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Feldgrau
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Feldgrau war die Farbbezeichnung der Uniformen der deutschen Armee vom frühen 20. Jahrhundert bis 1945.
Feldgrau [1]
Mit der Änderung der Taktik von der Schützenlinie zum Vorgehen unter Ausnutzung der Deckung, um 1900, änderten sich die Anforderungen an die Uniformen. Zogen die Soldaten noch im 19. Jahrhundert bunt und auffällig ins Feld, waren die Uniformen im ersten Weltkrieg so ausgeführt, dass der Soldat im Gelände schwer sichtbar wurde. Die Farben wurden der jeweiligen Umgebung angepasst (Tarnfarbe und Tarnstruktur). Zuerst führte die britische Armee nach dem Burenkrieg, auch für die in der Heimat stationierten Truppen, eine bräunliche, als Khaki bezeichnete Uniformfarbe ein. Für die 1907 eingeführte neue deutsche Felduniform wurde der Farbton Feldgrau gewählt.
Diese Uniformen verwendeten statt Signalfarben – wie sie bis in die frühindustrielle Zeit üblich waren, und der Unterscheidung von „Freund und Feind“, also den eigenen Truppen und dem Gegner dienten und sich von den Wappenfarben des Mittelalters ableiten – Tarnfarben. Dies war durch die Entwicklung der rauchschwachen Pulver (insbesondere Ballistit von Alfred Nobel) möglich geworden: Die Schlachtfelder waren nicht mehr durch Rauchschwaden verhüllt, und es war wesentlich leichter geworden, nicht versehentlich den eigenen Kameraden zu erschießen. Auch war durch die speziellen Eigenschaften des Ballistit und verwandter Pulver die Entwicklung weiter tragender Munition, insbesondere aber des Maschinengewehrs möglich geworden, das den Fernkampf zur entscheidenden Schlachttaktik machte. Bis nach der Jahrhundertwende und insbesondere im ersten Weltkrieg hatten die meisten Armeen der „zivilisierten Nationen“ ihre Unifomen auf Tarnfarben umgestellt.
Heute steht der Begriff (umgangssprachlich) für einen Farbton bzw. auch für eine Reihe von Farbtönen, die an ehemalige deutsche Uniformen erinnern, heute insbesondere für die Farbe der deutschen Uniformen im Zweiten Weltkrieg. Im Ersten Weltkrieg stand Feldgrau noch für ein helles graugrün [2], was in etwa dem RAL-Farbton 7009 entspricht. Es gab jedoch z. T. starke Abweichungen im Farbton von Uniformen, Stahlhelmen und Ausrüstungsgegenständen.
Der Begriff wurde und wird metaphorisch auch für die gesamte deutsche Armee (und andere Armeen des 20. Jh.) verwendet (für das Heer des Deutschen Kaiserreichs und Truppenteile der Reichswehr, der Wehrmacht und auch der NVA). In diesem Zusammenhang steht feldgrau nicht für eine Farbe, sondern wird als (wertendes) Beiwort verwendet [2].
Quellen
- ↑ Farbmuster nach RAL7009, www.carparts-koeln.de
- . a b Verwendungsbeispiele in wortschatz.uni-leipzig.de (29. Juni 2006)
Siehe auch
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