsche Pseudoprimzahlen }
Eigenschaften
- Eine fermatsche Pseudoprimzahl
ist mindestens zu einer Basis
mit
pseudoprim.
- Wenn eine ungerade fermatsche Pseudoprimzahl
zu einer Basis
mit
pseudoprim ist, so ist
auch zu der Basis
pseudoprim.
- Wenn eine fermatsche Pseudoprimzahl
zu einer Basis
mit
pseudoprim ist, so ist
auch zu der Basis
mit einer natürlichen Zahl
pseudoprim.
- Wenn eine fermatsche Pseudoprimzahl
zu einer Basis der Form
pseudoprim ist, so ist
auch pseudoprim zu einer Basis
mit einer natürlichen Zahl n.
- Demzufolge ist eine fermatsche Pseudoprimzahl
zu jeder Basis
pseudoprim, zu der eine der folgenden drei Bedingungen zutrifft:
- Wobei
eine Basis sein muss, zu der
pseudoprim ist.
Beispiel: 15 ist eine fermatsche Pseudoprimzahl, die zu folgenden Basen Pseudoprim ist: 4, 11, 19, 26, ...
da
da
da
- ...
Jede natürliche, zusammengesetzte Zahl
ist eine fermatsche Pseudoprimzahl zu Basen der Form
mit
Die Primzahl und der kleine Fermatsche Satz
Aus dem kleinen Fermatschen Satz folgt:
Wenn p eine Primzahl ist, dann gilt für alle natürlichen Zahlen a mit
und a > 1, dass
ist.
Oder anders ausgedrückt:
Wenn p eine Primzahl ist, dann gilt für alle natürlichen Zahl a mit
und a > 1, dass ap − 1 − 1 durch p teilbar sein muss.
Beispiel p = 5
| 2 | 24 − 1 = 15 | durch 5 teilbar |
| 3 | 34 − 1 = 80 | durch 5 teilbar |
| 4 | 44 − 1 = 255 | durch 5 teilbar |
Definition
Eine (Fermatsche) Pseudoprimzahl ist eine zusammengesetzte, natürliche Zahl n, zu der mindestens eine natürliche Zahl a mit
und a > 1 existiert, so das:
, gilt.
Man sagt zu diesen Zahlen auch: "n ist pseudoprim zur Basis a".
Umgekehrt gaukelt die Basis a vor, das n eine Primzahl sei, obwohl sie es nicht ist. Die Basis lügt also.
Beispiel
Für die Zahl 91 gilt:
| 17 | 1790 − 1 ist durch 91 teilbar |
| 29 | 2990 − 1 ist durch 91 teilbar |
| 61 | 6190 − 1 ist durch 91 teilbar |
Obwohl die 91 für bestimmte a (3, 17, 23, 29, 43, 53, 61 und 79) den kleinen Fermatschen Satz erfüllt, ist sie keine Primzahl.
Die kleinsten fermatschen Pseudoprimzahlen zu bestimmten Primbasen
Beispiele für kleinste Pseudoprimzahlen
| kleinste Pseudoprimzahl | zu den Basen |
|---|---|
| 4 | 5 |
| 15 | 11 |
| 21 | 13 |
| 91 | 3 |
| 341 | 2 |
| 2701 | 2, 3 |
| 29341 | 2, 3, 5, 7, 11 |
| 162401 | 2, 3, 5, 7, 11, 13 |
Qualitative Unterschiede zwischen den Primzahlen, Carmichaelzahlen und Pseudoprimzahlen
Es gibt Abstufungen zwischen den Primzahlen, Carmichael-Zahlen und Pseudoprimzahlen. Diese Abstufungen kann man in Kriterien einteilen: Für eine Zahl n gilt:
F1. Für alle a mitgilt, dass
ist. F2. Für alle a mit
und a teilerfremd zu n, gilt, dass
ist. F3. Für manche a mit
und a teilerfremd zu n, gilt, dass
ist. E1. Für alle a mit
gilt, dass
oder
ist. E2. Für alle a mit
und a teilerfremd zu n gilt, dass
oder
ist. E3. Für manche a mit
und a teilerfremd zu n gilt, dass
oder
ist. E4. Für manche a mit
und a teilerfremd zu n kann gelten, dass
oder
ist. C1. λ(n) teilt n-1. C2. λ(n) teilt nicht n-1.
| Primzahl | F1. | E1. | C1. |
| Absolute Eulersche Pseudoprimzahl | F2. | E2. | C1. |
| Carmichael-Zahl | F2. | E3. | C1. |
| Eulersche Pseudoprimzahl | F3. | E3. | C2. |
| Fermatsche Pseudoprimzahl | F3. | E4. | C2. |
Pseudoprimzahlen zur Basis a nach Michele Cipolla, 1904
Für ein
und eine ungerade Primzahl p, die a(a2 − 1) nicht teilt, bekommt man mit
drei Zahlen n1, n2 und n, wobei n1 und n2 ungerade sind und n zusammengesetzt ist.
Aus
und
- folgt, dass auch
ist.
Aus
- folgt, dass
ist,
so dass n eine Pseudoprimzahl zur Basis a sein muss. Da es unendlich viele Primzahlen gibt, muss es demnach auch unendlich viele Pseudoprimzahlen geben.
| a | p | n1 | n2 | n=n1*n2 | Faktoren |
| 2 | 5 | 31 | 11 | 341 | 11*31 |
| 2 | 7 | 127 | 43 | 5461 | 43*127 |
| 3 | 5 | 121 | 61 | 7381 | 11*11*61 |
| 3 | 7 | 1093 | 547 | 597871 | 547*1093 |
| 2 | 11 | 2047 | 683 | 1398101 | 23*89*683 |
| 7 | 5 | 2801 | 2101 | 5884901 | 11*191*2801 |
| 2 | 13 | 8191 | 2731 | 22369621 | 2731*8191 |
| 5 | 7 | 19531 | 13021 | 254313151 | 29*449*19531 |
| 13 | 5 | 30941 | 26521 | 809977861 | 11*2411*30941 |
| 3 | 11 | 88573 | 44287 | 3922632451 | 23*67*661*3851 |
| 2 | 17 | 131071 | 43691 | 5726623061 | 43691*131071 |
| 17 | 5 | 88741 | 78881 | 6999978821 | 11*71*101*88741 |
| 2 | 19 | 524287 | 174763 | 91625968981 | 174763*524287 |
| 3 | 13 | 797161 | 398581 | 317733228541 | 398581*797161 |
| 11 | 7 | 1948717 | 1623931 | 3164581946527 | 43*45319*1623931 |
| 2 | 23 | 8388608 | 2796203 | 23456248059221 | 47*178481*2796203 |
Pseudoprimzahlen der Form (6n+1)*(12n+1)
Ähnlich den Carmichael-Zahlen nach Chernick, die der Form (6n+1)*(12n+1)*(18n+1) entsprechen, scheinen die Pseudoprimzahlen der Form (6n+1)*(12n+1) eine besondere Bedeutung zu haben. Abgesehen von den Carmichael-Zahlen, haben sie die meisten Primbasen:
| n | 6n+1 | 12n+1 | (6n+1)*(12n+1) | AaP | AalP | Ratio |
| 1 | 7 | 13 | 91 | 24 | 8 | 33,33% |
| 3 | 19 | 37 | 703 | 126 | 56 | 44,44% |
| 5 | 31 | 61 | 1891 | 290 | 139 | 47,93% |
| 6 | 37 | 73 | 2701 | 393 | 191 | 48,60% |
| 13 | 79 | 157 | 12403 | 1480 | 739 | 49,93% |
| 16 | 97 | 193 | 18721 | 2137 | 1070 | 50,07% |
ApP = Anzahl aller Primzahlen kleiner als (6n+1)*(12n+1)
AalP = Anzahl der lügenden Primzahlbasen*
* Primzahlen, die fälschlicherweise den Anschein erwecken, die zu testende Zahl (6n+1)*(12n+1) sei eine Primzahl
Literatur
- Carl Pomerance: The Search for Prime Numbers in: Scientific American, December 1982
- Carl Pomerance: Primzahlen im Schnelltest in: Spektrum der Wissenschaft, Februar 1983 S. 80-92. (Es handelt sich um die Übersetzung des vorerwähnten Artikels) mit Foto eines Nachbaus von Lehmers Fahrradkettencomputers von 1926!
- The New Book of Prime Number Records, Paolo Ribenboim, Springer Verlag 1996, ISBN 0-387-94457-5
- Prime Numbers - A Computational Cerspective, Second Edition, Richard Crandall & Carl Pomerance, Springer Verlag 2005, ISBN 0-387-25282-7
siehe auch
Weblinks
- Final Answers Modular Arithmetic
- Ergänzungen und Irrtümer zu dem Buch "The new Book of Prime Number Records" von Paolo Ribenboim
wird „a ist
gilt, dass
ist.
F2. Für alle a mit
oder
ist.
E2. Für alle a mit
