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Fehlertoleranz

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In der Technik, besonders in der Datenverarbeitung, bedeutet Fehlertoleranz (von lat. tolerare, erleiden, erdulden), die Eigenschaft eines technischen Systems, seine Funktionsweise auch aufrechtzuerhalten, wenn unvorhergesehen Eingaben oder Fehler in der Hard- oder Software auftreten.

Fehlertoleranz erhöht die Zuverlässigkeit eines Systems, wie es beispielsweise in der Medizintechnik oder in der Luft- und Raumfahrttechnik gefordert ist. Fehlertoleranz ist ebenso eine Voraussetzung für Hochverfügbarkeit, die insbesondere in der Telekommunikationstechnik eine wichtige Rolle spielt.

Inhaltsverzeichnis

Ansätze auf verschiedenen Ebenen

Fehlertoleranz kann auf verschiedenen Ebenen erreicht werden. Je nach Einsatzgebiet (PC, Medizintechnik, Weltraumtechnik, ...) sind verschiedene Ansätze sinnvoll, auch Kombinationen bieten sich oft an.

Fehlertoleranz in Hardware

Hardware, d. h. eine elektronische Schaltung, kann z. B. durch Hinzufügen von Redundanz fehlertolerant gemacht werden.

Laufen z. B. zwei Implementierungen einer Schaltung parallel (dual modular redundancy, DMR), so kann eine Entscheidungseinheit einen Fehler durch Vergleichen der Ausgänge der beiden Komponenten feststellen, jedoch nicht korrigieren.

Fügt man eine weitere Instanz der Komponenten hinzu (triple modular redundancy, TMR), so kann eine Entscheidungseinheit einen Fehler korrigieren. Wird die fehlerhafte Einheit als defekt markiert, ist ein weiter Fehler erkennbar (wie bei DMR).

Fehlertoleranz in Software

Auf Software-Ebene kann Fehlertoleranz durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

  • Design-Diversität: verschiedene Implementierung eines Algorithmus laufen parallel
  • Daten-Diversität: die Eingabedaten werden leicht modifiziert mehrfach bearbeitet (z. B. gut gegen Rundungsfehler)
  • Temporale Diversität: ein Algorithmus wird mit denselben Daten mehrfach aufgerufen (z. B. gut gegen kurzzeitige Hardwarefehler)

Fehlertoleranz in Benutzerschnittstellen

Häufig verursachen fehlerhafte Benutzereingaben, also menschliches Versagen, abnorme Betriebszustände. Fehlertoleranz ist daher eines der Gestaltungsprinzipien für Dialoge nach DIN EN ISO 9241, Abschnitt 10 (Grundsätze der Dialoggestaltung). Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand durch den Benutzer erreicht werden kann:

  • Unterstützung bei der Entdeckung und Vermeidung von Eingabefehlern (Plausibilisierung)
  • Keine Systemabbrüche oder undefinierten Systemzustände
  • Fehlererläuterungen zu Korrekturzwecken
  • Zusätzlicher Darstellungsaufwand zur Fehlerlokalisierung
  • Automatische Fehlerkorrektur mit Information, abschaltbar
  • Aufschiebbare Fehlerbehandlungen
  • Zusätzliche Erläuterungen auf Anforderung
  • Prüfung und Bestätigung vor Ausführung
  • Fehlerbehebung ohne Zustandsänderung des Dialogs

Siehe auch: Benutzerfreundlichkeit

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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